Sihan (11) zeichnet ein Muffinmonster-Comic - © Felix Eisele
Sihan (11) zeichnet ein Muffinmonster-Comic | © Felix Eisele

Löhne Kinder erstellen ihre eigenen Monster-Comics

Kulturrucksack: Mit professioneller Anleitung geht es per Federstrich zur Bildgeschichte

Felix Eisele

Löhne. Ein letzter Linienstrich, dann ist Sihan mit ihrem Werk fertig. „Ach nein, da fehlt ja noch die Sprechblase", merkt sie plötzlich – und verziert ihre Bildergeschichte mit den Worten „Kau, knurps, crunch". So nämlich macht man das in Comics, weiß die Elfjährige – dank eines entsprechenden Zeichenkurses, der jetzt beim Kulturrucksack auf dem Programm stand. So wie Sihan ging es am Donnerstag noch weiteren Kindern und Jugendlichen in der Werretalhalle. Unter der Anleitung der Comic-Zeichnerin Charlotte Hofmann erstellten sie ihre eigenen Bildergeschichten, erfanden eine Story und brachten diese schließlich mit Stift und Pinsel zu Papier. Einzige Vorgabe: Es musste eine Monster-Geschichte sein. Die nämlich funktionieren bei Kindern meist am besten, erklärte Hofmann. Der Grund: „Beim Zeichnen von Monstern gibt es kein Richtig oder Falsch, so dass man seiner Fantasie komplett freien Lauf lassen kann." Wichtig sei dann nur noch, eine Idee zu haben, „der Rest entwickelt sich dann im Prozess". Handy-Monster und Fabelwesen So wie bei Elina, die ihre Vorliebe zu Nuss-Nougat-Creme in einem Comic mit dem bezeichnenden Titel „Das Nutella-Monster" verarbeitete. Dass ihr erdachtes Wesen aber keinesfalls furchteinflößend ist, stellte sich erst später heraus. „Alle laufen hinter ihm her, weil es so lecker ist", erzählte die Zehnjährige. Ihr Bruder Maximilian setzte derweil auf einen echten Comic-Klassiker: Wegen eines atomaren Unfalls verwandelt sich sein Hauptprotagonist in ein Monster. Während in den großen Vorbildern aber meist Schurken oder Superhelden entstehen, ging es bei dem Zwölfjährigen um einen Muffin. „Ich bin eben ein Profi im Geschichten-Ausdenken", sagte er. Bei anderen Kursteilnehmern entstanden zudem Handy-Monster und Fabelwesen. Einen echten Hingucker schuf dabei Jana (14) mit ihrem Musikungeheuer samt Lautsprecher-Monster (siehe unten). „Ich zeichne in meiner Freizeit und habe auch schon Comic-Erfahrung", erklärte sie ihr professionelles Werk. Das freute auch Charlotte Hofmann, die generell aber mit allen Werken zufrieden war. Sie selbst habe nur einen Input gegeben und Tipps zur Gestaltung: „Wichtig ist eine gute Lesbarkeit von Schrift und Bildern, ein gleich bleibendes Erscheinungsbild von Personen und das Einsetzen von Effekten", sagte sie. Und auch Lautmalerei könne eine Menge bewirken. „Auch wenn es nur kau, knurps, crunch ist."

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