Malerarbeiten: Der Maler und Lackierer Markus Vogt arbeitet in einem Klassenraum. Das Foto entstand im Februar 2016 in einem der bereits sanierten Gebäudetrakte. Die steht im Trakt C noch aus. - © Dirk Windmöller
Malerarbeiten: Der Maler und Lackierer Markus Vogt arbeitet in einem Klassenraum. Das Foto entstand im Februar 2016 in einem der bereits sanierten Gebäudetrakte. Die steht im Trakt C noch aus. | © Dirk Windmöller

Löhne Schule protestiert gegen Sanierungsdauer

Städtische Realschule: Vertreter der Bildungseinrichtung fordern von der Stadt deutlich mehr Tempo bei der Sanierung des Gebäudetrakts C

Dirk Windmöller

Löhne. Hans-Rainer Krahe hatte am Freitag als Leiter der Städtischen Realschule seinen letzten Arbeitstag. Von Schülern und Lehrern wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Keine Ruhe lässt ihm zu Beginn der Sommerferien der Zustand von Teilen seiner Schule. Zu Beginn des gerade zu Ende gegangenen Schuljahres ist die Städtische Realschule im ehemaligen Hauptschulgebäude an den Start gegangen. „Der Umzug war die richtige Entscheidung. Wir haben hier eine gute Sporthalle, einen schönen Schulgarten und zwei Gebäudetrakte, die in gutem Zustand sind. Das Problem ist der Gebäudetrakt C", sagt Krahe. Dass die Schule in eine Baustelle zieht, war allen Beteiligten klar. „Das ist nicht das Problem", sagt Krahe. Schwierig sei die Situation, weil die Sanierungsarbeiten für den C-Bereich viel zu lange dauern würden. „Ein Teil der Arbeiten soll erst im Jahr 2018 beginnen. Das kann bedeuten, dass erst diese Baumaßnahme erst 2019/20 endet. Das ist aus unserer Sicht nicht zumutbar." Krahe war aus diesen Grund mit den Konrektorinnen Gertraude Holzgräfe und Ursina Dreier sowie Lehrer Reinhard Kämpe und der Schulpflegschaftsvorsitzenden Heike Budde beim Bürgermeister, um die Probleme anzusprechen. Problematisch seien die nicht sanierten Klassenräume im Trakt C. „Die Räume sehen noch genau so aus wie im Jahr 2005, als mein Bruder hier Schulleiter war", sagt Hans-Rainer Krahe. Die Schulpflegschaftsvorsitzende ergänzt: „Die Kinder verlieren die Lust, wenn sie in diesen Räumen sitzen." Jetzt werde an der Schule darüber nachgedacht, für die Klassenräume eine Rotation einzuführen. „Eigentlich bleiben die Schüler die ganzen sechs Jahre in einem Klassenraum. Jetzt wird es wahrscheinlich regelmäßige Wechsel geben, um zu vermeiden, dass Schüler mehrere Jahre in den unsanierten Räumen Unterricht haben", sagt Krahe. Schwierig ist auch die Situation in den Fachräumen der Schule. „Die Fachräume sind für 24 Schüler ausgelegt und waren so der Hauptschulgröße angepasst. Wir brauchen aber Platz für 32 Schüler", sagt Konrektorin Ursina Dreier. Die Folge sei, dass keine Schülerversuche mehr möglich seien. „Das ist sehr schade, weil wir es gewohnt sind, guten Unterricht zu machen und da können wir auf Fachräume auch verzichten, wenn wir dort nur die Tafeln nutzen können, weil Versuche nicht möglich sind", ärgert sich Krahe. Im Gespräch mit Bürgermeister Bernd Poggemöller formulierten die Vertreter der Schule eine klare Forderung: „Die Situation ist nicht für mehrere Jahre hinnehmbar. Der Zeitrahmen muss entscheidend verändert werden." Dass müsse bei allem Verständnis für die angespannte Haushaltslage möglich sein. Krahe betont, dass das Gespräch sehr konstruktiv verlaufen sei. „Wir haben uns von den Vertretern der Stadt sehr ernst genommen gefühlt", sagt der scheidende Schulleiter. Beteiligt waren an dem Gespräch neben Bürgermeister Bernd Poggemöller auch die neue Schuldezernentin Beatrix Becker und Matthias Kreft als Leiter der städtischen Immobilienwirtschaft. Auch Ursula Nolting, Sprecherin der Stadt, betont die gute Gesprächsatmosphäre. „In den Ferien wird es in der Schule einen Ortstermin geben. Dann wird geprüft, ob sich kurzfristig etwas ändern lässt."

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