Ausgeflogen: Goldi und Paulinchen sind nicht mehr in Löhne. - © Marion Schröder
Ausgeflogen: Goldi und Paulinchen sind nicht mehr in Löhne. | © Marion Schröder

Löhne Störche Goldi und Paulinchen haben Löhne verlassen

Das Nest ist leer. Das Paar hat offensichtlich die Brut an der Blutwiese abgebrochen. Bürger trauern um die entflogenen Störche, die seit März in Löhne beheimatet waren. Marion Schröder hofft auf ein Wiedersehen

Julia Heidemann

Löhne. Seit diesem Jahr steht nun der Storchenhorst in Löhne auf der Blutwiese. Stolz verfolgten die Löhner den Einzug von Storch Goldi, der seit März den Horst bezogen hat. Besonders darüber freuten sich die Löhner, da es oft mehrere Jahre dauert, bis ein neugebauter Storchenhorst bezogen wird. Die umliegenden Horste bleiben unbesetzt. Im April wurde mit großer Begeisterung Storchdame Paulinchen gesichtet. Die Paarung begann und kurz danach die Brutzeit. Lange konnte vor Ort und im Internet mitverfolgt werden, wie sich beide Eltern bei der Brut abwechselten, doch plötzlich war das Nest leer. Nun ist klar: Das Elternpaar brütet nicht mehr. Große Enttäuschung breitet sich bei den Löhnern aus. Besonders Marion Schröder, die mit Freude und Ehrgeiz eine Facebook-Gruppe und einen Blog über die Störche führt, ist am Boden zerstört. Von Beginn an verfolgt sie mit vielen weiteren Begeisterten die Geschichte der beiden Störche. An Pfingstmontag kam dann die traurige Meldung, dass das Nest leer ist. Störche waren noch sehr jung und viel zu spät dran Doch woran lag es? Das fragen sich nun viele Anwohner. Schröder weiß mit Sicherheit: „Das Paar war noch sehr jung, es war ihre erste Brut und die beiden waren viel zu spät dran." Wo in anderen Horsten schon die Kleinen herumflatterten und eifrig Fliegen übten, war bei Goldi und Paulinchen im Nest noch Stille. Als der Nachwuchs dann schlüpfte, kündigte sich die Hitzeperiode an. Die Böden waren zu hart, um nach Futter zu suchen. Denn die kleinen Störche werden ausschließlich mit Weichteiltieren, wie Regenwürmern gefüttert.Hinzu kamen die Gewitter mit dem Starkregen, was die Kleinen wahrscheinlich nicht überlebt haben. Sogar eine Wanne mit Wasser brachte Schröder zur Blutwiese, um den Störchen die bestmögliche Überlebenschance zu geben. „Ich konnte letztens beobachten, wie Goldi ein Küken aus dem Nest gestoßen hat", berichtete Schröder. Das sei bei Störchen normal, um den größeren Geschwistern eine höhere Lebenschance zu geben, erklärt die Tierliebhaberin. Die ersten Tage nach der traurigen Nachricht ließen sich beide Störche hin und wieder blicken, doch seit Dienstag sind sie ganz weg. Goldi wird höchstwahrscheinlich in seiner Heimat in Unterlübbe sein. „Wir hoffen, dass Goldi nächstes Jahr wiederkommt. Eigentlich sind Störche nesttreu, jedoch nicht partnertreu", hofft Schröder, die durch Goldi und Paulinchen viel über die Tiere dazugelernt hat. ´ Wer die ganze Geschichte des Storchpaares zurückverfolgen möchte, kann sich auf der Internetseite von Marion Schröder www.ein-nest-fuer-loehne.blogspot.de informieren und viele Fotos von Goldi und Paulinchen bestaunen.

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