Löhne Reaktionen auf den Wassermangel in Löhne

Die Wirtschaftsbetriebe wässern die Rasenflächen der Sportanlagen nicht mehr. In der Biogärtnerei Ulenburg wird das Pflanzen auf Phasen vor angekündigtem Regen verlegt

Dirk Windmöller

Löhne. Wassermangel war bisher immer woanders. In Kalifornien, in Afrika, aber nicht in Löhne, wo die Werre an vielen Stellen fast immer in Sichtweite ist. Seit ein paar Tagen müssen sich die Löhner mit einem Problem beschäftigen, dass die meisten nur aus dem Fernseher kennen. Bürgermeister Bernd Poggemöller will nicht bestreiten, dass die Situation ernst ist. "Ich bin aber optimistisch, dass es nicht so weit kommt, dass kein Wasser mehr aus den Hähnen kommt", sagt er. Man sei ständig mit der Bezirksregierung in Kontakt. "Die Regierungspräsidentin hat zugesagt, die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten." Mittelfristig könnte Wasser des Wasserbeschaffungsverbandes Herford West helfen. Dafür müssten noch rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden. "Wir beobachten den Pegelstand im Hochbehälter Bergkirchen", sagt Ulla Nolting, Sprecherin der Stadt. Vom Hochbehälter wird auch das Wasser nach Löhne geleitet. Der Pegel sei nach dem Tiefststand von 1,70 Meter wieder etwas gestiegen. Von Entwarnung könne allerdings keine Rede sein. Deshalb gab es Gespräche mit Feuerwehr, DRK und THW, um zu klären, wie sich die Organisationen einbringen können. Thomas Arning ist als Geschäftsbereichsleiter Service der Wirtschaftsbetriebe auch zuständig für die Bewässerung von Flächen durch die Wirtschaftsbetriebe. "Das Problem hat sich Anfang der Woche abgezeichnet", sagt er. Da wurde entschieden, die Bewässerung der Sportanlagen einzustellen. "Da gehen schon einige 100 Kubikmeter über Nacht drauf. Es hilft den Kollegen vom Wasserwerk, wenn wir verzichten." Die Freiwillige Feuerwehr wird sich auf Trockenübungen einstellen müssen Allerdings kann daraus auch schnell ein Problem für die Rasenflächen werden. "Im Werretalstadion haben wir einen Rasen, der Feuchtigkeit bei Regen schnell abführt. Er muss aber auch immer Feuchtigkeit behalten, damit die Bodenschichten verbunden bleiben", erklärt Arning. So könne es ohne Bewässerung zu Schäden kommen. Wasser brauchen die Wirtschaftsbetriebe auch zur Bewässerung von frisch angepflanzten Bäumen. "Unser Gießfass konnten wir bisher aus einem Tiefbrunnen am Klärwerk füllen. Das ist kein Trinkwasser. Ich hoffe, dass dieser Brunnen noch lange Wasser führt", sagt Arning. Die Freiwillige Feuerwehr wird sich auf Trockenübungen einstellen müssen. "Wir haben Anfang der Woche entschieden, dass wir solange auf Trinkwasser bei Übungen verzichten, bis sich die Situation wieder deutlich verbessert", sagt Wehrführer Ralf Krause. Übungen mit Wasser seien nur möglich, wenn es der Werre entnommen werden könne. Eng wird es auch bei der Bioland-Gärtnerei-Ulenburg. "Wir befinden uns jetzt in der Hauptpflanzzeit", sagt Wolfgang Nemesch von der Gärtnerei. Zurzeit würden Pflanz- und Säarbeiten auf Phasen verschoben, denen laut Wettervorhersage Regen folgen sollen. "Brokkoli, Salat und Kohlrabi haben wir auf den heutigen Freitagnachmittag verschoben, weil es abends regnen soll", sagt Nemesch. Auf einem Teil der Flächen sind die Ulenburger Gärtner auf städtisches Wasser angewiesen. Die würden zurzeit nicht genutzt. "Noch können wir auf Stadtwasser verzichten." Nemesch schätzt, dass man noch zwei bis drei Wochen improvisieren könne. "Dann wird es aber auch für uns schwierig." Teile des Landes der Biogärtner wird auch durch den Mühlenbach versorgt. Das sei noch möglich, aber auch der Wasserstand des Baches gehe deutlich zurück. Dass sich die Situation schnell verbessert, glaubt Nemesch nicht. "Als Landwirte haben wir die Erfahrung gemacht, dass es längere Zeit so bleibt, wenn es einmal trocken ist."

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