Auf der Fläche: Landwirt Günter Müller (li.) und Geschäftsführer Andreas Wehbrink. - © Dirk Windmöller
Auf der Fläche: Landwirt Günter Müller (li.) und Geschäftsführer Andreas Wehbrink. | © Dirk Windmöller

Löhne Blumenwiese auf Gewerbefläche wird gesät

Erfolgreicher Test: Ein Landwirt hat auf der Fläche von Keller und Wehbrink geprüft, ob eine Aussaat möglich ist.

Dirk Windmöller

Löhne. Landwirt Günter Müller setzt sich in den Deutz-Schlepper und fährt an. Das schwere Gerät zieht einen Grubber hinter sich her. Damit wird der Boden für die Blumenwiese aufgelockert, die hinter dem Produktionsgebäude der Firma Keller und Wehbrink im Industriegebiet Am Hellweg entstehen soll. Müller testet, ob die Fläche so vorbereitet werden kann. "Wenn hier dicke Steine im Boden liegen, dann kann ich gleich wieder aufhören", sagt Müller. Er kennt sich aus mit dem Anlegen von Blumenwiesen. Gerade hat er auf der Aqua Magica eine Wiese angelegt. Der Test geht gut aus. Der Boden lässt sich durch den Grubber vorbereiten. Und so soll in der kommenden Woche, bei passendem Wetter, die Aussaat beginnen. "Wenn wir noch in diesem Monat säen, werden die ersten Blumen im Sommer blühen", sagt Karl-Heinz Niehus. Dem Naturschützer ist es zu verdanken, dass auf der Fläche, deren Bebauung vom Unternehmen derzeit nicht geplant ist, bald Blumen wachsen. Er hatte die Idee, freie Flächen rund um Unternehmen naturnah zu gestalten. Einen entsprechenden Bericht lasen zwei Mitarbeiterinnen von Keller und Wehbrink in der NW. Kurz darauf kam es zu einem Ortstermin mit einem Experten der Bodensee-Stiftung, die unter anderem auf solche Projekte spezialisiert ist. Die Geschäftsführer Andreas Wehbrink und Thorsten Keller waren einverstanden. "Von mir aus kann es sofort losgehen", sagte Thorsten Keller Ende April. Karl-Heinz Niehus ist von der Fläche ganz begeistert. "Von den 4.000 heimischen Pflanzenarten wachsen zwei Drittel auf solchen Magerböden", sagt er. Ganz so viele werden es im Industriegebiet nicht werden. Dort sollen 30 Sorten gesät werden. Längst nicht alle werden auch im nächsten Jahr wieder wachsen. "Wenn fünf es schaffen, dann können wir zufrieden sein", sagt Niehus. Das sei der ganz natürliche Verdrängungswettbewerb. Entsprechend müsse nachgesät werden. Landwirt Müller unterstützt das Projekt aus Überzeugung. "Das finde ich super, dass ein Unternehmen eine Fläche zur Verfügung stellt. Das hat Zukunft, weil wir viele ähnliche Brachflächen haben. Leider fehlt oft noch das Bewusstsein."

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