Eine Trasse durch das Rapsfeld: Parallel zur Knickstraße werden die neuen Versorgungsleitungen verlegt. - © Foto: Dirk Windmöller||
Eine Trasse durch das Rapsfeld: Parallel zur Knickstraße werden die neuen Versorgungsleitungen verlegt. | © Foto: Dirk Windmöller||

Löhne Bauarbeiten für die Knickstraße beginnen

Für den Neubau werden Leitungen verlegt. Im Juni beginnen die Arbeiten auf der neuen Trasse

Dirk Windmöller

Löhne. Im Juni starten die eigentlichen Arbeiten für den Neubau der Knickstraße. "Das Projekt ist in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Wir starten mit dem Einmündungsbereich der Knickstraße auf die Koblenzer Straße", sagt Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW. Die Behörde ist für den Ablauf der Bauarbeiten zuständig. Verkehrsteilnehmer können dann nicht mehr von der Knickstraße nach links in Richtung Herford abbiegen. Die Umleitung führt dann in einem großen Bogen nach rechts durch den Ratio-Kreisel, über die Weihestraße, die Oeynhausener Straße und die Häger Straße. Noch sind nicht alle Details des Bauablaufs geklärt. "Wir befinden uns noch im Vergabeverfahren", sagt Johanning. Das werde in Kürze abgeschlossen sein. "Wenn die Entscheidung gefallen ist, welches Unternehmen den Bau ausführt, dann kann es sein, dass die Firma noch Ideen entwickelt, was paralleles Arbeiten auf der Strecke betrifft." Die neue B 611 wird 5,7 Kilometer lang sein Der zweite Bauabschnitt betrifft den Ratio-Kreisel. Die künftige B61N wird über den dann umgebauten Kreisel erschlossen. So entsteht eine direkte Verbindung von der neuen Straße über den Kreisel auf den vierspurig ausgebauten Teil der B 61. Der letzte Bauabschnitt umfasst den größten Teil der 5,7 Kilometer langen Strecke bis Vlotho-Exter. Er wird auch den weitaus größten Teil der Bauzeit in Anspruch nehmen. 5,7 Kilometer wird die neue B 611 lang sein. "Wir bemühen uns, das Maß der Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten." 3.653 Fahrzeuge pro Tag, darunter 723 Lkw (Stand 2010), machen den Neubau der Straße nötig. Zumal der Landesbetrieb Straßen NRW bis zum Jahr 2020 von einer Verdreifachung ausgeht. 23 Millionen Euro Kosten entstehen durch den Bau. Die müssen aber weder die Kommunen noch das Land bezahlen. Das Geld kommt vom Bund, das Land führt die Maßnahme lediglich durch. Ziel ist, die besonders unter dem starken Lkw-Verkehr leidende Strecke von einem großen Teil ihrer scharfen Kurven zu befreien. Immer wieder kommt es dort zu Unfällen, häufig mit Lkw. Zwei Jahre dauert der Brückenbau Für weiteren Stress bei vielen Autofahrern wird die Sperrung der B 61 zwischen Ratio- Kreisel und A 30 in Richtung Autobahn sorgen. Zwei Jahre kalkulieren die Planer für den Neubau der maroden Sudbachtalbrücke ein. "Die Sprengung der Brücke ist für Herbst vorgesehen", sagt Johanning. Auch wenn die eigentlichen Arbeiten für den Neubau der Straße erst noch beginnen, sind die Fachleute der Firma Kuntemeier-Tiefbau aus Bad Oeynhausen schon seit September 2016 rund um die Knickstraße mit den wichtigen Vorarbeiten beschäftigt. "Wir räumen die Trasse frei", sagt Bauleiter Torsten Wilkening. Sein Unternehmen verlegt die Versorgungsleitungen. Sie verliefen bisher dort, wo bald mit dem Straßenbau begonnen wird. Es geht um Wasser-, Strom- und Telefonleitungen. "Das ist schon sehr großer Auftrag. Wir sind für die gesamte Trasse zuständig", sagt Wilkening. Auf Löhner Gebiet gehen die Arbeiten in der kommenden Woche zu Ende. "Für Montag haben wir die letzte Wassereinbindung geplant." Die Arbeiten waren zum Teil schwierig. Auf der Strecke herrschen sehr unterschiedliche geologische Bedingungen. "Wir hatten dort mit Lehmboden, Stein und Fels zu tun", beschreibt Wilkening. Besonders die Horizontalbohrungen durch Felsbereiche hätten für eine Verzögerung der Arbeiten geführt. "Die Unterschiede waren so groß, das man das etwa mit dem Bohren in einem Holzbrett und dem in einer Betonwand vergleichen kann."

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