Löhne Stadt will Pachtvertrag für Sudbachtaltreppe kündigen

Zu teuer: Im Bauausschuss ist die Treppenanlage der Gohfelder Siedlung Baxwittel/Mühlensiek erneut Gesprächsthema. Landschaftsverband lehnt Förderung ab

Susanne Barth

Löhne. Die Treppe, die von der Gohfelder Siedlung Baxwittel/Mühlensiek in Richtung Sudbachtal führt, erhitzt seit Jahren die Gemüter. Die Holzstufen sind marode, teilweise stark verbogen, das Geländer durchgerostet. Gefährlich sieht der Weg aus. Die Anwohner haben sich dafür eingesetzt, dass dort ein neuer, begehbarer Weg hinkommt. Auch die Grünen haben sich eingeschaltet, wollten die Treppe als Kulturgut erhalten. Daraus wird nichts. Der Bauausschuss hat die Anlage wieder auf seiner Liste. Der Pachtvertrag soll gekündigt werden. Mehrfach haben die Sitzungsmitglieder im Ausschuss über die Treppe diskutiert. Die Anwohner der Siedlung möchten sie weiterhin als Weg ins Sudbachtal nutzen. Dagegen drängen die Kritiker. Zu hoch seien die Instandsetzungskosten. Eberhard Lindemann von der Stadt hat die notwendigen Kosten aufgelistet. 40.000 Euro würde demnach eine Reparatur kosten. Wie folgt setzen sich die Kosten zusammen: Eine neue Treppe 23.000 Euro, Handlauf 7.500 Euro und die Brücke über das Gewässer wird mit 10.000 Euro veranschlagt. Wege über Anliegergrundstücken toleriert Zu teuer. Daher wird im kommenden Ausschuss darüber abgestimmt, die Wegeverbindung endgültig aufzugeben und den Pachtvertrag fristgerecht zu kündigen. Am 3. November 2016 ist die Verwaltung beauftragt worden, andere Zugangsmöglichkeiten zu der Straße Sudbachtal zu prüfen. Die Stadt teilt mit, dass die Eigentümergesellschaft derzeit nicht bereit ist, ein Grundstück zur Verfügung zu stellen, welches einen alternativen Weg bieten würde. Gleichzeitig soll es aber Wege von Anliegergrundstücken geben, die derzeit toleriert werden. Die Idee der Grünen, die Treppe als Kulturgut zu erhalten, scheidet auch aus. Die Anlage soll Teil des rund 145 Kilometer langen Jakobs-Pilgerweges in Westfalen sein. Das bestätigt auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Dieser, so heißt es auf der Verbands-Webseite, gehe auf eine alte Fernhandelsstraße zurück, die seit dem späten 12. Jahrhundert die Hansestädte Lübeck und Soest miteinander verbunden habe. Im Frühjahr 2013 konnte die Streckenführung anhand von Pilgerzeugnissen und verschiedener schriftlicher und archäologischer Quellen rekonstruiert werden. Unter anderem soll Kaiser Karl IV. im Jahr 1337 den Weg beschritten haben. Allerdings scheidet eine durch den Landschaftsverband angestrebte Förderung aus. Der LWL hat dies der Stadt in einer Mitteilung vom 13. Januar mitgeteilt.

realisiert durch evolver group