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Löhne Wie die Stadt die Bäume schützt

Waldarme Kommune: Ein Arbeitskreis aus Verwaltungsmitgliedern und Vertretern der heimischen Politik haben die Baumschutzsatzung von 1981 modifiziert

Susanne Barth

Löhne. Um den Naturhaushalt zu sichern, sind Bäume unerlässlich. Ein Waldboden speichert Wasser, Bäume prägen das Stadtbild und produzieren Sauerstoff, weiß Heike Nolte vom Amt für Stadtentwicklung. Daher sei die Erhaltung von Bäumen lebenswichtig. Zum Schutz des Baumbestands gibt es in der Stadt seit 1981 eine Baumschutzsatzung. Diese hat ein Arbeitskreis aus Verwaltungsmitarbeitern und Vertretern jeder heimischen Partei überarbeitet und modifiziert. Löhne ist bekanntlich keine waldreiche Stadt. Im Gegenteil: „Unser Baumbestand ist bereits reduziert", sagt Heike Nolte. Damit Bäume – ob auf städtischen oder privaten Boden – nicht einfach gefällt werden können, gibt es die Baumschutzsatzung. Darin ist festgeschrieben, wann welche Bäume unter den Schutz fallen, welche Ausnahmen es gibt und wo die Satzung gilt. Geschützt sind Bäume, mit einem Stammumfang von mindestens 80 Zentimetern, gemessen in einer Höhe von 100 Zentimetern über dem Boden. Ohne Rücksicht auf dem Stammumfang sind ebenfalls Bäume geschützt, die als Ersatz für einen gefällten Baum gepflanzt worden sind. Es gibt aber auch Ausnahmen: Obstbäume außer Walnussbäumen und Esskastanien fallen nicht darunter. Beraten direkt vor Ort Carola Wind und Heike Nolte sind die Baum-Expertinnen der Stadt und die ersten Ansprechpartner für Bürger, wenn ein Baum gefällt werden soll. Niemand sollte alleine agieren: „Es muss zuerst ein Antrag bei der Stadt gestellt werden", sagt Wind, die gleichzeitig den Tipp gibt, sich vorab direkt bei ihr oder Nolte zu melden. „Wir fahren raus zum Bürger und beraten direkt vor Ort." Häufig ergeben sich direkt im Gespräch Lösungen und der Baum muss nicht gefällt werden, sagen die zwei Frauen. „In unseren Gespräche können wir auch Ängste nehmen und aufklären", ergänzt Nolte. Ist der Baum aber krank oder geht von ihm eine Gefährdung für Personen oder Sachen aus, gibt es für eigentlich geschützte Bäume Fällerlaubnisse. „Bevor etwas passiert, muss ein Baum gefällt werden." Allerdings gilt auch dabei: Immer erst einen Antrag stellen. Muss ein Ahorn oder eine Kastanie weichen, muss ein anderer Baum dafür als Ersatz auf dem Grundstück gepflanzt werden, teilen Nolte und Wind mit. Dafür gebe es eine Liste mit heimischen Gehölzen, die die Stadt favorisiert. Sind Bäume Stadtbildprägend – wie die alte Eiche an der Werre – reicht nicht nur ein Antrag. „Solche Fällanträge werden dem Ausschuss vorgelegt", so Nolte. WELCHE BÄUME SIND ZU SCHÜTZEN? Unter die Baumschutzsatzung fallen alle gesunden Bäume außer Obstgehölzen mit Ausnahme von Walnussbäumen und Esskastanien mit einem Stammumfang von 80 Zentimetern. Gemessen wird in einer Höhe von 100 Zentimetern vom Boden aus. Liegt der Kronenansatz unter dieser Höhe, ist der Umfang unter dem Kronenansatz maßgebend. Ist ein Baum bereits als Ersatz für einen gefällten gepflanzt worden, ist er ebenfalls zu schützen, unabhängig vom Stammumfang. WAS IST VERBOTEN? Geschützte Bäume dürfen nicht zerstört, beschädigt oder gefällt werden. Auch darf das charakteristische Aussehen der Baumarten nicht verändert werden. Jegliche Einwirkung, die das Absterben des Baumes zur Folge hätte, ist untersagt. WAS KANN DIE STADT MACHEN? Die Stadt verlangt, dass der Eigentümer des Grundstücks den zu schützenden Baum erhält. Dazu gehört die richtige Pflege ebenso wie den Baum vor Gefährdungen zu bewahren. Dabei sind beispielsweise Rückschnitte oder sonstige Baumpflegearbeiten von einem Fachmann auszuführen. Eine Kronenkappung führt meist zum Tod des Baumes und auch bei anderen Rückschnitten können Laien den Baum mehr schädigen als schützen. WANN IST EIN BAUM BEFREIT? Ist der geschützte Baum krank oder stellt eine Gefahr dar, die nicht mit zumutbaren Aufwand behoben werden kann, ist der Baum von der Satzung befreit. Außerdem kann ein Baum gefällt werden, wenn eine nach den baurechtlichen Vorschriften zulässige Nutzung nicht verwirklicht werden kann. Eine Befreiung muss bei der Stadt beantragt werden. ERSATZPFLANZUNG Wird ein Baum gefällt, muss mindestens ein heimischer Laubbaum als Ersatz (Stammumfang 16 bis 18 Zentimeter) auf dem Grundstück gepflanzt werden. Ist die Ersatzpflanzung nicht möglich, muss eine Ausgleichszahlung an die Stadt gezahlt werden. Das Geld ist zweckgebunden und wird für die Neupflanzung von Bäumen im Stadtgebiet genutzt. ANSPRECHPARTNER Geht es um Fragen, Informationen oder einen Antrag zum Fällen eines Baumes sind Heike Nolte unter Tel. (0 57 32) 10 03 98 oder Carola Wind unter Tel. (0 57 32) 10 03 99 vom Amt für Stadtentwicklung die passenden Ansprechpartner. Die Baumschutzsatzung und die Liste der heimischen gehölze sind auch im Internet zu finden unter www.loehne.de/baumschutzsatzung.

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