Seit 1983 dabei: Karin Frevert (Mitte links) wird von Sacha Rost, seiner Ehefrau Tanja Rost (l.) und ihrer Kollegin Gitta Frey verabschiedet. - © Jona Köhring
Seit 1983 dabei: Karin Frevert (Mitte links) wird von Sacha Rost, seiner Ehefrau Tanja Rost (l.) und ihrer Kollegin Gitta Frey verabschiedet. | © Jona Köhring

Löhne Karin Frevert wird von Kunden und dem Chef der Bäckerei Rost in den Ruhestand verabschiedet

Die Verkäuferin ist Mitarbeiterin der ersten Stunde. Seit 1984 ist Frevert ohne Unterbrechung in der Filiale an der Werster Straße beschäftigt

Jona Köhring

Löhne. Voll ist es in der Bäckerei Rost. Menschen und Geschenke stehen im Verkaufsraum. 32 Jahre lang hat Karin Frevert die Kunden der Bäckerei Rost mit Brot und Brötchen versorgt. Jetzt ist sie in den Ruhestand gegangen. Neben Kollegen und Geschäftsführung haben sich auch viele Kunden von Karin Frevert verabschiedet. Seit der ersten Stunde der Bäckerei Rost ist Frevert dabei. Zunächst in der Zentrale an der Ellerbuscher Straße, nach einem Jahr in der Filiale in Ostscheid. „Sie hat hier schon beim Einräumen und Aufbauen geholfen", sagt Inhaber Sascha Rost. Seit dem hat sie ihren Arbeitsplatz nicht mehr gewechselt, ist der Bäckerei stets treu geblieben. Treue und Vertrauen definierten auch die Beziehung zwischen ihr und Sascha Rost. „Sie hätte eher 50 Euro in die Kasse hineingetan, als sie herauszunehmen", lobt Rost. Auch das Vertrauen zwischen Verkäuferin und Kunde war stets gegeben. „Ich habe Freud und Leid mit den Menschen geteilt", sagt Frevert. Widerspiegeln kann sich das vor allem an ihrem letzten Arbeitstag. Frevert wird mit Blumen überhäuft und mit Glückwünschen versorgt. „Ich werde weiterhin meine Brötchen hier kaufen" „Ich hoffe, du kommst mal auf einen Kaffee vorbei", sagt Stefan König, Stammkunde der Bäckerei Rost. Teilweise hat ihre Kundschaft Frevert aber auch einen Schrecken eingejagt. Wenn zum Beispiel kurz vor Ladenschluss eine scherzhafte Bestellung über 300 Brötchen hereinkommt. „Da war ich erst einmal geschockt", sagt sie und lacht. In der Frühschicht arbeitete die Verkäuferin am liebsten. Dann hieß es schon um 12 Uhr Mittags Feierabend. „Die Schicht war mir immer lieber, da hat man dann den Nachmittag für sich." Der frühe Abschied bedeutet aber auch um 5 Uhr früh in der Bäckerei zu sein. Gestört hat sie das nie. „Mir hat es hier in allen Bereichen viel Spaß gemacht zu arbeiten." In ihrer freien Zeit stand und steht ihr Garten oben auf der Liste. „Da ist sie sehr engagiert", sagt Rost. Den Rücken kehren wird Frevert der Bäckerei in ihrem Ruhestand nicht. „Ich werde weiterhin meine Brötchen hier kaufen", sagt sie. Der Ruhestand ist für sie der richtige Schritt. „Ich denke nach 40 Jahren Arbeit ist das in Ordnung", sagt Frevert und lacht. In der neu gewonnenen Zeit will die gelernte Näherin sich wieder ihren Anfängen widmen. „Ich werde viel Zeit mit nähen und mit meinem Enkel verbringen", sagt die 64-Jährige. Der vierjährige Jan-Luca ist ihr „ein und alles". Den Kunden der Bäckerei wird sie fehlen. „Was sollen wir nur ohne dich machen", hallt es aus der Bäckerei.

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