Lokalkolorit: Lothar Krause, Pfarrer im Ruhestand, ergänzte die Ausstellung um den Löhner Bezug. Zwei Leinwände hat Krause, der bis 2006 in der Freikirche predigte, gestaltet. Fotos: Susanne Barth - © Susanne Barth
Lokalkolorit: Lothar Krause, Pfarrer im Ruhestand, ergänzte die Ausstellung um den Löhner Bezug. Zwei Leinwände hat Krause, der bis 2006 in der Freikirche predigte, gestaltet. Fotos: Susanne Barth | © Susanne Barth

Löhne Ausstellung über Luther und die Reformation im Rathaus Löhne

Die aufrollbaren Leinwände sind nacheinander auch in jeder Kirchengemeinde zu sehen. Die Ausstellung stellt nicht nur den Menschen Martin Luther in den Vordergrund, sondern beschäftigen sich mit der Vielfalt der Reformation

Susanne Barth

Löhne. Der Thesenanschlag Martin Luthers an die Kirchentür in Wittenberg jährt sich im nächsten Jahr zum 500. Mal. 2017 gilt daher als Lutherjahr, in dem der Reformationstag am 31. Oktober im ganzen Bundesgebiet erstmalig und einmalig ein Feiertag ist. Doch was bedeutet Reformation, was sind die Grundlagen und welche Rechte leiten sich daraus ab? Diese Fragen will eine Ausstellung über Luther und die Reformation beantworten. Bürgermeister Bernd Poggemöller eröffnete diese im Foyer des Rathauses. Die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers gegen den Ablasshandel ist in die Geschichte eingegangen und gilt als Ausgangspunkt der Reformation. Die Erkenntnisse der Reformation haben das kirchliche und gesellschaftliche Leben in weiten Teilen von Europa beeinflusst und sind nach wie vor aktuell. „Mit der Ausstellung möchten wir helfen, die Geschichte zu verstehen und aus der Vergangenheit zu lernen", sagt Enrico Klee, Pfarrer der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, der die Informationen nach Löhne geholt hat. Exegetikum hat die Ausstellung gekauft Entwickelt und erstellt hat die Ausstellung der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland – in Persona Professorin für Kirchengeschichte Andrea Strübind. Sie will damit einen unkonventionellen Blick auf die Reformationsgeschichte richten. Dabei konzentrieren sich die einzelnen Roll-ups (aufrollbare Leinwände) nicht nur auf Luther, sie legen den Fokus darauf, dass die Reformation von Beginn an vielfältig war. Sie habe nicht nur eine theologische, sondern auch eine politische Ebene, so Klee. „Reformation passierte im öffentlichen Raum und hat ihn verändert." Dass das Thema über die Kirchengrenzen hinausgeht, spiegelt sich auch im Ausstellungsort wider. Die Wanderausstellung, die das Exegetikum, ein Zusammenschluss aller Pfarrer, gekauft hat, wird in allen Kirchengemeinden Löhnes gezeigt, aber eben auch aktuell im Rathaus. „Damit erreichen wir eine ganz andere Zielgruppe", sagt Peter Außerwinkler, Pfarrer der Kirchengemeinde Löhne-Ort. Schließlich beschäftige sich die Ausstellung auch mit weitern Themen über die Grenzen der Kirche hinweg. Ausstellung läuft bis 31. Oktober 2017 Eine Sache hat Lothar Krause, bis 2006 Pfarrer der Freikirche, an der Ausstellung gefehlt: „Der Bezug zu Löhne, der Lokalkolorit, kam nicht vor." Kurzerhand entwickelte der Pfarrer im Ruhestand zwei eigene Tafeln. Dabei arbeitete er heraus, wo die Reformation hierzulande begann und wie sie sich entwickelte. Ein Teil seiner Ausführungen beschäftigt sich mit Pfarrer Ernst Wilm, der sich in Mennighüffen aktiv gegen den Nationalsozialismus stellte. Die Wanderausstellung ist bis zum 22. Dezember im Rathaus zu sehen. Anschließend werden die Leinwände in der katholischen St. Laurentiusgemeinde ausgestellt. Jede Kirchengemeinde in Löhne kommt in den Genuss der Ausstellung, den Beginn machte die Matthäuskirche am 31. Oktober. Der Abschluss ist zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags am 31. Oktober 2017 in Mennighüffen.

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