Idyllische Lage: Die Siedlung am rechten Werreufer erstreckt sich auf unserem Luftbild bis zur Fußgängerbrücke, die zum Gymnasium (l.) führt. - © Jens Reddeker
Idyllische Lage: Die Siedlung am rechten Werreufer erstreckt sich auf unserem Luftbild bis zur Fußgängerbrücke, die zum Gymnasium (l.) führt. | © Jens Reddeker

Löhne Schwarzbauten an der Werre droht der Abriss

Siedlung zwischen Bürgerwald und Werre: Für die Gebäude, die dort seit über 40 Jahren stehen, hat es nie eine Baugenehmigung gegeben

Dirk Windmöller

Löhne. Seit mehr als 40 Jahren existiert die kleine Siedlung mit Wochenendhäusern an der Werre direkt neben der Fußgängerbrücke, die zum Gymnasium führt. Probleme gab es mit den Häusern nie. Bis vor ein paar Wochen. Bei einer Überprüfung stellte sich heraus, dass es für keines der gut zehn Häuser eine Baugenehmigung gibt. Baudezernent Wolfgang Helten sieht mittelfristig keinen anderen Weg als den Abriss der Häuser. Gabriele Schmidt, Eigentümerin der Fläche, kündigt für diesen Fall juristische Schritte an. Idyllisch liegen die Häuser zwischen dem kleinen Bürgerwald und der Werre. Zum Teil wurde erst in den vergangenen Jahren erneut in die Gebäude investiert. Sie stehen auf Parzellen, die immer eine kleine Gartenfläche bieten. Nah an der Stadt und mit Blick auf den Fluss: ein schöner Ort, um seine Freizeit zu verbringen. Wenn es schlecht für die Pächter läuft, dann ist die Idylle schon bald keine mehr. "Während der Planungen des Innenstadtentwicklungskonzepts (ISEK) haben wir uns mit einem Vertreter der Bezirksregierung Flächen entlang der Werre angeschaut, weil ja der Wunsch besteht, den Fluss stärker in die Stadt zu integrieren", sagt Baudezernent Wolfgang Helten auf Nachfrage der NW. Dabei habe sich die Frage nach den Baugenehmigungen für diese Häuser gestellt. Die Recherche im Baumamt der Stadt fiel ernüchternd aus: "Für diese Häuser gab es nie eine Genehmigung. Das sind Schwarzbauten", sagt Helten. Wie es dazu kommen konnte, lasse sich nicht mehr rekonstruieren.  "Die Häuser stehen dort schon so lange, dass man immer davon ausging, dass es für sie eine Genehmigung gibt." Die Häuser jetzt nachträglich zu legalisieren, ist aus Sicht von Helten aus juristischen Gründen nicht möglich. "Die müssen wahrscheinlich in absehbarer Zeit geräumt und abgerissen werden", so der Baudezernent. Eine Möglichkeit hätte es gegeben, wenn es sich bei der kleinen Siedlung um eine Kleingartenanlage handeln würde. "Das ist aber nicht der Fall. Es gibt weder einen Verein noch eine Satzung", so Wolfgang Helten. Dass die Wochenendhäuser an der Werre keine Zukunft mehr haben könnten, das zeigte auch die Stellungnahme von Bürgermeister Bernd Poggemöller in der Ratssitzung. "Wir haben den Eigentümern der Gebäude geraten, dort keine Investitionen mehr vorzunehmen", hatte er letzte Woche gesagt.  Die Stadt will jetzt in Absprache mit der Eigentümerin der Fläche und den Eigentümern der Häuser das weitere Vorgehen abstimmen. Flächeneigentümerin Gabriele Schmidt hat für den drohenden Abriss der Häuser an der Werre kein Verständnis. "Da gab es über 40 Jahre keine Probleme. Und jetzt auf einmal sollen das Schwarzbauten sein?", ärgert sie sich. Die Pächter der Parzellen seien in heller Aufregung. "Das werden wir auf gar keinen Fall hinnehmen. Sollte es zu einer Abrissverfügung kommen, werden wir dagegen juristisch vorgehen", kündigt Schmidt an.

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