Starten das Projekt: Integrationslotsen haben am Freitag mit den Schulungen im Haus der Beratung begonnen. - © Foto: Dennis Bleck
Starten das Projekt: Integrationslotsen haben am Freitag mit den Schulungen im Haus der Beratung begonnen. | © Foto: Dennis Bleck

Löhne Integrationslotsen erleichtern den Start in Löhne

Die Arbeiterwohlfahrt und die Stadt unterstützen zugewanderte Familien in ihrem Alltag

Dennis Bleck

Löhne. „Nach einem gemeinsamen Gespräch zwischen der Stadt und der AWO sind wir dazu gekommen, dass Geflüchtete Unterstützung brauchen", erklärt Iris Wolter. Die Leiterin der Fachdienste für Migration und Integration der Arbeiterwohlfahrt startet daher nun ein Projekt, das der Unterstützung von zugewanderten Familien mit Kindern unter sechs Jahren dienen soll. Geleistet wird die Integrationsarbeit dabei von Menschen,die selbst einen Migrationshintergrund haben und aus der eigenen Biografie und ihren Erfahrungen schöpfen können. Die Hilfestellung, die die so genannten Integrationslotsen leisten, ist dabei ganz unterschiedlich. Neben einfachen Behördengängen sollen auch Möglichkeiten der Freizeitgestaltung vorgestellt und besondere Kinderbetreuung ermöglicht werden. „Bei der Zusammenstellung unsere Lotsen haben wir bewusst darauf geachtet, dass wir viele verschiedene Charaktere in unser Team aufnehmen", sagt Wolter. Denn schließlich sei es für eine gelungene Integration wichtig, die unterschiedlichen Kulturen und Muttersprachen der Migranten zu berücksichtigen. „Weiterhin haben wir versucht, möglichst viele Interessen abzudecken. Während die einen Lotsen eher sportliche Aktivitäten mit den Kindern betreiben sollen, können ältere Lotsen aufgrund ihrer Erfahrung als Ansprechpartner für die Eltern der Kindern dienen", betont Wolter. Jeder kann Lotse werden Um die Lotsen optimal auf ihren Einsatz und die Fragen in den Familien vorzubereiten, finden Schulungen statt. In 25 Stunden lernen die Integrationshelfer dabei alles, was ihre tägliche Arbeit erleichtert. „Schwerpunktthemen sind zum Beispiel Nähe und Distanz, Familiendynamiken aber auch die Kultur. Und zwar die eigene und das Fremde", unterstreicht Wolter. Darüber hinaus finden regelmäßige Teamsitzungen statt, die durch die Kolleginnen Dagmar Stenzel-Scheding und Fatima Gharsallah betreut werden. „Tendenziell kann jeder Lotse werden", sagt Gharsallah. Allerdings sei ein Migrationshintergrund von Vorteil. Zudem müsse Spaß und Freude an der Arbeit mit Kindern sowie Sprachkenntnisse vorhanden sein. Mehdi Ben Arbia verkörpert diese Eigenschaften. Der Tunesier ist erst seit drei Jahren in Deutschland, studiert im dritten Semester Politikwissenschaften und Geschichte an der Universität in Bielefeld und freut sich auf die neuen Herausforderungen: „Ich möchte mein Wissen an die Familien weitergeben und ihnen dabei helfen, schnell und gut in Deutschland anzukommen." Erstkontakt in den Familien Die Sozialarbeiter nicht zu ersetzen, sondern diese in ihrer täglichen Arbeit durch die Integrationslotsen zu unterstützen, ist ein Anliegen von Jugendamtsleiter Jürgen Förster. Dieser weist in dem Zusammenhang darauf hin: „Durch die Lotsen findet ein Erstkontakt in den Familien statt. Aufgrund der ähnlichen Kultur und den Sprachkenntnissen haben sie zunächst andere Möglichkeiten als die Sozialarbeiter. Je intensiver die Betreuung dann wird, desto notwendiger wird schließlich auch deren Arbeit." Um die Familien auf das neue Angebot aufmerksam zu machen, sollen in der nächsten Zeit Kindergärten und andere Multiplikatoren angesprochen werden, die das Projekt dann verbreiten sollen. „Insgesamt bin ich allerdings sehr beeindruckt, wie gut das Projekt bislang angelaufen ist", sagt Förster erfreut.

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