Überfall: Der Edeka-Neukauf Brinkmann an der Steinstraße ist vergangenes Jahr überfallen worden. - © Ulf Hanke
Überfall: Der Edeka-Neukauf Brinkmann an der Steinstraße ist vergangenes Jahr überfallen worden. | © Ulf Hanke

Löhne Supermarkt-Räuber bekommt sieben Jahre Haft

Nachdem der Angeklagte mit einem Komplizen 10.400 Euro aus einem Edeka-Markt in Löhne erbeutet hatte, fiel nun das Urteil

Dennis Bleck
Nils Middelhauve

Löhne/Bielefeld. Sieben Jahre Haft: Dieses Urteil fiel nun am Bielefelder Landgericht für den Supermarkt-Räuber Volker F. (Name geändert). Aufgrund des umfangreichen Geständnisses des Angeklagten bestand für das Gericht kein Zweifel an der Tat. Da F. stark heroinabhängig ist und den Überfall vor allem wegen seines Suchtdrucks beging, werden eineinhalb Jahre der Haft in einer Entzugsklinik stattfinden. Weiterhin droht dem verurteilten Räuber eine anschließende Sicherheitsverwahrung. In seiner Urteilsverkündung erklärte Richter Carsten Wahlmann, dass diese jedoch zu einem späteren Zeitpunkt erneut geprüft werde, falls der Entzug des 62-jährigen Löhners erfolgreich sei: „Man kann zum gegebenen Zeitpunkt noch nicht davon ausgehen, dass der Entzug funktioniert und muss den Ist-Zustand zur Beurteilung hinzuziehen", begründete Wahlmann. Neben der Drogenabhängigkeit seien vor allem die erheblichen Vorstrafen, die mehrfache Haft und die hohe Rückfallgefahr des Täters negativ ins Gewicht gefallen. Positiv wirkte sich hingegen das Geständnis aus, das F. Anfang Oktober abgelegt hatte. Angeklagter zeigt sich therapiebereit Dort gestand der Löhner, dass er gemeinsam mit seinem bereits verurteilten Komplizen (Strafe: sechseinhalb Jahre Gefängnis) den Edeka-Markt an der Steinstraße in Löhne überfallen und Bargeld in Höhe von 10.400 Euro sowie Sperrmüllgutscheine im Wert von 750 Euro erbeutet habe. Mit einer Spielzeugwaffe trieben die Männer die Angestellten des Supermarktes im Kassenbüro zusammen, nachdem sie zuvor eine Mitarbeiterin am Personaleingang bedroht hatten. Anschließend erzwangen sie die Öffnung des Tresors und schüchterten die Angestellten ein, indem sie ihnen mitteilten, dass sie sich der Kennzeichen der vor dem Geschäft geparkten Autos gemerkt hätten. Außerdem wisse man, dass eine der Mitarbeiterin Mutter sei. Volker F. zeigte sich grundsätzlich therapiebereit, erklärte jedoch vor der Urteilsverkündung: „Wenn es zur Sicherheitsverwahrung kommt, bleibe ich lieber im Knast und mache Party." Ob er gegen das Urteil Berufung oder Revision einlegt, ist ungewiss.

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