Die Polizei bleibt am jetzigen Standort im Gewerbezentrum Löhne. - © Susanne Barth
Die Polizei bleibt am jetzigen Standort im Gewerbezentrum Löhne. | © Susanne Barth

Löhne Polizei bleibt im Gewerbegebiet

Der Verein „Löhne umsteigen“ wünscht sich einen Umzug in den Bahnhof. Mietvertrag der Wache läuft noch bis 2023

Löhne. Ein Kriminalitätsschwerpunkt ist der Löhner Bahnhof nicht. Dennoch wünscht sich der Verein „Löhne umsteigen" dort mehr Polizeipräsenz. Des sicheren Gefühls wegen. „Der Tunnel ist unheimlich, da keine soziale Kontrolle da ist", sagt der erste Vorsitzende Günther Willig. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bahnhof zu beleben und dazu gehört ihrer Meinung nach auch der Einzug der Polizeiwache. Seit dem 4. August 1999 ist die Polizei im Gewerbegebiet Löhne. Das soll vorerst auch so bleiben: „Über eine Abwanderung wird nicht diskutiert", sagt Polizeisprecher Steven Haydon gegenüber der Neuen Westfälischen. Die Behörde hat die Räume an der Oeynhausener Straße gemietet. Wie bei jedem Mieter gelte auch für die Polizei die gesetzliche Kündigungsfrist. „Unser laufender Mietvertrag gilt bis 2023", so Haydon. Die Länge des Vertrages beunruhigt den Verein „Löhne umsteigen" nicht. Im Gegenteil. „Es ist ein großer Vorteil. Wir haben jetzt die Zeit, alles zu planen", sagt Willig, der deutlich sagt, dass die Polizei „nicht an den Rand eines Gewerbegebiets gehört". Der perfekte Platz wäre der Bahnhof, ist sich der Vorstand sicher. Intensiv haben die Mitglieder schon nach Möglichkeiten gesucht, wo eine Wache im bestehenden Gebäude unterzubringen wäre. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Räume sind zu klein, die Fläche reicht nicht aus, einige Bereiche befinden sich in Hochparterre und sind nicht barrierefrei. Neubau ist als moderner Kubus geplant Doch so schnell gibt der Verein nicht auf. Der Vorstand hat sich überlegt, einen Teil des westlichen Flügels abzureißen und dort ein Gebäude zu errichten, in das eine Polizeiwache einziehen könnte (siehe Grafik). Der Neubau ist als moderner Kubus geplant. „Das ist aber nur eine Vision", sagt Willig. Klar sei, wenn die Polizei den Bahnhof als zukünftigen Standort in Erwägung ziehen würde, ist ein neues Gebäude notwendig. Alles andere sei bautechnisch nicht möglich. Die Ideen will der Verein mit der Denkmalbehörde abstimmen. „Aber wir müssen das Denkmal wirtschaftliche erhalten", sagt Willig. „Sonst verfällt es." Dazu zähle nicht nur die Wache, sondern auch die Belebung der Eingangshalle durch beispielsweise einen Bäcker. Die Sicherheit am Bahnhof ist ein ständiges Thema in der Stadt. Vor einem Jahr hat die Löhner Bürger Allianz (LBA) im Rat eine dauerhafte Überwachung seitens der Polizei gefordert. Das ist nicht passiert. „Man muss zwischen der objektiven Sicherheitslage und dem Sicherheitsgefühl der Bürger differenzieren", schrieb Polizeidirektor Dirk Zühlke an den Bürgermeister. Und die gefühlte Unsicherheit stehe in keinem Verhältnis zur Kriminalitätslage. Wir müssen verantwortlich mit den Steuergeldern umgehen Zwischen 1. Juli 2014 und 30. Juni 2015 sei es am Bahnhof zu Einsätzen im geringen dreistelligen Bereich gekommen. „Insofern findet rein statistisch ein polizeilicher Einsatz nicht täglich, sondern einmal in mehreren Tagen statt." Und nicht jeder Polizeieinsatz bedeutet, dass es zu einer Straftat gekommen ist. Nach Angaben des Polizeidirektors wurden Delikte im unteren zweistelligen Bereich verübt. Zühlke räumte ein, dass jedoch die Kriminalitätsbelastung im Löhner Bahnhof im Vergleich zum Bünder Bahnhof deutlich höher liege. Dennoch steht ein Umzug momentan nicht zur Debatte. Wenn sich daran etwas ändern sollte, hätte die Polizei die Möglichkeit, ihren jetzigen Standort zu kündigen, so Haydon. Jedes Objekt werde taktisch abgewogen. Wie ist man angebunden, wie schnell kommt man von A nach B und wie nah ist die Innenstadt stehe im Kontext zu wirtschaftlichen Aspekten, teilt der Polizeisprecher mit und weiter: „Wir müssen verantwortlich mit den Steuergeldern umgehen und abwägen, welches Objekt sinnvoll ist."

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