Spürt den Gegenwind: Nicht nur am Löhner Bahnhof will Dorothea Zwölfer für mehr Sicherheit sorgen. Kritikern passt das gar nicht. - © Felix Eisele
Spürt den Gegenwind: Nicht nur am Löhner Bahnhof will Dorothea Zwölfer für mehr Sicherheit sorgen. Kritikern passt das gar nicht. | © Felix Eisele

Löhne Löhner Online-Petition gegen schnelle Zugdurchfahrten stark diskutiert

Kritik: Zu Dorothea Zwölfers Vorstoß für mehr Sicherheit an Bahnsteigen ist im Internet eine Debatte entbrannt

Felix Eisele

Löhne. Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten ist die in Löhne entstandene Petition zu mehr Sicherheit auf deutschen Bahnsteigen mittlerweile auch außerhalb der Region verbreitet worden. Gut zwei Wochen nach Veröffentlichung zählt Initiatorin Dorothea Zwölfer mittlerweile Menschen aus Berlin, Nürnberg, Angermünde, Ludwigshafen und sogar Luxemburg zu ihren Unterstützern. Sie alle unterzeichneten das Anliegen auf der Online-Plattform openpetition.org - und liefern sich dort eine teils hitzige Debatte mit ihren Gegnern. Wie berichtet hatte Dorothea Zwölfer in der NW von einem ICE gelesen, dessen Fahrtwind bei der Durchfahrt des Löhner Bahnhofs ein Kind zu Boden gerissen hatte. Mit einer Petition hatte sie sich daraufhin an Verkehrsminister Alexander Dobrindt gewandt, um eine Diskussion über die Sicherheit an deutschen Bahnsteigen zu entfachen. Als Lösung hatte sie Tempolimits in sowie Lautsprecherdurchsagen vorgeschlagen. Obwohl sich in der anschließenden Debatte viele Löhner positiv geäußert hatten, erntet Dorothea Zwölfer mittlerweile auch Gegenwind. So schlug etwa ein Facebook-Nutzer sarkastisch den Titel "Deutschland ausbremsen!" für die Petition vor und fürchtete negative Auswirkungen auf Mobilität und Wirtschaft. Mögliche Lösungen werden online diskutiert Ähnlich äußern sich Beobachter auf openpetition.org. "Ein Tempolimit ist unsinnig", schreibt dort ein Kommentator. "Für dieses Problem gibt es nur zwei Lösungen. Entweder die Schnellzüge auf ein Gleis fahren lassen was nicht am Bahnsteig vorbeiführt oder das Modell des japanischen Shinkansen. Dort ist die Bahnsteigkante durch Barrieren geschützt die sich erst öffnen wenn ein Zug dort hält." Dem widerspricht eine Anhängerin der Petition. Sie verweist auf die Größe des Löhner Bahnhofs: "Am Löhner Hauptbahnhof wäre es durchaus möglich, durchfahrende Züge auf andere Gleise fernab der Bahnsteige umzuleiten." Zudem, so schreibt ein weiterer Unterstützer, müsse Sicherheit Vorrang vor anderen Interessen genießen. Aus dem gleichen Grund spricht sich auch Sylvia Kreye aus Wien für Tempolimits aus. "Eine Geschwindigkeitsbegrenzung an Bahnhöfen wäre - vor allem auch im Hinblick auf die oftmals viel zu schmalen Bahnsteige - längst überfällig", schreibt sie. "Nicht nur Kinder, sondern auch ältere und behinderte Menschen sind in Gefahr." Joachim Wenking aus Löhne sind derweil eher die fehlenden Warndurchsagen ein Dorn im Auge: "Das kann nicht akzeptiert werden."

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