Handeln gemeinsam: Der Regisseur Christoph Nick (l.) präsentiert mit dem Vorsitzenden des Limulunga Vereins, Hans-Jürgen Hübner, den Film "Reise zu Oma Sikota", der ein berührendes Familienschicksal dokumentiert. - © Raphaela Russkamp
Handeln gemeinsam: Der Regisseur Christoph Nick (l.) präsentiert mit dem Vorsitzenden des Limulunga Vereins, Hans-Jürgen Hübner, den Film "Reise zu Oma Sikota", der ein berührendes Familienschicksal dokumentiert. | © Raphaela Russkamp

Löhne/Bad Oeynhausen Verein Limulunga zeigt Kinofilm

Premiere: Als Dankeschön an die vielen heimischen Unterstützer zeigt der Verein den Dokumentarfilm "Reise zu Oma Sikota"

Raphaela Rußkamp

Löhne/Bad Oeynhausen. Im Rahmen einer fröhlichen Veranstaltung feierte jetzt der Film "Reise zu Oma Sikota - Der Weg zur Hoffnung" Premiere in der UCI Kinowelt. Er ist das Ergebnis einer vier Jahre währenden Begleitung des Liyoyelo-Projekts durch Regisseur Christoph Nick. Dass die Wahl auf das Oeynhauser Kino fiel war dabei kein Zufall, sondern ein Dankeschön an die zahlreichen Löhner Unterstützer des Projekts. Hierbei wurde kein Eintrittsgeld verlangt, aber um Spenden gebeten. Die Dokumentation handelt eigentlich von dem Austauschprojekt einer Hamburger Verbindungsschule, welche seit wenigen Jahren einige Schüler einmal im Jahr nach Sambia entsendet. "Aber es wird eher eine Familiengeschichte beleuchtet", sagt Christoph Nick. Denn tatsächlich steht hinter der Entstehung des Liyoyelo-Projekts ein berührendes Schicksal. Die Großmutter Sikota, nach der der Film benannt wurde, verlor drei ihrer vier Kinder an Aids und musste anschließend alleine für ihre sieben Enkelkinder sorgen. Die einzige überlebende Tochter Annie hatte einen deutschen Entwicklungshelfer, Michael Scholz geheiratet, dessen Idee es war ein Projekt für Aidswaisen ins Leben zu rufen. Heute leben in dem Dorf 22 Mädchen und pflegebedürftige ältere Frauen die ebenfalls ihre Familie verloren und nun niemanden mehr haben, der für sie sorgt. Der Verein Limulunga unterstützt das Projekt mit finanziellen Mitteln und entsendet eine Delegation, die sich das Dorf vor Ort ansieht. "Es ist ein hoffnungsvoller Film, trotz der schweren Thematik", sagt Christoph Nick. In der Dokumentation zeige sich immer wieder die besondere Mentalität der Menschen, die trotz ihrer Situation optimistisch bleiben. Dies wird auch durch die Aussage des Regisseurs bestätigt, der die "erstaunliche Kraft der Menschen, mit dem Schicksal fertig zu werden" hervorhebt. Nick selbst lebte sechs Jahre in Sambia, wo das Liyoyelo-Projekt beheimatet ist, da seine Frau im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit arbeitete. "Wenn man vor Ort lebt, in der Kultur, ist das ein ganz anderes Verständnis", meint er. Die Menschen würden sich wenn sie den Filmenden kennen ganz anders öffnen. Durch seine Verbindung konnte er das Leben in dem Dorf besser dokumentieren. "Die Bildung ist das höchste Ziel", sagt indes Hans-Jürgen Hübner, der erste Vorsitzende des Limulunga Vereins. Die Behandlung der Krankheit sei nicht das größte Problem, da der sambische Staat viel tun würde. Es mangele eher an Lebensmitteln, der Chance auf Bildung und einer Unterbringung. "Ich denke, dass der Film die Möglichkeit hat, in dem ein oder anderen ein Samenkorn zu legen, um etwas Großes zu ermöglichen", so Hübner zum Publikum.

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