Blättern in Geschichte: Chronist Friedel Schütte mit Zeitzeugin Erna Richter (99), der Tochter von Albert Gellermann. - © Ulf Hanke
Blättern in Geschichte: Chronist Friedel Schütte mit Zeitzeugin Erna Richter (99), der Tochter von Albert Gellermann. | © Ulf Hanke

Löhne Wie ein Löhner das NS-Regime lächerlich machte

Heimatforscher Friedel Schütte hat die Geschichte von Albert Gellermann aufgeschrieben

Löhne. Der "rote Gellermann" war auf'm Dorf bekannt wie ein bunter Hund. Irgendwann in den 1930er-Jahren lackierte Albert Gellermann nämlich sämtliche Dachziegel seines Hauses in Mennighüffen Nr. 52 rot, obwohl nebenan der staatstreue Ortsbürgermeister Heinrich Geilker wohnte. "Dachziegel müssen rot, nicht braun sein", erklärte der Maler seinem Nachbarn. Und der ließ dem "dorfbekannten Dölmer" diesen Anstrich durchgehen. Für Heimatforscher Friedel Schütte ist das ein Beleg für den Mut und den politischen Witz des Mennighüffener Arbeiters. Schütte hat mehrere solcher Anekdoten um Gellermann gesammelt. Wichtigste Zeugin war Erna Richter, die älteste Tochter Gellermanns. Sie wird am Mittwoch 100 Jahre alt. Ihr Vater Albert Gellermann wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zur wichtigen Figur des Wiederaufbaus...

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