Drücken auch auf der Bühne die Schulbank: Evelyn, Lisa, Sofia, Karina, Paulina, Seda und Pascal aus dem Abschlussjahrgang. Lehrerin Ann-Kathrin verzweifelt an ihren Schülern. - © Vanessa Hellwig
Drücken auch auf der Bühne die Schulbank: Evelyn, Lisa, Sofia, Karina, Paulina, Seda und Pascal aus dem Abschlussjahrgang. Lehrerin Ann-Kathrin verzweifelt an ihren Schülern. | © Vanessa Hellwig

Löhne Zwischen Göttern und Schule

Varieté: Der Abschlussjahrgang der Bertolt-Brecht-Gesamtschule parodierte Lehrer und sich selbst

Vanessa Hellwig

Löhne. Nach dem Motto „Abilymp – wenn Götter gehen“ führten die angehenden Abiturienten eine Mischung aus Theater, Comedy und Musik vor. Hauptdarstellerin Abidite kommt neu an die BBG und muss dort das Abi bestehen, um in den Olymp aufgenommen zu werden. Dass dabei einige komische Hürden zu meisten sind, muss die neue Schülerin am eigenen Leib miterleben. Anhand eines Schattenspiels sehen die Zuschauer, wie das kleine Baby mit dem Namen Abidite aufwächst und groß wird, bis die junge Frau schließlich erwachsen ist. Weiter geht es an der Gesamtschule, wo sie nun vieles lernen muss, etwa wie die Schüler des Jahrgangs 1996 ihren Alltag meistern. Tipps bekommt sie dabei von Experten: „Man sollte vor Klausuren alle Tische rausstellen“, erklärt Mitschüler Pascal auf der Bühne ironisch. Kurzerhand kommt die Lehrerin rein und sagt die angekündigte Klassenarbeit ab, da nicht alle Schüler Platz zum Schreiben haben – Ziel erreicht. Auch dem Publikum gefällt der Humor der Jahrgangsstufe 13. „Ich habe viel gelacht heute“, sagt Marlene Niemeier. „Das Stück ist wirklich witzig gemacht. Ich musste auch sehr über die Lehrerparodie lachen, obwohl ich die Lehrer gar nicht kenne“, so die Zuschauerin. Neben dem Stück auf der Bühne zeigten die Abiturienten auch einige selbstgedrehte Videos, darunter die Lehrerparodie und eine Hiphop-Einlage. „Wir sind 67 Leute in der Stufe, und fast alle machen bei dem Varietéabend mit. Wir haben ihn als Stufe gemeinsam auf die Beine gestellt, jeder hat seine Stärken eingebracht“, erklärt Christoph Marx aus dem Abiturjahrgang. „Die Vorbereitungen auf den Abend hat auch menschlich noch einmal viele von uns nach vorn gebracht. Jeder hat so viel Engagement in die Sache hineingesteckt“, freut sich der Schüler. Auch die alljährliche Auktion, bei der Schüler ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, findet an dem Abend statt. Noch vor Beginn wurde der Logenplatz versteigert: Der höchstbietende bekam einen Platz auf dem Sofa direkt vor der Bühne, Freigetränke und Bedienung inklusive. Schulleiterin Daniela Gehring bekam den Zuschlag und somit die beste Sicht und den gemütlichsten Platz des Abends für 65 Euro. Die Schüler boten sich unter anderem auch als Reitlehrerin, Stylistin, Kellner oder als persönliche Köchinnen zur Verfügung. Der Erlös hilft bei der Finanzierung des Abiballs. Einen Gänsehautmoment gab es kurz vor dem Ende des Varietés. Die Stufe sang gemeinsam zwei Songs im Chor. Macht so ein Abend wehmütig, weil er das Ende der Schulzeit einläutet? „Noch bin ich nicht nostalgisch, obwohl der Abend quasi der Startschuss vom Ende ist“, sagt Marx. „Zu meinen Freunden werde ich eh Kontakt halten, und die anderen sieht man bestimmt zwischendurch auch noch. Wir hatten alle eine ziemlich schöne Zeit zusammen, und das kann uns keiner nehmen“, resümiert der Schüler die vergangenen 13 Jahre. Mit Sicherheit gehört nun auch der gelungene Varietéabend zu unvergesslichen Momenten an die Schulzeit.

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