Löhne Die letzte Chance für Halstern

"Dorvladen": Am 8. Februar fällt die Entscheidung, ob es in Löhne Perspektiven für dieses Konzept der Nahversorgung gibt

Dirk Windmöller

Löhne. Ralf Isemann, Frank Bemmann und Martina Vortherms setzen auf die Halsteraner. Um sie geht es   beim Engagement für den "Dorvladen". Seit Monaten  wird über dieses Konzept diskutiert. Eine Arbeitsgruppe hat unter der fachlichen Beratung von Christian Klems einen Fragebogen entwickelt. Mit diesen Bögen waren die Mitglieder der Arbeitsgruppe im Ortsteil Halstern unterwegs, um zu ermitteln, wie groß das Interesse an der Errichtung eines "Dorvladens" ist. 1.000 Fragebögen wurden verteilt. "Wir haben jeden Haushalt  in Halstern erreicht", sagt Ralf Isemann. Die Rücklaufquote ist nach Einschätzung der Gruppe zufriedenstellend: "Es sind 225 Fragebögen zurückgekommen", sagt Martina Vortherms. Als Mitarbeiterin der Stadtverwaltung sind bei ihr bisher die Fäden für das Projekt zusammengelaufen. "Die Stadt wollte den Prozess anschieben, jetzt brauchen wir eine breite ehrenamtliche Basis", so Vortherms. Die Auswertung der Bögen macht nach Einschätzung von Isemann, Bemmann und Vortherms Hoffnung.  "Auf Grundlage der Umfrageergebnisse kann man weiter machen", sagt Martina Vortherms. Einzelheiten wollen sie noch nicht nennen. Es spreche sich jedoch eine klare Mehrheit für den "Dorvladen" in Halstern aus. Auch wenn die Initiatoren von einer verlässlichen Datenbasis ausgehen, sind sie mit der Entwicklung in den letzten Monaten nicht zufrieden.  Berater Christian Klems, der das "Dorvladen"-Konzept entwickelt hat, sprach zum Beispiel bei  Informationsveranstaltungen von bis zu 80 Prozent Rücklaufquoten in anderen Orten. Davon ist Halstern mit nur 22,5 Prozent weit entfernt.  Nächstes Problem ist die mangelnde Beteiligung von Freiwilligen. Zur Bürgerversammlung im letzten Frühjahr waren  rund 140 Menschen gekommen. Von ihnen  arbeiteten nur  etwa zehn in der Gruppe mit.   "Wir brauchen mehr Unterstützer. So können wir das nicht stemmen. Die kommende Bürgerversammlung ist die letzte Chance für  den "Dorvladen" in Halstern", macht Martina Vortherms deutlich, dass es ernst ist. Gebraucht werden Menschen, die sich ehrenamtlich für den Dorvladen engagieren. "Ideal wäre es, wenn darunter auch Fachleute wären", sagt Frank Bemmann. Drei Gruppen sollen nach der nächsten Bürgerversammlung entstehen. Die erste Gruppe soll sich mit der Standort-Suche beschäftigen, die zweite kümmert sich um die Finanzierung und die dritte um den Geschäftsaufbau. Ralf Isemann, der wie Frank Bemmann in Halstern wohnt, setzt auf die Menschen, die im Ortsteil wohnen. "Ich möchte nicht drei Kilometer fahren, um ein Pfund Butter zu holen. Und ich weiß, dass es vielen Menschen so geht." Frank Bemmann ergänzt: "Der Dorvladen soll ja auch  eine soziale Funktion als Treffpunkt haben. Mittlerweile haben wir nicht mal mehr eine Kneipe hier." Mit Spannung erwartet die Gruppe den Abend der Bürgerversammlung. Dann wird sich entscheiden, ob es weiter geht. "Wenn sich keine weiteren Freiwilligen finden, dann werden wir das Projekt spätestens Ende Februar beenden", sagt Martina Vortherms.

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