Die AG "Schule gegen Rassismus spendet Schulmaterialien für Flüchtlinge - © Felix Eisele
Die AG "Schule gegen Rassismus spendet Schulmaterialien für Flüchtlinge | © Felix Eisele

Löhne Realschüler spenden für Flüchtlingskinder

Schule gegen Rassismus: Weil sie gleichaltrigen Neuankömmlingen helfen wollen, sammeln couragierte Jugendliche Schulmaterialien

Felix Eisele

Löhne. Für Toleranz und Zivilcourage setzen sich die städtischen Realschüler schon lange ein. Kein Wunder also, dass sie sich auch schützend vor Flüchtlinge stellen, die in Löhne eine neue Heimat suchen. Um dem Nachwuchs der Neuankömmlinge den Start ins deutsche Schulleben zu erleichtern, rief die AG „Schule ohne Rassismus“ jetzt eine große Sammelaktion ins Leben. Mit beachtlichem Erfolg. Für die sieben Mitglieder der schuleigenen Arbeitsgemeinschaft ist es eine klare Angelegenheit. Menschen, die vor Hunger, Krieg und Folter fliehen, muss geholfen werden. „Wir haben uns lange mit dem Thema auseinandergesetzt und waren uns einig, dass wir im Rahmen unsere Möglichkeiten helfen müssen“, sagt etwa die Zehntklässlerin Jana Wagner. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern Gina Kleinedöpke, Annika Bröker, Denise Niederbröker, Lea Horstmann, Anne Schmiedchen und Nils Wollner setzte sie ein Schreiben auf, in dem die Schüler um Sachspenden für Flüchtlingskinder baten. „Dabei haben wir bewusst auf Kleidergaben verzichtet, denn in dem Bereich wird bereits viel getan“, sagt Anne Schmiedchen. „Wichtiger waren uns Schulmaterialien, damit insbesondere die Flüchtlingskinder eine gute Bildung genießen können.“ Den Flyer verschickte die AG an Schüler und Eltern der Realschule, aber auch Schreibwarenläden und Geschäfte gehörten zum Empfängerkreis. Die Reaktionen, so sagen die Schüler, waren beachtlich: Obwohl „nur“ im November des vergangenen Jahres gesammelt wurde, kamen etliche Spenden zusammen. Schreibblöcke, Kugelschreiber, Vokabelhefte, Filzstifte, Textmarker oder sogar Duden und andere Nachschlagewerke wurden in Massen abgegeben. „Zudem ging die Kollekte vom Weihnachtsgottesdienst an die Aktion“, sagt Lehrerin Katarzyna Gräfe. „Das waren fast 80 Euro.“ Alles zusammen nahm jetzt Peter Köhn vom Löhner Sozialamt in Empfang. Er lobte das Engagement der Schüler und betonte die Wichtigkeit der Spendenaktion. „Die wenigsten nehmen auf der Flucht ihren Schultornister mit und fangen in der neuen Heimat demnach bei Null wieder an“, sagte er. Die Schulmaterialien will er nun an die Auffangklassen im Stadtgebiet verteilen, in denen Flüchtlingskinder auf die deutsche Schullandschaft vorbereitet werden.

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