Engagieren sich für die Demokratie: Das Bündnis für Vielfalt hat auch eine Demonstration gegen die Justizopferhilfe organisiert. - © Christina Nahrwold
Engagieren sich für die Demokratie: Das Bündnis für Vielfalt hat auch eine Demonstration gegen die Justizopferhilfe organisiert. | © Christina Nahrwold

Löhne/Hannover Auszeichnung für Bündnis für Vielfalt

Ehrung für Kampf gegen Justizopferhilfe / "Grenzposten für Vollpfosten" preiswürdig

Dirk Windmöller

Löhne/Hannover. Die Arbeit des Löhner Bündnisses für Vielfalt sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit. Am Donnerstag ist die Initiative mit dem Preis "Aktiv für Demokratie und Toleranz" des gleichnamigen Bündnisses ausgezeichnet worden. "Das ist eine schöne Würdigung unserer Arbeit", freut sich Jürgen Birtsch vom Bündnis für Vielfalt. Das Bündnis hatte sich gegründet, nachdem die Justizopferhilfe (JOH) in Löhne ein Büro eröffnet hatte. Seit mehreren Jahren kämpft die Initiative gegen die Aktivitäten der JOH. Die Teilnehmer organisieren Demonstrationen und veranstalten besonders fantasie- und humorvolle Aktionen. Am Rande des Löhner Oktoberfests wurde zum Beispiel ein "Grenzposten für Vollpfosten" errichtet. Damit spielten die Aktiven darauf an, dass die Mitglieder der Justizopferhilfe in dem Gebäude auch zeitweise eine "Botschaft" betrieben und die Bundesrepublik Deutschland als Staat weiter nicht anerkennen. Der Preis wurde von der Bundestagsabgeordneten Barbara Woltmann verliehen. Ihr hatte es besonders die Vollpfosten-Aktion angetan. "Sie meinte zu uns, dass das ein schönes Beispiel dafür ist, dass Humor ein wichtiger Hebel im Kampf gegen Nazis sein kann", sagt Birtsch. Die Gruppe, die den Preis in Hannover entgegennahm, betont, dass sie ihn stellvertretend für alle Löhner bekommen habe. "Wir werden hier von sehr vielen Menschen getragen. Bei der Demonstration gegen die Justizopferhilfe waren mehr als 350 Leute", sagt Birtsch. Dass es eine große Bereitschaft in der Werrestadt gebe, sich zu engagieren, werde immer wieder deutlich, wenn das Bündnis für Vielfalt um Beteiligung an Aktionen bitte. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. "Wir werden das Geld für ein Projekt verwenden, in das alle Löhner einbezogen werden sollen", kündigt Birtsch an. Das Bündnis wird weiter ein waches Auge auf die Justizopferhilfe haben. "Wir werden den Kampf fortführen, bis sie wirklich weg sind." Es will seine Aktivitäten nicht auf den Kampf gegen die JOH beschränken. "Wenn wir das Gefühl hätten, dass sich in Löhne eine fremdenfeindliche Stimmung ausbreitet, dann würden wir dieser Entwicklung entgegentreten." Darum habe man sich zum Beispiel in der Diskussion um den Verkauf der Ulenburg an die Glaubensgemeinschaft der Jesiden bemüht.

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