Mehr Auswahl beim Carsharing: Dieter Kloss (v. l.), Kay Busche, Gerold Haug, Olaf Funk, Michael Lange, Dirk Rabeneck, Petra Schepsmeier und Uwe Hofer. Im Renault Twizzy vorne: Laura Anthony. - © Christina Nahrwold
Mehr Auswahl beim Carsharing: Dieter Kloss (v. l.), Kay Busche, Gerold Haug, Olaf Funk, Michael Lange, Dirk Rabeneck, Petra Schepsmeier und Uwe Hofer. Im Renault Twizzy vorne: Laura Anthony. | © Christina Nahrwold

Löhne Sechs Fahrzeuge im Carsharing-Pool

Nutzern stehen drei weitere E-Mobile zur Verfügung / Bislang 2.615 Fahrtkilometer

Christina Nahrwold

Löhne. Laura Anthony ist von der guten Tat überzeugt. "Es ist wichtig, E-Mobilität weiter voranzutreiben. Das ist in anderen Ländern gang und gäbe", meint die Inhaberin der Firma "Die Zeltemacherin". Ihren Renault Twizzy, ein E-Mobil, hat sie sich als Firmenwagen angeschafft. Den können ab sofort auch andere Nutzer des Carsharings Werrestromer testen. Denn der kleine lautlose Wagen ist Teil der Fahrzeugflotte. Abholstation ist die Koblenzer Straße 132. Teilen statt besitzen - das ist die Idee des Löhner Carsharings. E-Mobile sollen dabei ein Impulsgeber sein, aber auch fossile Fahrzeuge können Teil des Pools werden. Angestrebt sei ein "Mobilitätsmix", betonte Uwe Hofer, Ideengeber für das Carsharing-Projekt, beim Einweisungstermin der letzten Woche. Doch wie viele Bürger nutzen das Angebot tatsächlich? Und wie häufig? Erstmals legten die Initiatoren Zahlen auf den Tisch. 35 Nutzer sind registriert, von ihnen nutzen elf das Carsharing aktiv und buchen mehrfach. Insgesamt legten die Nutzer 2.615 Fahrtkilometer seit Februar hin, im Schnitt gab?s drei Buchungen pro Woche. Das mit Abstand liebste Fahrzeug der Nutzer ist der E-Kangoo (75 Prozent der Buchungen). Der steht am Rathaus und ist als Kastenwagen besonders praktisch für den Transport. 25 Prozent der Buchungen entfielen auf den Opel Ampera in Ostscheid. Das hat Flottenadministrator Olaf Funk errechnet - und ist halbwegs zufrieden mit dem Ergebnis. "Es ist kein Problem, wenn das Carsharing noch nicht so stark angenommen wird. Wir können das Projekt langsam wachsen lassen und sind nicht von Umsatz abhängig." Denn alle Fahrzeuge werden quer genutzt. Erfreulich für das Projekt: Die Fahrzeugflotte ist wieder gewachsen. Das heißt auch mehr Appetithäppchen in Sachen E-Mobilität. Neben Laura Anthony erweitert das Autohaus Bollmeyer aus Bad Oeynhausen mit einer Mercedes B-Klasse das Angebot. Und die Westfalen-Weser-Netz gibt mit einem Nissan Leaf ebenfalls ein Elektroauto in den Pool. Das sollen Interessenten vorerst ein bis zwei Monate testen können. "Ein Brot- und Butterfahrzeug", meinte Dirk Rabeneck von der Westfalen-Weser-Netz bei der Vorstellung der neuen Fahrzeuge. Rund 120 Kilometer Reichweite - gut geeignet also für den Stadtverkehr - und mit der Schnellladung schon in 25 Minuten zu 85 Prozent aufladbar. "Da kann man gemütlich zwischendurch ?nen Kaffee trinken gehen", meinte Rabeneck schmunzelnd. Als Standort ist Bad Oeynhausen angedacht, zunächst in der Galileistraße bei Olaf Funk, mittelfristig aber in Kurparknähe. Die Stadt Bad Oeynhausen wird über die Ladestation noch entscheiden. Nutzer Gerold Haug aus Bad Oeynhausen ist vom Carsharing längst überzeugt - und wartet nur darauf, dass es auch in Bad Oeynhausen Autos zum Teilen gibt. "Wir machen seit Jahren nachbarschaftliches Carsharing", sagt der 70-Jährige. Auch wenn er am liebsten den Drahtesel bedient: Der Renault Twizzy hatte es Haug angetan. "Der ist ulkig, nicht protzig", meinte er begeistert.

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