Suchen nach Perspektiven fürs Carsharing: Laura Anthony (v. l., Die Zeltemacherin), Olaf Funk (Flottenadminstrator beim Carsharing), Dirk Rabeneck (Westfalen Weser Netz), Dieter Schröder (Zahntechnik), Kay Busche (MHV), Uwe Hofer (Beratender Ingenieur und Sprecher Klimabündnis), Anett Funk (CX9 Systems), Ursin Wieneke (Alternative Fahrzeugtechnologie) und Petra Schepsmeier (Klimabündnis Löhne und städtische Umweltberaterin). - © Christina Nahrwold
Suchen nach Perspektiven fürs Carsharing: Laura Anthony (v. l., Die Zeltemacherin), Olaf Funk (Flottenadminstrator beim Carsharing), Dirk Rabeneck (Westfalen Weser Netz), Dieter Schröder (Zahntechnik), Kay Busche (MHV), Uwe Hofer (Beratender Ingenieur und Sprecher Klimabündnis), Anett Funk (CX9 Systems), Ursin Wieneke (Alternative Fahrzeugtechnologie) und Petra Schepsmeier (Klimabündnis Löhne und städtische Umweltberaterin). | © Christina Nahrwold

Löhne Carsharing-Projekt sucht neue Partner

Initiatoren des WerreStromer-Projekts hatten Kommunen und Unternehmen eingeladen

Christina Nahrwold

Mehr als fünf Monate hat das Pilotprojekt WerreStromer - Carsharing Löhne schon hinter sich. Petra Schepsmeier vom Klimabündnis ist sich sicher: "Es kann nicht mehr zerbrechen. Das Carsharing kann nur wachsen." Die Initiatoren des Projektes hatten gestern Nachbarkommunen, Unternehmen und potentielle Partner eingeladen, um Perspektiven für das Teilen von Autos auszuloten - und auch Problemstellen zu diskutieren. Eines der Ergebnisse: Bald wird neben den vier vorhandenen Fahrzeugen ein Renault Twizy den Pool vergrößern. Das kleine Fahrzeug mit Seltenheitswert stellt Laura Anthony, Inhaberin von "Die Zeltemacherin" an der Koblenzer Straße. Und auch das Autohaus Mercedes Bollmeyer könnte bald zu den Fahrzeuggebern gehören. Ein E-Mobil der B-Klasse wurde dort kürzlich verkauft, jetzt ist ein weiteres Modell vorbestellt. "Die B-Klasse wird das Autohaus in Herford und in Bad Oeynhausen zur Verfügung stellen", erläuterte Olaf Funk, Flottenadministrator des Carsharings.35 Nutzer, vier Fahrzeuggeber Der Status Quo: 35 Nutzer, vier Fahrzeuggeber, 2.500 Klicks auf der Homepage. Zwar würden ihm die Nutzer die E-Mobile derzeit nicht "unterm Hintern wegreißen", sagte Uwe Hofer vom Klimabündnis Löhne, "aber wir wachsen kontinuierlich. Wir bekommen Angebote für Fahrzeuge und Anfragen neuer Mitglieder." Beim Strategiegespräch trafen sich unter anderem der Klimaschutzbeauftragte aus Bad Oeynhausen mit einem Fahrzeugtechnologiebetreiber aus Detmold und dem Löhner Unternehmer Dieter Schröder. Er ist Inhaber eines Dentallabors und hat immerhin sechs dienstlich genutzte Fahrzeuge, die am Wochenende kaum Kilometer fahren. Ob er die in den Fahrzeugpool geben wird? "Ich weiß nicht, ob ich am Wochenende noch Lust habe, Schlüssel zu übergeben", meinte Schröder. Diese unbequeme Lücke wird sich Ende des Jahres schließen: Dann wird umgerüstet auf ein Buchungssystem per App. Damit müssen Fahrzeuggeber den Schlüssel an Nutzer nicht mehr übergeben.Vor allem für Wenigfahrer ist Carsharing interessant Für Bad Oeynhausen könnte das WerreStromer Projekt wegweisend sein. Hier gibt's bisher keine Möglichkeit, sich fossile Fahrzeuge oder E-Mobile zu teilen - und damit auch Kosten zu sparen. "Wer nur 7.000 Kilometer im Jahr fährt, für den ist Carsharing eine Kostenersparnis. Das ist erwiesen", so Hofer. Kay Busche von der Minden Herforder Verkehrsgesellschaft (MHV): "Ich würde mir für Bad Oeynhausen wünschen, dass hier zwei, drei Fahrzeuge zur Verfügung stehen." Dominique Diederich, Klimaschutzbeauftragter der Stadt, machte noch nicht allzu große Hoffnungen, könnte sich aber eine gemeinsame Strategie mit dem Carsharing Löhne vorstellen. In der nächsten Woche sei geplant, nach einem geeigneten Platz für eine Ladestation zu suchen. "Wir hatten mehrere Anfragen wegen einer Ladestation", so Diederich. Wenn das Löhner Projekt auch Ableger in Herford und Bad Oeynhausen wirft, würde der Name Programm: Stromer fahren entlang der Werre. Hofer versicherte aber: "Wir werden uns den fossilen Fahrzeugen nicht verschließen." Grundlegend ist die optimale Quernutzung von Fahrzeugen. Ursin Wieneke, Inhaber der Firma Alternative Fahrzeugtechnologie aus Detmold, ist sich sicher: "Carsharing macht gerade im ländlichen Raum Sinn. In Großstädten ist der Nahverkehr so gut ausgebaut, da müssen wir weg von der Blechlawine."

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