Künstlerin Angela Kaiser (v. l.) und ihre drei Helfer aus dem Plumpaquatsch Nuria, Lina und Elias haben die ersten Sterne auf den großen Himmel im Schlafraum gemalt. - © FOTO: ANTONIA WEGENER
Künstlerin Angela Kaiser (v. l.) und ihre drei Helfer aus dem Plumpaquatsch Nuria, Lina und Elias haben die ersten Sterne auf den großen Himmel im Schlafraum gemalt. | © FOTO: ANTONIA WEGENER

Löhne Mittagsschlaf unter Sternenhimmel

Kinder und Künstlerin gestalten Wände des neuen Raums im Kindergarten Plumpaquatsch

VON ANTONIA WEGENER

Löhne."Die Drei sind echt schneller als jeder Mitarbeiter, den ich jemals hatte", sagt Angela Kaiser. Die Künstlerin steht mit Lina, Elias und Nuria im Schlaf- und Therapiezimmer vom Plumpaquatsch. Gemeinsam mit den Kindergartenkindern befreien sie das neue Zimmer im Gohfelder Kindergarten vom tristen Weiß. Ein königsblauer Sternenhimmel und eine dämmrige Berg- und Hügellandschaft entstehen an den Wänden und der Decke des neuen Rückzugsorts für die Kinder vom Plumpaquatsch.

"Was, du bist schon wieder fertig?", fragt Angela Kaiser den kleinen Elias überrascht. "Na, was willst du denn dann als Nächstes malen?" Elias weiß das allerdings auch nicht so recht. "Wie wäre es denn mit Tieren?", schlägt die Malerin vor. Elias ist begeistert von der Idee und sitzt auf heißen Kohlen. "Ja, dann brauche ich aber ganz schnell braun."

Information

Einweihung des Himmelszelts

Eingeweiht wird der neue Raum gemeinsam mit den Kindern.

Dafür ist eine Übernachtung im Kindergarten geplant. "Da wird das Zimmer bestimmt heiß begehrt sein ", sagt Claudia Favier.

Auch die Eltern bekommen an einem Elternabend eine Führung im Himmelszelt.

Das fertige Kunstwerk ist auf der Internetseite des Kindergartens Plumpaquatsch zu sehen unter www.kiga-plumpaquatsch.de (anton)

"Ich bin von meinen drei Helfern wirklich total begeistert", sagt Kaiser. Bisher hat die Potsdamer Designerin noch nie mit einem Kindergarten zusammengearbeitet. "Nur privat habe ich mal mit Kindern Zimmer gestaltet, aber einen Himmel male ich hier im Plumpaquatsch zum ersten Mal." Erst vor einem halben Jahr hat sich die freiberufliche Raum-Designerin auf die "Himmelmalerei" spezialisiert, wie sie es selbst nennt.

Sie verwandelt triste Decken in sternenklare oder sonnige Himmelszelte. Zuvor arbeitete die gebürtige Bad Oeynhausenerin in Berlin hinter den Kulissen der Oper, für Musicals wie "West Side Story" oder "Cats" sowie für die Babelsberger Filmstudios.

"Mir selbst macht das Gestalten von Decken unheimlich Spaß, und wie man sieht, den Kindern auch." Lina und Nuria wagen sie nach der Berglandschaft an den Himmel. Dort ist bisher noch kein einziger Stern zu sehen. Doch das ändert sich innerhalb weniger Minuten. So genau können die beiden Mädchen nicht sagen, was ihnen am besten am ganzen Malprojekt gefällt. "Aber es macht auf jeden Fall viel Spaß mit richtigen Farben an der Wand zu malen", sagt die 4-jährige Lina. "Normalerweise habe ich nämlich nur Stifte und Papier zum Malen."

Vor einigen Monaten wurde Designerin Kaiser von einer ehemaligen Mitschülerin, die zwei Kinder im Plumpaquatsch hat, gefragt, ob sie Interesse habe, einen Himmel im Kindergarten zu malen. "Dass die Eltern bei uns oft selbst die Initiative ergreifen, ist keine Seltenheit", sagt die Kindergartenleiterin Claudia Favier. "Das große Engagement der Eltern hat sich auch bei der Gestaltung für unseren neuen Raum gezeigt." Das Zimmer direkt unter dem Dach wurde erst vor kurzem fertiggestellt und ist zum einen für Therapiestunden, aber auch für das kleine Nickerchen in der Mittagszeit im integrativen Kindergarten gebaut worden.

Über die gute Zusammenarbeit von Künstlerin und Kindern freut sich Favier. "Angela, du hast die Drei so ganz selbstverständlich mit einbezogen, jetzt seid ihr in eure Farbewelt abgetaucht", sagt sie zu Kaiser und lacht. Doch auch die Raum-Designerin kann sich nicht beklagen. "Sie sind nicht nur schnell und motiviert, sondern waren von Anfang an total aufgeschlossen und kreativ."

Das Projekt hat ihr außerdem wieder gezeigt, wie viel Spaß die Arbeit mit Kindern macht. "Im Raum Bad Oeynhausen hätte ich total Lust, mehr Projekte dieser Art in Kindergärten oder Kliniken zu machen", sagt Kaiser.

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