Schulsozialarbeit: Die Anforderungen sind vielfältig. Es geht um Unterstützung von Schülern, Lehrern und Eltern in den unterschiedlichsten Situationen des Schulalltages. Foto: Gerald Dunkel - © Gerald Dunkel
Schulsozialarbeit: Die Anforderungen sind vielfältig. Es geht um Unterstützung von Schülern, Lehrern und Eltern in den unterschiedlichsten Situationen des Schulalltages. Foto: Gerald Dunkel | © Gerald Dunkel

Löhne Mehr Sozialarbeit an der Gesamtschule

Bedarf: Verschiedene Schulen möchten ihr Angebot an Schulsozialarbeit ausweiten. Möglich ist das nach Einschätzung der Verwaltung zurzeit nur für die Bertolt-Brecht-Gesamtschule

Dirk Windmöller

Löhne. Vier Löhner Schulen möchten zusätzliche Schulsozialarbeit anbieten oder auch das vorhandene Angebot fortsetzen. Entsprechende Anträge der Bertolt-Brecht-Gesamtschule, der Goethe-Realschule, des Gymnasiums und der Grundschule Löhne-Bahnhof sind bei der Stadt eingegangen. Den Zuschlag wird wohl nur die Gesamtschule bekommen. So sieht es zumindest ein Beschlussvorschlag für die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 21. Juni vor. Die Verwaltung erkennt an, dass an allen Schulen Bedarf herrscht, die Not an der Gesamtschule aber am größten ist. Rund 1.000 Schüler gehen zur Gesamtschule. Mit Beginn des Schuljahres 2018/19 werden dort etwa 65 Schüler mit erhöhtem Förderbedarf unterrichtet. Dazu kommen die zugewanderten Schüler in zwei internationalen Lerngruppen. Schüler, Eltern und Lehrer unterstützen Bisher gibt es an der Schule eine Vollzeitstelle Schulsozialarbeit sowie zehn Wochenstunden Schulsozialarbeit im Rahmen von Bildung und Teilhabe (BuT). Das reicht aber nach Einschätzung der Schule nicht aus.„Unsere Schüler brauchen weitere kompetente Ansprechpartner und Hilfe, die über das hinausgeht, was wir zu leisten imstande sind“, schreibt Uli Brosowski, didaktischer Leiter der Gesamtschule im Antrag der Schule. Die Aufgaben der Schulsozialarbeit würden bei verschiedenen Schwerpunkten liegen: Unterstützung von Schülern, Eltern und Lehrern bei Problemen im sozialen Umfeld, Konfliktlösung und Streitschlichtung, beratende Teilnahme an Teamsitzungen und Konferenzen mit Blick auf erzieherische Einwirkung und Ordnungsmaßnahmen, Durchführung präventiver Maßnahmen. 16,5 Wochenstunden mehr für die Gesamtschule Durch die Schließung der Werretalschule zum Ende des Schuljahres wird dort eine Stelle mit 16,5 Wochenstunden frei, die der Gesamtschule zugeschlagen werden soll. Die Verwaltung schlägt vor, die Stelle zunächst auf zwei Jahre zu befristen. „Während dieses Zeitraums sind Ergebnisse aus dem Zukunftskonzept Sozialarbeit des Landes erwartbar, so dass möglicherweise neue konzeptionelle Veränderungen anstehen“, steht in der Beschlussvorlage. Auch die Goethe-Realschule wünscht sich mehr Unterstützung durch Schulsozialarbeit. Die Schule wird von 420 Schülern besucht, darunter 45 Zuwanderer. Es gibt dort drei internationale Klassen, zum Teil werden die zugewanderten Schüler auch in Regelklassen beschult. Zurzeit gibt es dort 9,5 Wochenstunden Schulsozialarbeit im Rahmen der Bildung- und Teilhabe-Förderung und eine halbe Stelle im Rahmen der multiprofessionellen Teams. Große Bedeutung für die Schule Der Einsatz der beiden Schulsozialarbeiterinnen sei von großer Bedeutung für die Schule. „Leider sind deren Einsatzbereiche gebunden an Schüler, die BuT-berechtigt oder zugewandert sind“, schreibt Schulleiterin Heike Goldstein in ihrem Antrag. Deshalb solle für die Unterstützung der pädagogischen Arbeit ein Schulsozialarbeiter eingestellt werden. An der Grundschule Löhne-Bahnhof wünscht sich die Schulleitung ebenfalls Unterstützung. Von den 217 Schülern dort sind 32 Seiteneinsteiger, die teilweise in internationalen Klassen unterrichtet werden. Aktuell wird die Grundschule durch wöchentlich zehn Stunden Schulsozialarbeit im Rahmen des multiprofessionellen Teams sowie durch 1,5 Wochenstunden BuT-Arbeit unterstützt. Das Gymnasium bittet um die Weiterführung der bisherigen Schulsozialarbeit. Von den rund 1.000 Schülern sind 15 Zugewanderte. Aktuell werden dort 9,5 Wochenstunden BuT-Sozialarbeit und 19,5 Wochenstunden im Rahmen der multiprofessionellen Teams realisiert. Verwaltung erkennt gesteigerten Bedarf an Grundsätzlich erkennt die Verwaltung den gesteigerten Bedarf an. Dieser sei eine Folge der veränderten Lebensbedingungen der Schüler und vor dem Hintergrund gestiegener Anforderungen nachvollziehbar. Vor der Gewährung einer weiteren Unterstützung sollte jedoch abgewartet werden, wie sich die Landesprogramme „Bildung und Teilhabe“ sowie „multiprofessionelle Teams“ weiter entwickeln. Deshalb soll den Anträgen der Realschule, der Grundschule und des Gymnasiums nicht entsprochen werden. Die Anliegen dieser Schulen sollten jedoch in zukünftige konzeptionelle Planungen einbezogen werden. Demgegenüber sei der Bedarf der Gesamtschule dringender. „Aufgrund der hohen Schülerzahlen und der großen Palette an sozialpädagogischen Aufgabenbereichen ist hier erhöhter Handlungsbedarf angezeigt.“

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