Löhne Altes Stellwerk wurde abgerissen

Einsturzgefahr: Die Bahn hat das Gebäude aus Sicherheitsgründen abgerissen. Es wurde seit rund 15 Jahren nicht mehr genutzt

Dirk Windmöller

Löhne. Löhne ist um ein Stück Eisenbahngeschichte ärmer. „Die DB Netz AG (Immobilienprojekte) hat das alte Stellwerksgebäude mit dem Werkstattgebäude der ehemaligen Signalmeisterei aufgrund akuter Baufälligkeit und drohender Betriebsgefahr für die umliegenden Betriebsgleise zurückgebaut.Bei den seit rund 15 Jahren stillgelegten Gebäuden bestand Einsturzgefahr“, so ein Sprecher der Bahn. Das Stellwerk stammt aus dem Jahr 1953. Errichtet wurde es seinerzeit in den Wiederaufbaujahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Es war eines von zwei damals gebauten Stellwerken und sollte die Behelfsstellwerke ersetzten. „Beide Stellwerke waren 12,5 Meter hoch und damals wurde 43.000 Meter Kabel verlegt“, steht in der Chronik zur 1.000-Jahr-Feier Löhnes. Das Stellwerk stammt aus der Dampflok-Zeit Ihre Funktion als Stellwerk erfüllten die Gebäude schon lange nicht mehr. Bereits im Jahr 1970 wurde ein Zentralstellwerk in Betrieb genommen. Von dort aus wird seitdem der gesamt Verkehr rund um den Löhner Bahnhof gesteuert. Das jetzt abgerissene Stellwerk stammt aus einer Zeit, in der der Bahnverkehr noch von Dampfloks dominiert wurde. Die Elektrifizierung der Strecke Hamm-Hannover begann erst 1966. „Am 29. September 1968 wurde der Betrieb auf dieser Strecke mit E-Loks aufgenommen“, schreibt Stadtarchivar Joachim Kuschke in der Chronik. Auf dem riesigen Bahnareal im Zentrum der Stadt stehen noch verschiedene Gebäude. Unter anderem steht dort noch ein Ringlokschuppen, dessen Zustand sich ebenfalls mehr und mehr verschlechtert. Abgerissen werden muss das Gebäude aber wohl eher nicht, weil bei einem Einsturz der Bahnverkehr nicht gefährdet wäre. In Löhne gab es auch einen großen Rangierbahnhof. In Spitzenzeiten wurden bis zu 1.000 Waggons täglich bewegt.

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