Sortiert: Im vorderen Bereich des Kleiderladens hängen die Kinderkleider. Die sind bei den Kunden besonders gefragt. - © Dirk Windmöller
Sortiert: Im vorderen Bereich des Kleiderladens hängen die Kinderkleider. Die sind bei den Kunden besonders gefragt. | © Dirk Windmöller

Löhne Kleiderladen des DRK öffnet am 27. Juni

Am neuen Standort: In Löhne-Ort hat das Rote kreuz ein Haus gekauft. Erstmal ziehen dort Kleiderladen und ein Begegnungszentrum sein. Mittelfristig wird das gesamte DRK Löhne dort seinen Sitz haben

Dirk Windmöller

Löhne. Kleidung für Kinder geht immer besonders gut. Und auch die Damen finden häufiger etwas Passendes als die Männer. Und so ist es kein Zufall, dass die Kleider und T-Shirts in Kindergröße direkt am Eingang des neuen DRK-Kleiderladens an den Ständern hängen. Der neue Laden steht kurz vor der Eröffnung. Viel gearbeitet haben die Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes in den letzten Wochen. „Während des Umzugs waren hier bis zu 30 Helfer aktiv“, sagt Armin Schäffer vom Roten Kreuz. Sie haben dafür gesorgt, dass die Kleidung am alten Standort, der Kleiderkirche (ehemalige Melbergener Johanneskirche), in Kartons gepackt wurde und zum neuen Standort ans Obernfeld 2 gebracht wurde. „Kleiderladen von mir zu Dir“ hat das Rote Kreuz den Anlaufpunkt für gebrauchte Textilien genannt. "Geringere Verkaufsfläche als in Melbergen" „Wir haben eine geringere Verkaufsfläche als in Melbergen, das ist aber kein Problem“, sagt Alexander Hermelink, stellvertretender Rotkreuzleiter. Die Fläche habe sich von etwas über 500 Quadratmeter auf rund 350 Quadratmeter reduziert. Platz, die Kleidung angemessen zu präsentieren, sei dennoch ausreichend vorhanden. Besonders gefragt ist Kinder- und Frauenkleidung. „Bei Männern haben wir oft ein Problem mit der Größe. Wir bekommen zu wenig Kleidung, die dünnen Männern passt, die etwas kleiner als der Durchschnitts-Löhner sind“, sagt Alexander Hermelink. Das liege daran, dass etwa die Hälfte der Kunden aus Flüchtlingen bestehe, die etwas zierlicher als die ostwestfälischen Ureinwohner seien. An den Abgabetagen war am alten Standort viel los und das wird sich auch am Kleiderladen wohl nicht ändern. „Zwischen 40 und 50 Pkw-Anlieferungen haben wir jede Woche“, sagt Schäffer. "80 Prozent der Textilien verkaufen wir auch" Trotz der kleinen Probleme mit der Größe ist die Nachfrage anhaltend hoch. „Mindestens 80 Prozent der Textilien verkaufen wir auch“, sagt Armin Schäffer. Die Kleider, die an Bügeln hängen, sind je nach Abgabedatum mit farbigen Kunststoffringen am Bügel versehen. „So können wir sehen, wie lange die Sachen bei uns hängen. Was nach etwa drei Monaten nicht verkauft wurde, übergeben wir an einen Verwerter“, sagt Alexander Hermelink. Bei den Verwerten werden die ehemaligen Hosen, Hemden oder Blusen zum Beispiel zu Dämmmaterial für Autotüren und Motorhauben verarbeitet. Auch am neuen Standort werden die Textilien im Kleiderladen für einen kleinen Preis verkauft. Hermelink: „In der Anfangsphase haben wir die Sachen verschenkt. Da sind dann teilweise Flohmarkthändler gekommen und haben sich ihre Kombis vollgepackt. Das ist vorbei, seitdem die Kleidung verkauft wird.“ "Bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen" Der Plan ist, mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Klamotten die Betriebskosten des Hauses in Höhe von 700 Euro zu decken. Im vorderen Bereich des Gebäudes, das vom Roten Kreuz gekauft wurde, wird eine kleine Begegnungsstätte entstehen. „Hier können die Besucher bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen“, sagt Armin Schäffer. Mittelfristig will das gesamte Löhner Rote Kreuz ans Obernfeld ziehen. Im Obergeschoss gibt es Platz für Schulungsräume, Lager und ein Büro. Das werde rund zehn Jahre dauern, bis dieses Projekt gestemmt ist. „Wir machen das alle ehrenamtlich und da ist natürlich auch immer wieder eine Herausforderung, die Finanzierung zu schaffen“, sagt Hermelink. Allein bis 2020 werden in das Gebäude rund 100.000 Euro investiert. Die Kosten für den Kauf nicht eingerechnet.

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