Neue Nutzung: Symbolisch stehen zwei Kinderdreiräder vor dem Gebäudeteil D der ehemaligen Werretalschule an der Bahnhofstraße, der zur Kita umgestaltet werden soll. Fotos: Susanne Barth - © Susanne Barth
Neue Nutzung: Symbolisch stehen zwei Kinderdreiräder vor dem Gebäudeteil D der ehemaligen Werretalschule an der Bahnhofstraße, der zur Kita umgestaltet werden soll. Fotos: Susanne Barth | © Susanne Barth

Löhne Einstige Werretalschule wird zur Kita

Die Stadt braucht dringend mehr Plätze. Einstimmig hat der Jugendhilfeausschuss für die Umnutzung der Schule in einen Kindergarten gestimmt. Wie viel der Umbau kostet, steht noch nicht fest

Susanne Barth

Löhne. Doppelbetten mit eingeschweißten Matratzen säumen den einstigen Klassenraum. Wo Kinder vor Jahren unterrichtet worden sind, können seit 2015 Geflüchtete in einer Notunterkunft unterkommen. Auch dieses Bild soll sich bald ändern. Die Stadt möchte die ehemalige Werretalschule an der Bahnhofstraße zur Kita umbauen. Damit reagiert sie auf den angestiegenen Bedarf der Kinderbetreuung. 150 Plätze fehlen. Einstimmig hat der Jugendausschuss am Mittwochabend für die Errichtung einer Kita im einstigen Förderschulgebäude gestimmt. Platz für drei bis vier Gruppen (80 bis 90 Kinder) soll hier entstehen. Dafür wird nicht der ganze Komplex, sondern nur der Gebäudeteil D benötigt. „Das ist der neuere Teil", sagt Jugendamtsleiter Jürgen Förster beim Gang durch die ehemalige Schule. Von 1988 bis 1995 ist der in sich abgeschlossene Trakt erbaut worden. Als Einheit ist er als roter Backsteinbau mit grünfarbigen Eingangselemente zu erkennen. Seit 2015 steht die alte Schule weitgehend leer Bunte Wandmalereien, Bettengestelle, Spindschränke und alte Wandkarten: Schnell wird deutlich, welche Funktionen das Gebäude mal inne hatte. Seitdem die Werretalschule in das Gebäude der Städtischen Realschule gezogen ist, wurde der Platz als Notunterkunft vorgehalten. Seit 2015 steht die alte Schule weitgehend leer. Einen Raum nutzt die Internationale Kindergruppe und die Sporthalle wird rege nachmittags und abends von Vereinen belegt. Der Rest steht leer. „Auch ein Gebäude, das nicht genutzt wird, verursacht Kosten", sagt die Schuldezernentin Beatrix Becker. Da wie mehrfach berichtet akuter Bedarf bei der Kinderbetreuung besteht, soll das Gebäude umgenutzt werden. „Es ist eine gute Möglichkeit für uns als Stadt hier eine Kita zu schaffen", sagt Becker. Der Gang über das Gelände bestätigt die Äußerung. Die großen Räume eignen sich für künftige Gruppenräume, es gibt eine direkte Anbindung an das Außengelände, das bereits eingezäunt ist, und die ehemalige Schule liegt recht zentral. Turnhalle ist ein Alleinstellungsmerkmal Allerdings sind Umbauten notwendig. So sind die Toiletten momentan nur von außen zu begehen. „Ein Zugang muss natürlich von innen möglich sein, außerdem müssen die sanitären Anlagen komplett für Kita-Kinder ertüchtigt werden", sagt Gaby Lappatis, die für Jugendarbeit und Tageseinrichtungen zuständig ist und das Projekt konzipiert. Für die kleinen Kinder entsteht hier dann auch der Wickelbereich. Neben den Gruppenräumen müssen unter anderem auch ein Schlafraum, eine Küche, Büros und Aufenthaltsräume entstehen. Auch ein Mehrzweckraum ist vorgesehen. Lappatis: „Der ist zum Toben ausgestattet, mit dicken Matten und Spielmöglichkeiten." Als zusätzlicher Pluspunkt ist auch angedacht, die Turnhalle an einigen Vormittagen in der Woche mitnutzen zu können. „Das ist ein schönes Alleinstellungsmerkmal", sagt Förster. Die Substanz ist grundsätzlich gut. Brandschutz und Fluchtwege seien noch zu prüfen. Auch die Details wie der automatische Schließmechanismus der Türen, Treppengeländer, Fenstersimse, Böden und Wände müssen noch abgestimmt werden. Eine Sanierung das Flachdaches (370 Quadratmeter) ist vorgesehen, ebenso wie eine Anpassung der Elektro- und Heizungsinstallation. Um den Anforderungen eines modernen Kindergartens zu genügen, müssten auch einige Türen zwischen zwei Räumen neu eingebaut werden. Träger haben schon ihr Interesse bekundet Über Treppen, die vorerst verschlossen werden sollen, ist das 1. Obergeschoss zu erreichen. „Wir nehmen es mit in die Planungen auf und schauen auch hier, was für einen Kindergarten machbar wäre", sagt Förster. Priorität liegt aber auf dem Erdgeschoss. Ein Kostenvoranschlag liegt noch nicht vor. Dezernentin Becker geht von einer Kostenauflistung im April aus. In Eigenregie der Stadt (Immobilienservice) soll der Umbau dann erfolgen, auch bleibt sie Eigentümer der Immobilie. In Abstimmung mit dem zukünftigen Träger geht es dann an die Einrichtung. Im Verlauf des Kindergartenjahres 2018/19 könnte dann eröffnet werden. Wer den Kindergarten führen wird, steht noch nicht fest. Hier wird ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren durchgeführt. Dass ein Kita-Träger das Projekt übernimmt, scheint sehr wahrscheinlich. Mehrere Interessenbekundungen liegen bereits vor. Das seien sowohl Träger, die schon in Löhne einen Kindergarten führen, als auch andere aus der näheren Umgebung.

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