Es geht weiter: Alwin (l.) und Christoph Schormann am Eingang zum Atelier für Holzbau. Sie wollen dieses wieder aufbauen. Foto: Ulf Hanke - © Ulf Hanke
Es geht weiter: Alwin (l.) und Christoph Schormann am Eingang zum Atelier für Holzbau. Sie wollen dieses wieder aufbauen. Foto: Ulf Hanke | © Ulf Hanke

Löhne Inhaber will Tischlerei Schormann nach Brand wieder aufbauen

Christoph Schormann lagert seine Arbeiten nach Herford und Wulferdingsen aus und bittet Kunden um etwas Geduld. Seniorchef Alwin Schormann und eine Bewohnerin haben sich aus dem brennenden Gebäude retten können

Ulf Hanke

Löhne. Die Tischlerei Schormann macht trotz Großbrand weiter. „Wir bauen das Atelier für Holzbau wieder auf", sagte Inhaber Christoph Schormann. Am Dienstag räumte die Feuerwehr sicherheitshalber auch den Spänebunker des Holzbetriebs aus. Die Brandermittlungen treten derweil auf der Stelle. Die Ruine ist einsturzgefährdet und noch ist offenbar unklar, wie die Spurensicherung ihre Arbeit vor Ort aufnehmen kann. Nach Auskunft der Polizei soll sich in den nächsten Tagen ein Sachverständiger ein Bild vor Ort machen. Der Betrieb ist das Lebenswerk seines Vaters Alwin Schormann, der das Gebäude 1984 gebaut hat und noch immer ein Planungsbüro unterhält. „40 Jahre meines Lebens sind in zwei Stunden verbrannt", sagte der Seniorchef. „Nur mein Hut ist verbrannt" Samstagabend war er selbst in der Wohnausstellung und hat wie auch die Bewohnerin den Rauch bemerkt und sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Die Bewohnerin der angeschlossenen Wohnung ist inzwischen bei Verwandten untergekommen. Zwei Tage nach dem Feuer wirkt der Seniorchef gefasst und bemerkt mit trockenem Humor: „Nur mein Hut ist verbrannt." Vater und Sohn Schormann lagern den Tischlerei-Betrieb teilweise zur Firma Becker Fensterbau nach Herford aus. Das Angebot des Bürgermeisters, bei der Suche nach einem Ausweichquartier behilflich zu sein, schlagen sie derzeit aus, danken aber für das Engagement: „Das war klasse." In Bad Oeynhausen-Wulferdingsen soll in den nächsten Tagen ein Sägeplatz eingerichtet werden. Eine mobile Säge hat die Feuerwehr vor den Flammen gerettet. Christoph Schormann war am Wochenende mit seiner Familie im Winterurlaub in Süddeutschland und ist sofort zurückgefahren. Er bittet seine Kunden um Geduld, signalisierte aber: Es geht weiter! Mit der Kettensäge hat er das Firmenlogo, ein stilisiertes „S" aus einem Baumstamm geschnitten und einen provisorischen Briefkasten am Eingang montiert. Kunden können sich derzeit nur unter der Mobiltelefonnummer (0171) 232 83 84 an Christoph Schormann wenden. "Werkstatt, Maschinenpark und Ausstellung total zerstört" Mehrere Aufträge für Massivholztüren und Möbel sind am Wochenende zwar verbrannt, so der Inhaber, „zum Glück aber kein großer Holzrahmenbau". Von den 15 Mitarbeitern der Tischlerei und Zimmerei sind sechs auf Baustellen in Bremen und Herford im Einsatz. Das Holzlager ringsum die Tischlerei ist nach Auskunft von Schormann nicht beschädigt. Der Großauftrag für einen Kindergarten in Herford kann demnach wie geplant beginnen. Die verbrannten Kundenaufträge sollen nun von Schormann-Mitarbeitern bei der Firma Becker in Herford neu gefertigt werden. Im Gebäude sind die Werkstatt, der Maschinenpark und die Ausstellung total zerstört worden, auch die Kundendatei samt Sicherungskopie. „Das müssen wir aus dem Gedächtnis rekonstruieren", sagte der Firmenchef. Die Abrechnungen waren zum Glück an anderer Stelle gesichert. Vernichtet wurden jedoch wertvolle Exotenhölzer, speziell eingeschnittene Hölzer, Möbel und 250 Quadratmeter Lärchenparkett. Vater und Sohn Schormann sind dabei, eine Liste der Zerstörungen für die Versicherung aufzustellen. Einen Überblick haben sie noch nicht. In den nächsten Tagen will Christoph Schormann eine neue Schleifmaschine vom Hersteller in Bayern kaufen. Damit neues Holz zugeschnitten werden kann.

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