Kramen in ihren Erinnerungen: Die Künstler um Organisatorin Rosemarie Saaksmeier (Mitte,vorne) blicken in ihrer Ausstellung zurück. - © Jemima Wittig
Kramen in ihren Erinnerungen: Die Künstler um Organisatorin Rosemarie Saaksmeier (Mitte,vorne) blicken in ihrer Ausstellung zurück. | © Jemima Wittig

Löhne Kreative blättern zurück

Künstlertreff: Bei der „Löhner Art“ treffen am Freitag Autoren und Künstler in der Stadtbücherei aufeinander und stellen ihre Werke vor. Musikalisch führt die Band Groovespecial durch den Abend

Jemima Wittig

Löhne. Eigentlich öffnen sich die automatischen Türen der Löhner Stadtbücherei ab 18 Uhr nicht mehr. Am kommenden Freitag, 9. März, aber gehen sie aber schon um 19 Uhr für die „Löhner Art" wieder auf. Zum 16. Mal stellen heimische Autoren und Künstler ihre Werke aus. Für das Thema haben die Autoren zurückgeblättert. Zum Teil wörtlich, da auch ältere Werke vorgestellt werden, die zum Thema passen, zum Teil im übertragenen Sinne. Die Texte erzählen von Vergangenem, aus Erinnerungen und berichten von Sehnsucht und Wehmut. Bei Arja Barton, einer der zehn Autoren, wird es dann auch unterhaltsam. Die Grundschullehrerin erzählt zwölf Anekdoten aus ihrem Alltag. „Kinder sagen bislang lustige Sachen", sagt sie und lacht. Auch der Text von Herta Büschenfeld ist autobiografisch. Die Großmutter berichtet von ihrem Leben mit Kindern. „Ich habe schon länger mit der Löhner Art geliebäugelt", so Büschenfeld. „Aber wegen meines Berufs habe ich es bisher zeitlich nicht geschafft, selber mitzumachen. Ich habe jetzt etwas aufgeschrieben, das mir wichtig ist. Das Schreiben macht mir eine große Freude." Mystisch und magisch wird es bei der Bielefelder Kinderbuchautorin Anja Budde-Pichen. Gotthardt Dorn schreibt seit 2012 Kurzgeschichten. „Zur gleichen Zeit bin ich auch der Kreativgruppe beigetreten", sagt er. Von Anfang an dabei sind Rosemarie Saaksmeier und Stefan Hollmann. Zusammen moderieren sie an dem Abend und stellen ihre Kurzgeschichten vor. „Das Thema haben wir gewählt, da ja im April im Heimatmuseum eine Ausstellung über Löhne in den 1950er Jahren beginnt. Das hat uns dazu inspiriert, auch zurückzublicken", sagt Hollmann. „Trotz der Themenvorgabe sind die Künstler in ihrem Schaffen natürlich frei", betont Saaksmeier. »Die Ausstellung über die 1950er Jahren hat uns dazu inspiriert, auch zurückzublicken« Jeder Autor hat zehn Minuten Zeit, um seine Texte vorzulesen. Zwischendurch unterhält das Akusitik Duo Groovespecial aus Soest mit Pop, Folk, Rock und Jazz. Die Texte von Petra Smuda handeln von Freiheit und Selbstverwirklichung. „Die Musik kommt von meinem Mann. Ich entwickele daraus Melodien und schreibe die Texte über Geschichten aus unserem Leben", sagt sie. In einer großen Pause können die Werke von vier Künstlern im zweiten Stock der Bibliothek betrachtet werden. Außerdem bereiten die Künstler ein Fingerfood-Buffet zu. Hildegard Bergmeier, Lydia Pudel, Helga Frank und Wolfgang Jording stellen Bilder und Fotografien aus bei „Art meets books". Jording zeigt zum ersten Mal seine Fotografien. „Ich fotografiere seit meinem 18. Lebensjahr. Erst analog, inzwischen digital. Da habe ich schon immer viel herumprobiert", sagt der 65-Jährige. Stimmungen stellt er gerne in Schwarz-Weiß dar. Auch Pudel ist zum ersten Mal dabei. Die Grafikdesignerin malt viel mit Acrylfarbe. Die erste Lesung beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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