Umzug in die neue Wichtelstube: Mathilda (5, v. l.), Jayden (4), Felix (5), Finja (5), Yunnes (4) und die baldige Kindergartenleiterin Ricarda Kirchner freuen sich über das neue Zelt. - © Jemima Wittig
Umzug in die neue Wichtelstube: Mathilda (5, v. l.), Jayden (4), Felix (5), Finja (5), Yunnes (4) und die baldige Kindergartenleiterin Ricarda Kirchner freuen sich über das neue Zelt. | © Jemima Wittig

Löhne Neue Unterkunft für Waldkindergarten

20 Kinder und vier Erzieherinnen ziehen gerade in die neue Wichtelstube am Katzenbusch um. Die Eltern helfen tatkräftig mit

Jemima Wittig

Löhne. Ausnahmsweise sind viele der 20 Kinder vom Waldkindergarten "Die Waldwichtel" in dieser Woche mal in dem warmen Container, ihrem Gruppenraum. Einige malen, andere spielen mit Knete und ein paar verstecken sich in einem Zelt. "Das Zelt haben wir von einer der Familien geschenkt bekommen", sagt die künftige Leiterin Ricarda Kirchner. Der Kindergarten ist gerade erst in die neue Wichtelstube am Katzenbusch eingezogen. "Ohne die Hilfe aller Eltern hätten wir das nicht geschafft", betont sie. Bereits im vergangenen Jahr war der Kindergarten von der damaligen Wichtelstube "In den Tannen" in eine provisorische Unterkunft an den Katzenbusch gezogen. An einem Wochenende Mitte Februar halfen dann alle mit: Sie richteten den Container ein, stellten einen Zirkuswagen auf und bauten den Außenbereich um. Mit einem Bagger wurde ein Sandkasten ausgehoben, Mulch auf dem ganzen Gelände verteilt und der sogenannte Pillerplatz mit einer Sichtschutzwand versehen. Denn fließend Wasser gab es noch nicht. Das Wasser wurde erst am Montag angeschlossen. "Die Kinder gehen viel lieber draußen auf den Platz, als auf eine Toilette", sagt Kirchner. Für Rucksäcke und Jacken gibt es eine Innen- und eine Außengarderobe. "Die haben einige Väter angebracht. An der Innengarderobe hat ein Vater zwei Wochen lang jeden Abend gezimmert"", sagt Kirchner. Jetzt hat jedes Kind einen festen Platz für seine Sachen mit einem Namensschild aus Holz über dem Haken. In der vergangenen Woche kam dann noch ein Tipi hinzu. Ricarda Kirchner leitet den Kindergarten ab April. Bei einem Praktikum in ihrem zweiten Ausbildungsjahr vor fünf Jahren lernte sie das Konzept zum ersten Mal kennen. Die vergangenen drei Jahre arbeitete sie bereits als Erzieherin dort. Auch ihre Nachfolgerin ist kein unbekanntes Gesicht, auch sie absolvierte bereits ein Praktikum in dem Waldkindergarten. Dann kümmern sich vier Erzieherinnen um die Kinder. Die Waldwichtel sind der erste Waldkindergarten in Ostwestfalen. Seit der Anerkennung als regulärer Kindergarten vor mehr als 17 Jahren ist die Gruppengröße gleich geblieben. Auch in diesem Jahr kommen für die sieben Kinder, die in die Schule wechseln, sieben neue nach. "Die Kinder können hier mit und in der Natur spielen. Sie sollen sich frei entfalten", erklärt die baldige Leiterin. Sie hat den Eindruck, dass die Kinder durch den Aufenthalt im Wald weniger oft richtig krank sind. "Wenn wir wie heute mal nicht draußen sind, wollen die Kinder unbedingt raus", sagt Kirchner. Das ist bei dem Sonnenschein ja auch das Schönste." Und tatsächlich tollen ein paar der Kleinen auch bei den Minustemperaturen über die ausgelegten Baumstämme und durch den Sandkasten. "Wir gehen auch oft in den Wald. Da nehmen wir dann Seile und Hängematten mit, basteln Buden aus Tüchern und spielen Rollenspiele", so Kirchner. Auch an den Kindern ist der Einhorntrend nicht vorbei gegangen: "In die verwandeln sie sich am liebsten", sagt die Erzieherin und lacht. Der Umzug ist noch nicht ganz beendet. "Wir bekommen in dem Container noch ein zusätzliches Regal und eine kleine Küchenzeile." Da die Kinder von halb acht bis halb drei in dem Kindergarten sind, können sie die gut gebrauchen. Auf den Außenbereich kommt noch ein Gartenhäuschen. "Da kommen die Eltern noch mal alle und helfen. Nach und nach wird alles fertiggestellt."

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