Ruine: Das Gebäude wurde durch das Feuer zum größten Teil zerstört. Die Brandstelle wurde von der Polizei gesperrt. - © Dirk Windmöller
Ruine: Das Gebäude wurde durch das Feuer zum größten Teil zerstört. Die Brandstelle wurde von der Polizei gesperrt. | © Dirk Windmöller

Löhne Feuer bei Schormann: Wellteam-Halle durch Brand gefährdet

Zum ersten Mal wurden in Löhne vier Drehleitern eingesetzt. Die Ermittlungen nach der Brandursache in der Ruine gestalten sich schwierig

Dirk Windmöller

Löhne. Der Großbrand bei der Tischlerei Schormann an der Löhner Straße in der Nacht von Samstag auf Sonntag hat die Feuerwehr vor große Herausforderungen gestellt. "Es gab während des Einsatzes eine Phase, wo die Gefahr sehr groß war, dass auch das Wellteam-Gebäude ein Opfer des Feuers geworden wäre", sagte Feuerwehrchef Ralf Krause am Montag. Besonders gefährlich war das Feuer, weil bei Schormann überwiegend Massivholz verarbeitet wird. "Brennendes Massivholz hat eine enorme Brandlast und Wärmestrahlung", sagte Krause. Diese Wärmestrahlung hätte fast zu einem zweiten Großbrand in der Nachbarschaft geführt. "Einige Scheiben der Wellteam-Halle sind durch die Hitze zerplatzt, eine Palette mit Pappe hat im Gebäude bereits gebrannt. Da stand es Spitz auf Knopf." Die Wellteam-Halle verläuft mit nur wenigen Metern Abstand parallel zum Schormann-Gebäude. Ein Trupp der Feuerwehr war im Gebäude von Wellteam im Einsatz, darüber hinaus kämpften die Einsatzkräfte von außen um die Rettung des Gebäudes. "Wir hatten vier Löschfahrzeuge mit Drehleitern im Einsatz, so viele wie noch bei keinem Großbrand in Löhne", sagte Krause. Von zwei der Drehleitern aus wurde der Brand des Schormann-Gebäudes bekämpft. Von den anderen beiden wurde die Fassade der Wellteam-Halle mit Wasser bespritzt und so gekühlt. "Das hat zum Glück geklappt. Durch unseren massiven Einsatz konnte ein weiterer Großbrand verhindert werden." Am Tag nach dem Großbrand habe sich Wellteam-Seniorchef Friedrich-Wilhelm Schöneberg persönlich bei Krause bedankt. Das bekräftigt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Zwei Brandnester schlugen erneut Flammen "Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen verhindert werden. Entstanden sind Schäden an der Außenfassade, dem Dach und den Abwasserleitungen", erklärte Geschäftsführer Sieghard Schöneberg. Der Produktionsbetrieb sei zu keiner Zeit gefährdet gewesen und auch die Auslagerung der Fertigware könne weiterhin termingerecht sichergestellt werden. Wie stark die Hitze durch das brennende Massivholz ist, zeigt sich auch daran, dass es am Sonntagnachmittag zu einem weiteren Einsatz der Feuerwehr kam, weil aus zwei Brandnestern in der Ruine erneut die Flammen schlugen. Bei dem Großeinsatz in der Nacht zum Sonntag wurden fünf Feuerwehrleute leicht verletzt. Nach Angaben von Ralf Krause rutschten sie auf dem Glatteis aus, das sich durch das Löschwasser gebildet hatte. Für die Feuerwehr ging der Sonntag turbulent weiter. Zwischen 14 und 16 Uhr lösten drei Brandmeldeanlagen im Stadtgebiet aus, es handelte sich bei allen um Fehlalarme.Betroffen waren Bauformat, Hermes und MB Logistik. Einsturzgefahr besteht Unterdessen laufen die Ermittlungen der Polizei. "Am heutigen Vormittag war eine erste Besichtigung des Firmengeländes und der Gebäude durch die kriminalpolizeilichen Ermittler möglich", so Polizeisprecher Uwe Maser. Der gesamte Komplex sei total beschädigt und es bestehe Einsturzgefahr. "Die Brandermittlungen gestalten sich daher in dem ehemals 1.000 Quadratmeter großen Gebäude extrem schwierig. Die Brandstelle ist beschlagnahmt und die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Der Brandort ist abgesperrt. Ein Sachverständiger wird hinzugezogen, bevor eine Freigabe der Brandstelle erfolgen wird." Der Schaden des Gebäudes mit Büro- und Wohnräumen sowie Ausstellungsflächen und Werkstatträumen könne derzeit nicht beziffert werden.

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