Lichterloh: Das „Atelier für Holzbau“, die Tischlerei Schormann in Gohfeld, stand in der Nacht zu Sonntag in Flammen. Menschen wurden durch das Feuer nicht verletzt. Das Ausmaß der Schäden ist nach Polizeiangaben noch unklar. Foto: Nicole Sielermann - © Nicole Sielermann
Lichterloh: Das „Atelier für Holzbau“, die Tischlerei Schormann in Gohfeld, stand in der Nacht zu Sonntag in Flammen. Menschen wurden durch das Feuer nicht verletzt. Das Ausmaß der Schäden ist nach Polizeiangaben noch unklar. Foto: Nicole Sielermann | © Nicole Sielermann

Löhne Tischlerei Schormann in Löhne ist vollständig ausgebrannt

Großeinsatz: Mehr als 200 Feuerwehrleute haben bis Sonntagmittag das bekannte „Atelier für Holzbau“ mit angeschlossener Wohnung in Gohfeld gelöscht. Bewohner konnten sich rechtzeitig nach draußen retten

Ulf Hanke

Löhne. Gegen 21 Uhr hörten Ohrenzeugen einen lauten Knall, wenig später stand die Tischlerei Schormann lichterloh in Flammen. Das bekannte „Atelier für Holzbau" in Löhne-Gohfeld ist in der Nacht zu Sonntag vollständig ausgebrannt. Die Polizei hat die Brandruine beschlagnahmt, die Ermittlungen dauern an. Über 200 Feuerwehrleute aus der ganzen Stadt und den angrenzenden Gemeinden löschten bis Sonntagmittag versteckte Glutnester in dem Holz verarbeitenden Betrieb. An dem Atelier befindet sich auch eine Wohnung, in der nach Angaben der Polizei zwei Menschen gemeldet sind. Offenbar hörte eine Bewohnerin den Knall und alarmierte die Feuerwehr. Danach rettete sie sich nach draußen. Menschen kamen nach Angaben von Einsatzleiter Christian Ehlert durch das Feuer nicht zu Schaden. Ehlert berichtete noch in der Nacht von einer „Verpuffung oder Explosion". Als die ersten Feuerwehrleute kurz nach 21 Uhr eintrafen, war von dem Gebäudekomplex der Tischlerei und Zimmerei, der zu einem Großteil selbst aus Holz besteht, jedoch nicht mehr viel zu retten. Die Einsatzkräfte spritzten Wasser über vier Drehleitern (aus Löhne, Hiddenhausen, Vlotho und Bad Oeynhausen) von oben und von der Seite auf das Gebäude. Doch die Hitze war so stark, dass erst am Sonntag um 13.30 Uhr letzte Glutnester gelöscht waren. „Das Betreten des Gebäudes war und ist lebensgefährlich", sagte der Löhner Feuerwehrchef Ralf Krause Sonntag im Gespräch mit der NW. Die Brandruine ist einsturzgefährdet. Noch während der Löscharbeiten war es zu weiteren Verpuffungen gekommen. Offenbar heizten im Betrieb benötigte Lacke oder Farben das Feuer zusätzlich an. Die zahlreichen Feuerwehrleute konnten jedoch verhindern, dass der Brand sich auf eine angrenzende Halle der Firma Wellteam ausbreiten konnte. In der Nähe befindet sich auch eine Tierarztpraxis, sowie Filialen von Fliesen Logemann und der Bäckerei Schmidt. Die Einsatzkräfte kämpfen nicht nur mit Feuer, sondern auch mit Eis und den frostigen Temperaturen in der Nacht. Vier Feuerwehrleute (zwei Männer, zwei Frauen) rutschten auf gefrierendem Löschwasser aus und verletzten sich leicht. Ein Feuerwehrmann wurde kurzzeitig im Krankenhaus behandelt. Die Rauchfahne über der Tischlerei war kilometerweit zu sehen und zu riechen. Der Wind wehte den Qualm Richtung Obernbeck und Mennighüffen. Anwohner wurden in der Nacht aufgerufen, wegen der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Erste Luftmessungen ergaben jedoch keine Gesundheitsgefahr. Die Warnung über den Katastrophenschutz des Kreises Herford wurde noch in der Nacht wieder zurückgezogen. Gegen 2 Uhr schickte der Einsatzleiter die ersten Feuerwehrleute wieder nach Hause. Um 5 Uhr verstärkten Feuerwehrleute aus Kirchlengern die Einsatzkräfte vor Ort. Das Technische Hilfswerk räumte mit schwerem Gerät Trümmer rings um das Gebäude, damit die Feuerwehr mit ihren Löschfahrzeugen von allen Seiten gegen versteckte Glutnester vorgehen konnte. Zwei Helfer des Deutschen Roten Kreuzes stellten sicher, dass die Feuerwehrleute medizinisch versorgt wurden. Die Polizei konnte am Sonntag noch keine Angaben über das Ausmaß der Schäden machen. Die Brandermittlungen werden am Montag fortgesetzt. Der Betriebsleiter und der Seniorchef waren am Sonntag damit beschäftigt, die Reste des Betriebs wenigstens teilweise an einen anderen Ort auszulagern. Rings um das Gebäude hatte die Tischlerei Holz gelagert, das zwar kein Raub der Flammen wurde. Womöglich haben aber Rauch und Löschwasser dem Holz so stark zugesetzt, dass es zumindest als Werkstoff nicht mehr zu gebrauchen ist.

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