Wie lässt sich mit Employer Branding die richtigen Bewerber/innen ansprechen: Ella Kraft (Gleichstellungsstelle Kreis Herford, v. l.), Klaus-Peter Jansen (It’s OWL), Stephan Remmert (Geschäftsführer von Remmert), Anja Iseke (Hochschule OWL) und Meike Stühmeyer-Freese (Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL). Foto: Susanne Barth - © Susanne Barth
Wie lässt sich mit Employer Branding die richtigen Bewerber/innen ansprechen: Ella Kraft (Gleichstellungsstelle Kreis Herford, v. l.), Klaus-Peter Jansen (It’s OWL), Stephan Remmert (Geschäftsführer von Remmert), Anja Iseke (Hochschule OWL) und Meike Stühmeyer-Freese (Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL). Foto: Susanne Barth | © Susanne Barth

Löhne/Kreis Herford Wie Unternehmen passende Bewerber finden

Kleine und mittelständische Betriebe, die häufig unbekannt sind, müssen mit besonderen Merkmalen aus der Masse herausstechen. Employer Branding bietet Arbeitgebern die Chance, sich als attraktiv zu positionieren

Susanne Barth

Kreis Herford. Die passenden Bewerber für eine Stelle fliegen Unternehmen nicht mehr einfach so zu. „Viele müssen gezielt nach Leuten suchen. Es ist nicht mehr so trivial, eine Stelle zu besetzen", sagt Anja Iseke. Die Professorin von der Hochschule OWL referiert beim Löhner Unternehmen Remmert über Employer Branding. Was viele Betriebe bisher oft intuitiv machen, kann gezielt gesteuert werden, um den passenden Bewerber oder die passende Bewerberin zu finden. Employer Branding bezeichnet die Positionierung und Kommunikation eines Unternehmens als attraktiven Arbeitgeber, erklärt Iseke den etwa 40 überwiegend weiblichen Personalverantwortlichen und Führungskräften aus dem Kreis Herford. Das kommt nicht von ungefähr. Eingeladen haben das Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL sowie die Gleichstellungsstelle und die Wirtschaftsförderung im Kreis. Auch wenn Firmen Employer Branding nicht betreiben, findet es trotzdem statt. Iseke: „Deswegen ist es umso wichtiger, gezielt die positiven Eigenschaften des Betriebes herauszustellen und zu kommunizieren." Denn oft ist das Image des Unternehmens für potenzielle Bewerber wichtig. „Es ist eine wichtige Informationsquelle." Wie passe ich in den Betrieb hinein, wie viel Spaß und Interesse würde mir die Stelle machen. „Das ist und bleiben die Hauptmerkmale, die ein Unternehmen besonders attraktiv machen." Alleinstellungsmerkmal ist gefragt Durch Employer Branding kann das Unternehmen das Image im eigenen Sinne beeinflussen. „Was unterscheidet den Betrieb von anderen, wie sticht er heraus?" Ein Alleinstellungsmerkmal sei nicht nur bei Bewerbern, sondern auch bei Unternehmen gefragt. Iseke: „Nur das zu schreiben, was alle machen, damit kann man sich nicht von der Masse abheben." Welchen Einfluss Employer Branding auf die Arbeitgeberattraktivität hat, hat Iseke in Studien mit Studierenden untersucht. Klare Botschaften etwa zur expliziten Frauenförderung kann männliche Bewerber abschrecken. Rückt das Thema Work-Life-Balance in den Vordergrund, fühlen sich leistungsorientierte Frauen eher angesprochen („sie schätzen die Flexibilität") als leistungsorientierte Männer („larifari Beruf"). Iseke: Mit der gleichen Botschaft spricht man unterschiedliche Menschen an." Daher sei es wichtig, das sich Unternehmen eine Zielgruppe definieren. Denn: „Ein kleiner Pool von Bewerbungen muss nicht zwingend negativ sein, wenn sich durch das Unternehmensimage die richtigen Kandidaten angesprochen fühlen", fasst Iseke zusammen. Bei MINT-Berufen sind Geschlechter-Stereotypen weiterhin ein Problem. Mädchen denken laut einer Studie, sie selbst und ihre Leistungen in technischen und mathematischen Berufen seien eher schlechter, obwohl sie objektiv ebenso gut geeignet sind wie Jungen. Iske rät Unternehmen aus dieser Branche, frühzeitig Mädchen und Frauen anzusprechen etwa über Praktika oder der Präsentation von Rollenvorbildern. „Wichtig ist es, gleiche Bedingungen zu schaffen." Egal ob es sich um Frauen oder Männer dreht.

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