OGS wird im Gebäude integriert: Der Standort Halstern des Grundschulverbunds Mennighüffen-Halstern. - © Susanne Barth
OGS wird im Gebäude integriert: Der Standort Halstern des Grundschulverbunds Mennighüffen-Halstern. | © Susanne Barth

Löhne Halstern bekommt eigene OGS

Einheitlich: Alle Grundschulen in Löhne haben einen Offenen Ganztag. Am Standort Halstern organisierte bisher der Förderverein die Betreuung. Das ändert sich zum nächsten Schuljahr, da der Bedarf deutlich gestiegen ist

Susanne Barth

Löhne. Der Grundschulstandort Halstern des Schulverbunds Mennighüffen-Halstern ist die einzige Einrichtung in Löhne, die noch keinen Offenen Ganztag (OGS) hat. Doch auch hier zeichnet sich seit Jahren der Bedarf an Ganztagsbetreuung ab. Geleistet wird die Betreuung mithilfe des Fördervereins. Das "Ungleichgewicht" soll aufgelöst werden, findet Schulleiterin Gudrun Bergunde und beantragte beim Schulverwaltungsamt am Schulstandort eine OGS-Gruppe einzurichten. Der OGS-Bedarf steigt von Jahr zu Jahr. Aktuell besuchen 1.379 Kinder eine Grundschule, 404 nutzen die OGS. Im kommenden Schuljahr soll der Bedarf auf 446 wachsen, wobei die prognostizierte Schülerzahl auf 1.311 sinkt. In der Grundschule Halstern läuft aktuell das Anmeldeverfahren. "Wir fragen jetzt konkret ab, wie viele Kinder die OGS besuchen wollen", sagt Bergunde. Eine Abfrage der Stadt hat ergeben, dass etwa 25 Kinder diese Art der Betreuung nutzen würden. Somit wird es zum kommenden Schuljahr nicht nur am Schulstandort Mennighüffen-West eine OGS-Gruppe geben, sondern auch in Halstern. Beide Einrichtungen bilden einen Grundschulverbund. Jule, Leon und Fritzi nutzen schon jetzt das Betreuungsangebot der Grundschule. Seit 2012 gibt es in Halstern das Modell 13+. "Vor der Einführung wollten einige Eltern ihre Kinder hier anmelden, haben es aber aufgrund der nicht vorhandenen Nachmittagsbetreuung nicht getan", erinnert sich Bergunde zurück. Im Randstundenkonzept werden Schüler bis 16 Uhr betreut. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend und flexibel, die Schüler können ihre Hausaufgaben machen und bekommen ein warmes Mittagessen. Träger des Modells ist der Förderverein. Anfangs haben etwa zehn Kinder das Angebot genutzt. "Der eine Raum reichte aber nicht lange aus", so die Schulleiterin. Der Bedarf wuchs. Und damit auch die Belastung des Fördervereins. "Sie ist mittlerweile enorm", weiß Bergunde. Die Mitglieder, die alle ehrenamtlich arbeiten, managen das Angebot, suchen Personal, regeln die Essens-Gelder. Eine Aufgabe mit Verantwortung: "Von unseren 97 Schülern nutzen mehr als 70 bei uns eine Betreuung", sagt Sylvia Petronio, die nachmittags für die Kinder da ist. Damit das so bleibt, wenn die OGS im nächsten Schuljahr einzieht, macht Petronio eine Weiterbildung zur OGS-Kraft. "Es soll ein möglichst harmonischer Übergang werden", sagt Bergunde. Die Schule bietet nicht nur die Nachmittagsbetreuung an, sondern auch eine in der Frühe, vor dem Unterricht. "Eltern können ihre Kinder ab 7 Uhr zu uns bringen." Das wird sich auch beim Wechsel zum Offenen Ganztag nicht ändern. Buchbar ist die normale Randstundenbetreuung von 7 bis 14 Uhr oder der Offene Ganztag, der nach Unterrichtsschluss bis 16 Uhr läuft. "Zur OGS lässt sich auch die Frühbetreuung buchen, kostet natürlich mehr", so Bergunde. Die Überführung des Betreuungsangebots in die OGS bringt am Schulstandort einige Vorteile mit sich. Die Verwaltung und Organisation liegt künftig beim Jugendamt der Stadt. Dadurch werde der Förderverein entlastet. Hinzu kommt, dass die Kinder von ausgebildeten Kräften nicht nur betreut werden, sondern dahinter steht auch ein Bildungs- und Erziehungsauftrag. So gibt es eine Hausaufgabenbetreuung, die ein fester Bestandteil des Konzepts ist. Ein ganz großer Pluspunkt ist die Ferienbetreuung, die der Standort vorher nicht leisten konnte. Auch sind die zu zahlenden Beträge der Eltern ab dem Schuljahr 2018/19 gestaffelt, je nach Einkommen. Integriert wird der Offene Ganztag im Schulgebäude. Möglich ist das durch eine Doppelnutzung einzelner Räume. So können laut Bergunde die OGS-Kinder den Computerraum nutzen und auch die Bibliothek. Um die Räume zu ertüchtigen, sind laut Verwaltung etwa 63.600 Euro in diesem Jahr notwendig. Für die Folgejahre geht die Stadt von Mehrkosten von etwa 34.000 Euro aus. Eingespart werden 7.500 Euro, die Förderung der Randstundenbetreuung 13+, die durch die OGS wegfällt.

realisiert durch evolver group