Die Hände zum Himmel: Die Besucherinnen feierten ausgelassen mit. - © SANDRA C. SIEGEMUND
Die Hände zum Himmel: Die Besucherinnen feierten ausgelassen mit. | © SANDRA C. SIEGEMUND

Löhne Weiberfastnacht: Verkleidung ist im Haus der Begegnung ein Muss

Karneval hat in Löhne Tradition. Gleich zwei Veranstaltungen locken je 100 Närrinnen ins katholische Gemeindehaus. Ein Helene Fischer Double sorgte für Stimmung und Pfarrer Manfred Pollmeier kam als Roberto Blanco

Sandra C. Siegemund

Löhne. „Löhne, Helau! KfD, Helau!" riefen die Frauen auf der Bühne, und alle anwesenden Närrinnen stimmten begeistert ein. Karneval hat in der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius eine langjährige Tradition – und eine erfolgreiche dazu. Weiberfastnacht wurde im „Haus der Begegnung" gleich zweimal gefeiert. Jeweils 100 Närrinnen zelebrierten ausgelassen die fünfte Jahreszeit. Da durften natürlich schicke Kostüme nicht fehlen. So bevölkerten Katzen, Clowns und Indianer den Saal. Ein Pirat tanzte mit einem Polizisten. Sogar das Krümelmonster und ein Fliegenpilz wurden gesichtet. Exakt um 19.11 Uhr eröffnete der Hoppeditz alias Magdalena Tiemann die Karnevalssitzung. Mit fröhlichen Liedern, Büttenreden, Sketchen und dazwischen immer wieder Tanz- und Schunkelrunden feierten die anwesenden Närrinnen den Frauenkarneval der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KfD) ausgelassen bis in den späten Abend. Parodie von Helene Fischer sorgt für Stimmung „Hier sind heute auch einige wenige Männer anwesend. Das war im Rahmen der Inklusion nötig. Die haben wir allerdings nicht von der Straße geholt. Einige sind mit hier anwesenden Damen verheiratet, andere dürfen nicht. Da tun sich manchmal herzzerreißende Schicksale auf", sagte Moderatorin Monika Haase und fragte einige Damen im Saal, ob sie einen Mann zu Hause haben. „Seit vorsichtig, wenn ihr eure Männer alleine zu Hause lasst. Möglicherweise leeren sie den Kühlschrank und ihr bekommt hinterher Ärger, weil ihr eure Aufsichtspflicht verletzt habt", mahnte sie und hatte damit die Lacher gleich auf ihrer Seite. Als Helene Fischer-Parodie wurde sie von einigen Damen des Organisationsteams sogar auf die Bühne getragen und heizte mit einem eigens kreierten „Atemlos"-Text die Stimmung weiter an. „Spürt, was Fasching mit euch macht", sang sie. Nur kurze Verschnaufpausen blieben zwischendurch, um den strapazierten Lachmuskeln Erholung zu gönnen. Ob beim traditionellen Gastauftritt der Exteraner Frauen, beim Besuch des Bischofs oder dem Vortrag über Technik gestern und heute („eine Festplatte waren früher mal leckere Schnittchen auf einem silbernen Tablett"), bei jedem Programmpunkt hatten die Zuschauerinnen viel zu lachen. Auch Emanzen, Gleitsichtbrillen und der Thermomix bekamen ihr Fett weg Einen der Höhepunkte des Weiberkarnevals setzten die Chorfrauen mit ihrem Lied über Cellulite. So manch eine Närrin konnte sich dabei vor lauter Lachen kaum auf der Bank halten, besonders, als ein Tanga von der Bühne in die vorderen Reihen flog. Auch Emanzen, Gleitsichtbrillen und der Thermomix bekamen in der Show ihr Fett weg. Als einziger Mann durfte Pfarrer Manfred Pollmeier mit auf die Bühne. Als Roberto Blanco wurde er von den Damen bejubelt. Bereits seit 1978 gibt es den Frauenkarneval in Löhne. Zunächst als Fest zur Gemeinschaftsförderung unter den Gläubigen gedacht, ist es längst eine Traditionsveranstaltung geworden. Egal, welcher Konfession, das Feiern steht eindeutig im Vordergrund. Bereits im September begann das Team der KfD mit den Vorbereitungen. „Es ist eine Menge Arbeit, aber die macht jedes Jahr aufs Neue einfach riesigen Spaß", sagte Annette Tillmann, eine der zehn Organisatorinnen. „Die Weiberfastnacht ist jedes Jahr wieder ein Höhepunkt. Immer neue Sketche, eine super Show, einfach Stimmung pur", sagte Besucherin Silvia Flemming. „Jedes Jahr ein tolles Programm. Das darf man auf keinen Fall ausfallen lassen", stimmte ihre Tischnachbarin Margarete Urner zu.

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