Die ehemalige Werretalschule an der Bahnhofstraße soll zur Kita werden. - © Foto:Susanne Barth
Die ehemalige Werretalschule an der Bahnhofstraße soll zur Kita werden. | © Foto:Susanne Barth

Löhne Löhne will die ehemalige Werretalschule zur Kita umbauen

Planung: In Löhne fehlen mehr als 100 Kindergartenplätze. An zwei bestehenden Einrichtungen soll ein Neubau entstehen. Die Verwaltung überlegt auch die einstige Förderschule an der Bahnhofstraße umzunutzen

Susanne Barth

Löhne. Die ehemalige Förderschule an der Bahnhofstraße steht schon seit einigen Jahren leer. Bisher ist das Gebäude für Flüchtlinge vorgehalten worden, falls eine erneute Welle wie 2015 die Stadt erreicht. Nun hat die Verwaltung eine andere Nutzungsidee. "Aus der ehemaligen Werretalschule könnte eine Kindertagesstätte werden", sagte Beatrix Becker im Jugendhilfeausschuss am Mittwochabend. Hintergrund ist, dass es in der Werrestadt nicht genügend Kindergartenplätze gibt. Durch anhaltend höhere Geburtenzahlen und Zuzüge ist der Bedarf deutlich gestiegen. Darauf wird reagiert. Aktuell errichtet die AWO-Kita Mennighüffen-Ost einen Anbau und hat so schon 20 neue Plätze geschaffen. Martina Grün, Projektleiterin Bau bei der AWO, hofft, dass die Gruppe im Frühjahr in den Neubau ziehen kann. Mehr Platz ist in Halstern dringend nötig Auch folgen Erweiterungen bei den evangelischen Kitas Halstern und Im Schling. "In den vorhandenen Gebäuden ist ein Ausbau nicht möglich", sagte Regine Henneken, beim Kirchenkreis für die Fachberatung für Kindertageseinrichtungen zuständig, bei einem Gespräch mit der NW im Dezember. So sind alle Beteiligten zu dem Ergebnis gekommen, an beiden Kindergärten einen Neubau zu errichten. Damit möchte der Kirchenkreis "langfristig Räume für die Zukunft schaffen". Das ist in der Kita Halstern, die in Trägerschaft der Kirchengemeinde Mennighüffen ist, dringend nötig. "Der Bedarf ist schon lange hoch", so Pfarrer Kai Sundermeier. Leiterin Luise Lampe bestätigt das. Vier Kinder mehr als geplant besuchen die Einrichtung. Im vergangenen Kindergartenjahr waren es noch mehr. Lampe: "Die Überbelegung hat seine Grenzen und deckt auch den Bedarf nicht vollständig." "Das Gebäude bietet eine gute Möglichkeit für uns schnell zu reagieren" An beiden Standorten soll durch den Neubau Platz für je eine Kindergartengruppe mit 20 Plätzen geschaffen werden. Anvisierte Fertigstellung ist die zweite Jahreshälfte 2018. Doch auch das ist für Löhne immer noch zu wenig. "Uns fehlen 100 bis 120 Kitaplätze", sagt Dezernentin Beatrix Becker. So überlegt die Verwaltung, die ehemalige Werretalschule umzunutzen. Becker: "Wir sind davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist." Sowohl mit der Immobilienwirtschaft als auch mit dem Landesjugendamt ist das Projekt besprochen worden. "Es gibt keine Bedenken. Uns wurde signalisiert, dass es machbar ist", so Becker, die die innenstadtnahe Lage und das "schöne" Gelände schätzt. Bevor die Werretalschule zum Kindergarten werden kann, sind Umbauten notwendig. Deren Umfang prüft die Stadt aktuell. "Gravierend" sollen die Sanierungsmaßnahmen nicht sein, sagt Becker. Umbauten seien nicht gravierend Der Brandschutz müsste unter anderem ertüchtigt werden, ebenso Notausgänge und sanitäre Anlagen. "Das Gebäude bietet eine gute Möglichkeit für uns schnell zu reagieren", so Becker. Auch der Vorsitzende des Ausschusses, Egon Schewe, bekräftigt: "Es ist eine gute Gelegenheit, weil die Stadt das Gebäude zur Verfügung hat." Bevor es zu einem Umbau kommt, werden alle Träger in Löhne gefragt, ob sie das Gebäude als Kindergarten nutzen möchten. Eine Zusammenarbeit mit einem bestehenden Träger favorisiert die Stadt. Auszuschließen ist laut Becker aber nicht, dass auch die Stadt als Kita-Träger einspringen könnte. Ein Antrag zur Interessensbekundung ist in Vorbereitung. Geplant sind drei bis vier Kindergartengruppen verschiedener Altersstrukturen. Dass eine ehemalige Grundschule zum Kindergarten wird, ist gerade in Kirchlengern-Häver aktuell. Dort baut die AWO eine Schule um. "Der Bauantrag ist gestellt", sagt Martina Grün. Das heiße aber nicht, dass die AWO auch den Zuschlag in Löhne haben möchte oder bekommt. Grün: "Alle Träger werden angeschrieben und gefragt. Wir als AWO entscheiden von Fall zu Fall, ob wir unser Interesse bekunden."

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