Lederwarenhersteller: Bis Ende 2014 stellte Schuchard & Friese Gürtel in Löhne her. - © Dirk Windmöller
Lederwarenhersteller: Bis Ende 2014 stellte Schuchard & Friese Gürtel in Löhne her. | © Dirk Windmöller

Löhne Gewerkschaft hofft auf Rettung von Schuchard & Friese

Unternehmen in Schieflage: Der Lederwarenhersteller aus Gohfeld wickelt ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ab. Für eine Bewertung der Perspektiven ist es nach Einschätzung des IG-Metall-Experten Frank Branka noch zu früh

Dirk Windmöller

Löhne. Der Lederwarenhersteller Schuchard & Friese ist in eine Schieflage geraten. Das traditionsreiche Unternehmen wickelt, wie von der NW exklusiv berichtet, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ab. Ziel ist, die Sanierung der Unternehmensgruppe mit 50 Mitarbeitern an verschiedenen Standorten in Deutschland, in Eigenregie durchzuführen. IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Frank Branka hat sich jetzt bei dem Gohfelder Unternehmen ein Bild von der Lage gemacht. "Es ist noch zu früh zu bewerten, ob die Sanierung gelingen kann", sagt Branka. Es gebe einige positive Beispiele von Unternehmen in der Region. Unter anderem haben auch die Hahne-Mühlenwerke diesen Weg erfolgreich gewählt. "Beim Küchenhersteller Wellmann hat es leider nicht funktioniert", sagt Branka. In der Belegschaft des Lederwarenherstellers sei die Einschätzung der Mitarbeiter unterschiedlich. "Manche sind optimistisch. Andere fragen sich, ob das Management, dass das Unternehmen vor die Wand gefahren hat, für eine erfolgreiche Sanierung sorgen kann." Es sei ein gutes Zeichen, dass noch kein Personal abgebaut worden sei. "Allerdings ist es natürlich immer möglich, dass Leistungsträger das Unternehmen von sich aus verlassen", so der Mann von der Gewerkschaft. Das sei wegen der guten Wirtschaftslage nicht unwahrscheinlich. Dazu könne es besonders dann kommen, wenn sich während des Insolvenzverfahrens abzeichnet, dass die Mitarbeiter schlechter bezahlt werden sollen oder sich die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Das Insolvenzausfallgeld sichert die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für drei Monate.

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