Planung: So soll das Gebäude spätestens zur nächsten Area 30 im September aussehen. - © Trendfairs
Planung: So soll das Gebäude spätestens zur nächsten Area 30 im September aussehen. | © Trendfairs

Löhne Trendfairs mietet komplette Ladenzeile, wo einst die Botschaft der Germaniten war

Der Betreiber der Area 30 will das ehemalige Germaniten-Gebäude als Dependance für Unternehmen aus der Küchenwelt nutzen. Erster Mieter wird der österreichische Küchenproduzent Walden sein

Dirk Windmöller

Löhne. Happy End für ein Gebäude mit einer problematischen Geschichte: Bis vor rund zwei Jahren hatten an der Lübbecker Straße die Germaniten ihre Botschaft. Rechtsradikale Reichsbürger gingen ein und aus. Gekauft wurde das Gebäude nach der Pleite des Eigentümers von der Familie Bulut und zwei Kompagnons. Die sanierten es und schafften die Grundlagen für eine gewerbliche Nutzung. Neuer Mieter ist jetzt die Trendfairs GmbH. Der Betreiber der Küchenmesse Area 30 will dort einen Showroom unter dem Namen „cube 30“ einrichten. Der Löhner Unternehmer Temel Bulut (Autohaus Mahner Feld) vertritt die Eigentümergemeinschaft. Sie hatte das Haus für 160.000 Euro ersteigert. „Das Gebäude erlebt eine sehr positive Veränderung. Darüber freuen wir uns“, sagt Bulut. Rund 200.000 Euro wurden in das Gebäude mit seiner 800 Quadratmeter großen Ladenzeile und mehreren Wohnungen investiert. Auch in Zukunft wird die Autowerkstatt Konrad auf der Rückseite des Gebäudes ihren Sitz behalten.Nutzung für Spielhallen ausgeschlossen Seit etwa eineinhalb Jahren wurde nach Pächtern für die Ladenzeile gesucht. „Wir haben von Anfang an Nutzungen für Spielhallen oder aus dem Bereich des Rotlichtmilieus ausgeschlossen“, sagt Bulut. Aus dem horizontalen Gewerbe habe es keine Anfragen gegeben. „Uns haben aber einige Spielhallenbetreiber gefragt. Die sind bereit, deutlich höhere Mieten zu bezahlen als andere und auch als wir jetzt bekommen. Das hat an unserer Haltung aber nichts verändert.“ Es gab aber auch Interesse von Unternehmen, die gepasst hätten. „Wir hatten Gespräche mit Textilhändlern, einem Schuhgroßhandel und einem Radhändler“ nennt Bulut einige Beispiele. Als sich zeigte, dass die Area-30-Macher am gesamten Gebäude interessiert sind, habe man diese Lösung bevorzugt. „Da sich das Gebäude jetzt in einer Hand befindet, ist für uns das Handling deutlich einfacher“, sagt Bulut. „Dieses Gebäude ist für uns eine ideale Erweiterung“, sagt Michael Rambach, Geschäftsführer der Trendfairs GmbH. Die Area 30 habe sich in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Küchenorderfachmesse entwickelt. Dort zeigen jährlich im September rund 130 Anbieter auf 9.950 Quadratmeter Ausstellungsfläche ihre Neuheiten. „Mit rund 12.000 registrierten Fachbesuchern ist die Area 30 der zentrale Ort für Geschäfte rund um die Küche“, sagt Rambach.„Bis zum Umzug sind noch einige Umbauarbeiten notwendig“ Die Nachfrage nach Präsenz im Herzen der Deutschen Küchenindustrie steige stetig. „Das gilt vor allem für Premiumanbieter, die von dieser Küchenregion weiter entfernt beheimatet sind“, sagt Rambach. Diesen Unternehmen will Trendfairs mit „cube 30“ die Möglichkeit einer dauerhaften Dependance bieten. Der österreichische Küchenproduzent Walden wird Mitte des Jahres als erster Mieter das neue Objekt beziehen. „Bis zum Umzug sind noch einige Umbauarbeiten notwendig“, sagt Rambach. Walden will die Flächen nicht nur während der Messe nutzen. „Wir planen ganzjährige Veranstaltungen und Schulungen in Löhne“, sagt Stefan Radinger, der für das Küchendesign bei Walden verantwortlich ist. Mit „cube 30“ könne man an diesem etablierten Standort auch außerhalb der Messezeiten ein wichtiges Fachpublikum erreichen. Davon werde die Marke Walden sicher stark profitieren. Einige Umbauten hat Trendfairs-Chef Rambach noch geplant. Unter anderem wird der Eingangsbereich optisch dem mobilen Messebau auf dem Festplatz angepasst. Im Gebäude könnte je nach Anforderungen noch Platz für zwei bis drei weitere Mieter sein. Auch diese werden mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Küchenwelt sein.

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