Matthias Hohmeyer von der Gemeinde Kirchlengern und Matthias Kindsgrab (v. l.) von Planungsbüro beantworteten alle Fragen und führten über das Gelände.
Matthias Hohmeyer von der Gemeinde Kirchlengern und Matthias Kindsgrab (v. l.) von Planungsbüro beantworteten alle Fragen und führten über das Gelände.

Kirchlengern Überlaufbecken statt Trennsystem

Kirchlengern. Eine vernünftige Lösung sei das neue Regenüberlaufbecken in Stift Quernheim, sagte Bürgermeister Rüdiger Meier – aus ökologischer Sicht, aber auch ökonomisch gesehen. Mitglieder des Rates und Anwohner besichtigten mit Fachleuten die Baustelle dicht neben dem Bauernbad.


Auf den ersten Blick will der ökonomische Vorteil nicht recht einleuchten. 1,6 Millionen Euro nimmt die Gemeinde für das Projekt in die Hand. Riesige Betonwände bekommt sie dafür, zwei Becken mit insgesamt 900 Kubikmetern Fassungsvermögen. Weil die neue Anlage in einer Senke liegt, musste der Grundwasserspiegel während des Umbaus abgesenkt werden. Das Becken bekam eine 85 Zentimeter dicke Sohle aus Beton, um ein Aufschwemmen zu verhindern, wenn der Wasserspiegel zurück auf normalem Niveau ist.

Information

Fertig im März 2013

Die beiden neuen Becken haben ein Fassungsvermögen von 900 Kubikmetern.

Das Einzugsgebiet umfasst die Ortsteile Stift Quernheim, Quernheim und Klosterbauerschaft mit rund 50 Hektar Fläche.

5.800 Einwohner leben in diesem Gebiet.

Die Planungen zu diesem Projekt begannen 2010.

Seit Mai 2012 laufen die Bauarbeiten.

Die Fertigstellung ist für März 2013 geplant.

Die Baukosten belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro.

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Trotzdem macht das Projekt, macht die Investition Sinn. "Wir ersparen uns damit die Trennung von Abwasser- und Mischwassersystem im gesamten Einzugsgebiet", sagte Bürgermeister Rüdiger Meier, "und das schont den Haushalt der Gemeinde und auch die privaten Geldbörsen." Durch das Feinsiebrechensystem wird die Belastung des Wassers mit Schmutzstoffen so reduziert, als wenn das Gebiet im Trennsystem entwässert würde.


Besonders wichtig und effektiv sei das, wenn starke Regenfälle für Wassermengen sorgten, die die Einleitungsgrenzen der Kläranlage Löhne übersteigen. "Das Wasser wäre sonst im Mühlenbach gelandet", so Matthias Kindsgrab, vom zuständigen Planungsbüro. Ist die Anlage in Betrieb, wird das Mischwasser zwischengespeichert und mechanisch geklärt. Die benachbarte Pumpstation fördert es dann zum Klären nach Löhne.


"Die Pumpen sind ungefähr 15 Jahre alt", so Matthias Hohmeyer von der Gemeinde Kirchlengern, "und werden wohl nochmal zirka 20 Jahre halten." Bevor sie zum Einsatz kamen, um die Abwässer des Einzugsgebiets zum Klärwerk zu fördern, war an genau der gleichen Stelle bereits ein Klärbecken. Nur 300 Kubikmeter fasste es und war nach 40 Jahren Betrieb defekt. Das Grundstück gehörte aber nach wie vor der Gemeinde, sodass keine zusätzlichen Kosten entstanden.


Anwohner Wilfried Steinkamp brauchte sich kein Bild von der Baustelle zu machen. Jeden Tag kann er direkt darauf schauen. "Wir haben bis zum Baubeginn Brunnenwasser genutzt", sagte er, "durch die Grundwasserspiegelabsenkung war der Wasserspeicher plötzlich leer".


Darauf wurden die Betroffenen vorher hingewiesen, erklärte Matthias Hohmeyer, "wir wussten ja vorher, dass das passieren würde". Der Stadtwasseranschluss liege ja mittlerweile in allen Haushalten, deshalb waren die Installationsarbeiten überschaubar. "Wenn der Grundwasserspiegel wieder zurück auf dem alten Niveau ist, können die Anwohner wieder ihr Brunnenwasser nutzen", erklärte Hohmeyer weiter.


Ab März 2013 soll alles in Betrieb sein. Mitarbeiter der Abwasserentsorgung kontrollieren die Anlage dann alle zwei bis drei Tage, bei Problemen werden sie vom System informiert.

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