Drei Schleifen für drei Preise: Nicole Wächter präsentiert gemeinsam mit der gestromten Hündin Käthe Kruse die von der schönen Dogge gewonnenen Preise. - © Foto: Katharina Georgi
Drei Schleifen für drei Preise: Nicole Wächter präsentiert gemeinsam mit der gestromten Hündin Käthe Kruse die von der schönen Dogge gewonnenen Preise. | © Foto: Katharina Georgi

Kirchlengern Käthe Kruse ist weltweit die schönste Jungdogge

Wettbewerb: Seit 40 Jahren züchtet Petra Oepping Deutsche Doggen. Ihre 13 Monate alte Hündin ist am Wochenende zur „Weltjugendsiegerin“ gewählt worden

Katharina Georgi

Kirchlengern. So schön wie Käthe Kruse ist in ihrem Alter keiner: Die junge Hündin gewann am vergangenen Wochenende den Titel Weltjugendsiegerin. Damit vereint die 13 Monate alte Deutsche Dogge gleich drei bedeutende Titel auf sich – eine Seltenheit. „Unser Käthchen" gehört zum Zwinger „Von der Horst", wie man in Fachkreisen sagt. An der fast gleichnamigen Straße In der Horst züchtet Petra Oepping seit 40 Jahren Deutsche Doggen. Und die Rasse hat es ihr offensichtlich angetan: Am Eingang begrüßen steinerne Doggen-Köpfe die Besucher, in den Regalen stehen kleine Figürchen und aus dem Garten ist neugieriges Gebell zu hören. „Wir haben aktuell fünf Hunde", sagt Oepping. Zwei Rüden und drei Hündinnen. Und alle sind selbst gezogen. Auf ihre Käthe ist sie aber besonders stolz. Schließlich ist es vier Jahre her, dass eine ihrer Doggen gleich alle drei großen Titel auf sich vereinte. „Im September wurde sie Clubjugendsieger, im Oktober Bundesjugendsieger und jetzt Weltjugendsieger", zählt ihre Mitarbeiterin und Freundin Nicole Wächter (42) auf. langjährige Freundin arbeitet mit Sie ist auch diejenige, die die Hunde während der Schauen den Preisrichtern vorführt. „Es geht um Schönheit", erklärt Wächter. Um standardgemäße Zucht, ein „korrektes Gangwerk" zum Beispiel, aber auch um das Wesen. „Der Hund muss freundlich sein, ruhig und gelassen bleiben, sich auch von den Richtern anfassen lassen", fügt Oepping hinzu. Und natürlich muss auch die Präsentation stimmen. Nicht umsonst heißt es beim „Fédération Cynologique Internationale", dem weltweit größten Dachverband: „Die Deutsche Dogge vereinigt in ihrer edlen Gesamterscheinung bei einem großen, kräftigen und wohlgefügten Körperbau Stolz, Kraft und Eleganz." All das eint Käthe Kruse mehr als die anderen 435 Doggen, die bei der „World Dog Show" starteten. Das macht die Hündin auch unverkäuflich. Ihr gutes Potenzial soll sie an ihre Welpen weitergeben. Und: „Jeder Hund, der das erste Jahr bei uns verbracht hat, der bleibt auch", sagt Oepping. Egal ob das Tier krank ist oder es die Hoffnungen der Züchterin auf Welpen nicht erfüllt. Denn: „Wir sind eine Liebhaberzucht." Die Hunde leben auch im Haushalt Die Hündinnen bekommen höchstens drei Würfe und das in einem Abstand von zwei Jahren. Die Welpen kommen im Haus zur Welt. Die ersten drei Wochen lassen Oepping und Wächter die Tiere nicht aus den Augen, sind rund um die Uhr bei den Hunden, schlafen neben der Welpenbox. „Wir wechseln uns ab", sagt Oepping. Eine Geburt ist für die Züchterin bis heute bewegend: „Dann hält man dieses Bündelchen Leben in den Händen. Kämpft um jeden Welpen", sagt die 67-Jährige. „Das ist immer wieder ein Wunder", stimmt Wächter zu. Die Doggen haben hinter dem Haus einen Freilauf und eine beheizte Halle mit ihren Boxen. Abwechselnd leben sie aber auch mit im Haushalt. Bei der Schau am Wochenende musste Käthchen zunächst ihre eigene Klasse gewinnen. Nach einem Stechen gegen die beste „gelbe" Hündin gab es ein weiteres Stechen gegen den besten Rüden selber Fellfarbe – aus dem die Deutsche Dogge aus Kirchlengern ebenfalls als Siegerin hervor ging. Die drei Siegerschleifen schmücken jetzt das Haus von Oepping und Wächter. Käthe lässt sich von all dem Ruhm aber nicht beeindrucken. Viel wichtiger sind ihr Streicheleinheiten und Kuschelzeit. Ganz die gemütliche Deutsche Dogge eben.

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