316 Seiten stark: Kämmerer Stefan Junkermann (l.) und Bürgermeister Rüdiger Meier präsentieren den vorläufigen Haushalt der Gemeinde Kirchlengern. Der Rat muss dem Vorschlag der Gemeinde noch zustimmen. - © Foto: Katharina Georgi
316 Seiten stark: Kämmerer Stefan Junkermann (l.) und Bürgermeister Rüdiger Meier präsentieren den vorläufigen Haushalt der Gemeinde Kirchlengern. Der Rat muss dem Vorschlag der Gemeinde noch zustimmen. | © Foto: Katharina Georgi

Kirchlengern Haushalt 2018: Wieder eine schwarze Null

Kämmerer Stefan Junkermann hat gestern den Haushalt 2018 in den Rat eingebracht. Die Parteien haben jetzt Zeit, sich damit zu beschäftigen, bevor er verabschiedet wird

Katharina Georgi

Kirchlengern. Zum zweiten Mal in Folge haben die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung mit Kämmerer Stefan Junkermann an ihrer Spitze einen ausgeglichenen Haushalt erarbeitet. Trotzdem wird kräftig investiert – ohne dass Steuern angehoben werden müssen. AUSGABEN Ein großer Kostenfaktor ist die Kreisumlage, die den Haushalt im kommenden Jahr mit 13,62 Millionen Euro belasten wird. Das ist gegenüber 2017 eine Erhöhung um 742.000 Euro. Da die Gesamtaufwendungen der Gemeinde nur um 0,09 Prozent steigen, sei „die Erhöhung der Kreisumlage um 5,4 Prozent unangemessen", kritisiert Stefan Junkermann die Kollegen im Kreishaus. Die Gemeinde selbst hat bei den Personal- und Versorgungskosten gespart: Mit 6,13 Millionen Euro liegen sie unter dem Ansatz von 2017. Größere Positionen sind außerdem die Unterhaltung und Bewirtschaftung mit 5,8 Millionen Euro sowie die Abschreibungen mit rund 3,5 Millionen Euro. EINNAHMEN Die Steuern der Gemeinde sowie die Anteile an den Bundessteuern sind die größte Einnahmequelle. An erster Position stehen die Einnahmen durch die Gewerbesteuer. „Wir haben vorsichtig kalkuliert, im Sinne eines konservativen Kaufmanns", erklärt Bürgermeister Rüdiger Meier. Daher wurden auch die Einnahmen durch Gewerbesteuern etwas niedriger angesetzt als noch 2017. Der Kämmerer rechnet mit Einnahmen in Höhe von 12,35 Millionen Euro, 550.000 Euro weniger. Die Grundsteuer A und Grundsteuer B sind mit zusammen 2,4 Millionen Euro nahezu unverändert ausgewiesen. Vom Land NRW erhält Kirchlengern 1,2 Millionen Euro, 80.000 Euro mehr als im Vorjahr. Eine neue Regelung für die Flüchtlingspauschale sorgt allerdings dafür, dass 600.000 Euro vom Land nicht übernommen werden. „Wird ein Asylantrag abgelehnt, erhalten wir nur für drei weitere Monate die Pauschale", erklärt Junkermann. Auch dann, wenn die Geflüchteten geduldet sind und somit bleiben dürfen. Die Gemeinde ist allerdings weiterhin zu ihrer Versorgung verpflichtet. „Wir erbringen Leistungen für das Land, die auch vom Land gezahlt werden sollten. Hier besteht Handlungsbedarf", untermauert Meier die Ausführungen seines Kämmerers. INVESTITIONEN Die geplanten Investitionen haben sich seit 2016 mehr als verdoppelt. 8,3 Millionen Euro will die Gemeinde im kommenden Jahr ausgeben. Das ist eine Steigerung zum Vorjahr um 65 Prozent (5,04 Millionen Euro). Ein Schwerpunkt wird im kommenden Jahr der Neubau des Aqua Fun sein, der insgesamt 10,5 Millionen Euro kosten darf. Der Rat hat beschlossen, dass ihm vor einer Bauentscheidung eine Entwurfsplanung mit Kostenberechnung vorzulegen ist. Welcher Generalplaner diese Aufgabe übernimmt, wird bis zur Verabschiedung des Haushalts, die voraussichtlich in der Sitzung des Rates am 14. Dezember erfolgt, feststehen. Auf der Liste steht außerdem die Sporthalle der Erich-Kästner-Gesamtschule mit rund 3 Millionen Euro für 2018 und 2019. Die Gemeinde hofft, dass das Land etwa 800.000 Euro davon übernimmt. Der Parkplatz nebenan soll für weitere 137.000 Euro erweitert werden. Auch das Gebäude der Schule selbst wird weiter saniert. Eingestellt werden sollen dafür 160.000 Euro. Die Löschgruppe Kirchlengern-Nord soll ein neues Löschfahrzeug im Wert von 345.000 Euro bekommen. Für den Ausbau des Feuerwehrhauses werden zu den bereits im vergangenen Jahr eingestellten 506.500 Euro weitere 86.000 Euro eingeplant. Eingeplant sind außerdem 30.000 Euro für den möglichen Bau eines Kunstrasenplatzes durch den FC Rot-Weiß Kirchlengern. Für die Infrastruktur sollen 1,7 Millionen Euro ausgegeben werden. Die Sanierung der Meierhofstraße ist mit 620.000 Euro die größte Position. Für die Abwasserbeseitigung – „auch im Hinblick auf Starkregenereignisse", sagt Meier – sollen 1,7 Millionen Euro ausgegeben werden. Allein 1,3 Millionen Euro entfallen auf die Hauptpumpstationen Häver und Stift Quernheim. Für die Investitionen nimmt die Gemeinde Kassenkredite in Höhe von mehr als 5 Millionen Euro auf. Gleichzeitig tilgt sie rund 2,5 Millionen Euro. Die Nettokreditaufnahme beträgt dann 2.681.000 Euro. Insgesamt liegt das Kassenkreditvolumen Ende 2018 dann bei etwa 7 Millionen Euro, die Investitionskredite bei etwa 37,6 Millionen Euro. Daraus resultiert eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2.776 Euro (2017: 2.642 Euro). Die kreisweite Pro-Kopf-Verschuldung lag Ende 2016 bei 3.398 Euro.

realisiert durch evolver group