Die Teilnehmer: Harald Gref (stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführe), Uwe Sczesni (Geschäftsführender Gesellschafter Sczesni Autodienst), Klaus Bockermann (IHK-Vizepräsident), Heinz-Günter Osterholz (Geschäftsführer OAT), Andreas Hettich (Geschäftsführer Hettich Holding), Bürgermeister Rüdiger Meier, Martin Kirchner (Geschäftsführer Kirchner Media.Print), - © Katharina Georgi
Die Teilnehmer: Harald Gref (stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführe), Uwe Sczesni (Geschäftsführender Gesellschafter Sczesni Autodienst), Klaus Bockermann (IHK-Vizepräsident), Heinz-Günter Osterholz (Geschäftsführer OAT), Andreas Hettich (Geschäftsführer Hettich Holding), Bürgermeister Rüdiger Meier, Martin Kirchner (Geschäftsführer Kirchner Media.Print), | © Katharina Georgi

Kirchlengern Gute Noten von der Wirtschaft für Kirchlengern

IHK-Umfrage: In Kirchlengern lässt es sich als Unternehmen gut arbeiten. Das bescheinigen der Kommune 62 Geschäftsführer und Einzelhändler, mit deren Hilfe auch erarbeitet wurde, wo es Handlungsbedarf gibt

Katharina Georgi

„Wirtschaft ist nicht alles. Aber Grundlage für Arbeitsplätze, für Steuern und damit für ein gutes Lebensumfeld", fasst Klaus Bockermann, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), zusammen, warum die Umfrage seines Verbandes so wichtig ist. Denn: Fühlt sich die Wirtschaft wohl, bleibt sie gern. Und in Kirchlengern ist das der Fall, wie die IHK der Gemeinde jetzt bescheinigt. Gleichwohl gebe es auch hier Verbesserungsmöglichkeiten, über die Vertreter von Wirtschaft, Politik und Verwaltung beim gestrigen IHK-Wirtschaftsgespräch in einen Dialog treten konnten. „Kirchlengern gehört zu den Top-Kommunen im Kreis", führte IHK-Mitarbeiter Ulrich Grubert in die Auswertung der Umfrage ein. Die Unternehmer vergeben die Note 2,3 für ihre Gemeinde. Der kreisweite Schnitt liegt bei 2,8. In der Kategorie „Wirtschaftsfreundlichkeit der Politik" ist Kirchlengern sogar Spitzenreiter. „2003 lag Kirchlengern kreisweit noch auf Platz 5", sagt Grubert. Damals hatte die letzte Umfrage dieser Art stattgefunden. Von den Unternehmern in Kirchlengern wollte die IHK wissen, was ihrer Meinung nach besonders wichtig für ihre Firma ist, um gut arbeiten zu können, und mit welchen Kriterien sie am wenigsten zufrieden sind. Daraus lässt sich jetzt ablesen, wo die Kommune sich noch verbessern kann. Schnelles Internet ist besonders wichtig „Breitband ist bei der Wichtigkeit auf Platz 1, bei der Zufriedenheit aber ziemlich weit unten angeordnet", erklärt Grubert das Verfahren. Kritisch sehen die Unternehmer auch die Gewerbesteuer, die 2016 angehoben wurde. Bürgermeister Rüdiger Meier verteidigte die Steuererhöhung: „Wir können nur dann Geld ausgeben und zum Beispiel in die Infrastruktur investieren, wenn wir auch Einnahmen haben." Er erinnerte zugleich daran, dass die Gemeinde rund zehn Millionen Euro für die Umgehungsstraße sowie sechs Millionen Euro für das Gewerbegebiet Oberbehme ausgegeben habe. Über das Gesamtergebnis der Umfrage freue man sich, wolle die Einnahmen aber auch so ausgeben, dass man sich nicht auf dem guten Ergebnis ausruhe, sondern weiterhin sinnvoll investiert. Gemeinsam sollten „die Bälle, die ins Feld geworfen werden" aufgenommen werden – so, wie es bisher gut funktioniert habe. Die gute Note sei letztlich „Ergebnis jahrelanger gemeinschaftlicher Arbeit". Weitere Gewerbeflächen sollen kommen Im Zuge des Gesprächs kündigte Meier an, dass die Gemeinde weitere 30 Hektar Gewerbefläche ausweisen möchte, dafür aber grünes Licht von der Landesregierung brauche. Auf der Liste der positiven Aspekte stand weit oben auch die Nähe zu Kunden und Zulieferern, die unter anderem Andreas Hettich, Gastgeber an diesem Nachmittag, anführte. Auch die hohe Lebensqualität sei ein Argument für Kirchlengern: „Fachkräfte aus andren Regionen, die nach Kirchlengern kommen, sind immer wieder überrascht, wie schön und wie günstig das Leben hier ist." Das Unternehmen von Martin Kirchner ist in der Elsegemeinde groß geworden und er würde sie in jedem Fall weiterempfehlen. „Der Standort ist in Ordnung", formulierte auch Heinz-Günter Osterholz, der Kritik insbesondere am Verkehr im Kreis Herford und Minden-Lübbecke formulierte: „Das Bad-Oeynhauser-Kreuz ist eine Katastrophe." Uwe Sczesni, Geschäftsführer von Sczesni Autodienst und Vertreter von Kirchlengern Handelt, hob hervor, dass vor allem für die Infrastruktur in den vergangenen Jahren viel gemacht worden sei: „Der neue Nordring entlastet den Obrock ungemein." Etwa eine Million Euro gebe die Gemeinde im Schnitt jährlich für die Infrastruktur aus, so Meier dazu.

realisiert durch evolver group