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Bünde/Kirchlengern Reifen am Auto der Ehefrau zerstochen

Verfahrenseinstellung: 36-jähriger Bünder muss Sozialstunden ableisten

Gerald Dunkel

Bünde/Kirchlengern. Weil er zwei Reifen am Auto seiner getrennt lebenden Ehefrau zerstochen haben soll, wurde das Strafverfahren gegen den 36-jährigen Bünder Dennis H. (Namen geändert) am Montag gegen eine Auflage von 25 Sozialstunden eingestellt. Letztlich konnten die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse in Bezug auf die Reifen nicht eindeutig geklärt werden. In der Nacht vom 4. auf den 5. September 2016 soll sich Dennis H. laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zur damaligen Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Frau Sabine H. an der Straße Im Obrock in Kirchlengern begeben haben, um die Reifen zu zerstechen. Als sie am nächsten Morgen mit ihrem Wagen zur Arbeit fahren wollte, bemerkte sie den Schaden. "Er wollte Dinge beschädigen, die er mitbezahlt hatte." Wie Sabine H. vor Gericht erklärte, habe ihr Mann zuvor vor mehreren anderen Personen damit geprahlt, Dinge zu beschädigen, die er mitbezahlt habe. Mehrere Zeugen könnten das bestätigen. Doch zu einer Aussage dieses Personenkreises kam es nicht mehr. Eine Überweisung, die Dennis Hs. Verteidiger Ralph Nalop vorlegte, belegte, dass Dennis H. die über ein Online-Auktionshaus bestellten Reifen von seinem Konto bezahlt hatte. Das war im Juli 2014, einen Monat nach der Hochzeit des Paares. Nalop gab aber an, dass die Reifen aber bereits im Mai bestellt worden waren, was demzufolge also noch vor der Eheschließung gewesen wäre. Wie Dennis H. erklärte, seien die Reifen erst versandt worden, nachdem die Zahlung im Juli eingegangen war. Belege für das Bestelldatum gab es indes aber nicht. Somit war unklar, ob die Reifen nun vor oder in der Ehe angeschafft wurden. Im ersten Fall wäre Dennis H. der alleinige Eigentümer gewesen. "Reifen stellen rechtlich eine eigene Sache dar." Richterin Saskia Schreyer stellte fest, dass es zunächst unwesentlich sei, an wessen Auto die Reifen montiert waren, als sie zerstochen wurden. "Reifen stellen rechtlich eine eigene Sache dar", so Schreyer in der Verhandlung. Sie konnte sich eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße vorstellen, was aber von der Staatsanwaltschaft abgelehnt wurde, da von Dennis H., der derzeit von Arbeitslosengeld I lebt, aus einem anderen Verfahren noch Zahlungen offen stünden. Anwalt Ralph Nalop erklärte diesbezüglich aber, dass dazu die ersten Raten nun gezahlt seien. Letztlich wurde das Verfahren wegen Sachbeschädigung gegen Dennis H. gegen die Auflage 25 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leiten, eingestellt.

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