Möchte andere Frauen unterstützen: Deana Hoppe gründet eine Selbsthilfegruppe für Frauen. - © Foto: Anne Webler
Möchte andere Frauen unterstützen: Deana Hoppe gründet eine Selbsthilfegruppe für Frauen. | © Foto: Anne Webler

Kirchlengern Selbsthilfegruppe für Frauen mit Gewalterfahrung gegründet

Deana Hoppe aus Klosterbauerschaft will anderen Frauen helfen. Monatliche Treffen geplant

Anne Webler

Deana Hoppe (42) aus Klosterbauerschaft hat Gewalt erfahren – und sich gewehrt. Sie zeigte den Täter an, Anfang des Jahres wurde er verurteilt. Nun möchte Hoppe andere Frauen ermutigen, sich auch Hilfe zu holen. Die 42-Jährige gründet eine Selbsthilfegruppe und lädt Frauen ein, sich bei ihr zu melden. „Viele Frauen, die vergewaltigt wurden oder andere Formen der Gewalt erfahren, trauen sich nicht, zur Polizei zu gehen und den Täter anzuzeigen", sagt Deana Hoppe. Viele wüssten auch nicht, was bei einem Gerichtsverfahren auf sie zukomme. „Ich hätte mir damals eine Frau gewünscht, die mich darauf vorbereitet und mich bestärkt." Genau so eine Frau will sie jetzt für andere Frauen sein. Seitdem sie offen mit ihrer Gewalterfahrung umgeht, hätten ihr über Facebook schon mehrere Frauen geschrieben, erzählt Hoppe. Zwei wollten Anzeige erstatten, nachdem sie von Hoppe gelesen hatten. Ihre Geschichte habe ihnen Mut gemacht. Das freut sie. Sie möchte noch mehr Frauen Mut machen und sie unterstützen. Die Zeit der Verhandlungen mit den öffentlichen Aussagen, in denen sie das Erlebte wieder und wieder vor Publikum schildern musste, sei hart gewesen. Aber es habe sich gelohnt. Sie ist froh, dass sie diesen Weg gegangen ist. Deana Hoppe lädt Frauen mit Gewalterfahrung ein, sich bei ihr zu melden. Sie plant regelmäßige Treffen bei sich zu Hause. „Im Restaurant bekommt immer irgendjemand mit, worüber man spricht – und wenn es der Kellner ist." Das sei bei dem Thema nicht passend. Ihre Wohnung biete einen geschützten Rahmen. „Hier kriegt keiner etwas mit." „Ich hoffe, dass noch mehr Frauen Anzeige erstatten" Hoppe plant die Treffen einmal im Monat, bei Bedarf auch öfter. Sie kann den Frauen auch mit Adressen von Beratungsstellen oder Ansprechpartnern weiterhelfen – oder erst einmal nur zuhören. Sie möchte besonders vergewaltigte Frauen ansprechen. „Ich hoffe, dass sich noch mehr Frauen wehren und Anzeige erstatten." Auch wenn man Kinder habe solle man keine Gewalt in der Ehe erdulden. Hoppe ist selbst vierfache Mutter. „Kinder haben ein sehr feines Gespür und merken sofort, wenn etwas nicht stimmt." Zudem sei man ihnen als Eltern ein falsches Vorbild, wenn man Gewalt ertrage. „Dann denken sie, das sei normal." Kontakt: Deana Hoppe möchte besonders vergewaltigte Frauen ermutigen, sich bei ihr zu melden. Treffen sind monatlich bei ihr zu Hause in Klosterbauerschaft geplant, bei Bedarf auch öfter. Deana Hoppe ist per E-Mail zu erreichen.

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