Die Farbe Rot dominiert: Mit 16 Traktoren nahmen die Schlüterfreunde im vergangenen Jahr an den historischen Feldtagen in Nordhorn teil. Beim Reitturnier im Sielpark Bad Oeynhausen war der Verein ebenfalls mit einem Stand vertreten (kleines Foto). Fotos: Schlüterfreunde/Björn Kenter - © Schlüterfreunde
Die Farbe Rot dominiert: Mit 16 Traktoren nahmen die Schlüterfreunde im vergangenen Jahr an den historischen Feldtagen in Nordhorn teil. Beim Reitturnier im Sielpark Bad Oeynhausen war der Verein ebenfalls mit einem Stand vertreten (kleines Foto). Fotos: Schlüterfreunde/Björn Kenter | © Schlüterfreunde

Kirchlengern Ostwestfälische Faszination für bayerische Kraftpakete

Mein Verein: Die Schlüter-Freunde OWL haben sich seit der offiziellen Gründung 2012 in der Region einen Namen gemacht. Der letzte Schlüter-Traktor wurde Anfang der 90er Jahre gebaut, die Begeisterung der Mitglieder für die leistungsstarken Schlepper ist jedoch ungebrochen

Björn Kenter

Kirchlengern. "Wo geht es denn zum Trecker-Führerschein?" Beinahe im Fünf-Minuten-Takt mussten die Schlüter-Freunde OWL diese Frage am Rande des Reitturniers im Sielpark Bad Oeynhausen beantworten. Am Steuer eines Traktors zu sitzen, fasziniert auch heute noch Jungen und Mädchen offenbar gleichermaßen. "Die Kinder dürfen in Begleitung selber eine kleine Strecke fahren und erhalten anschließend ein Zertifikat", erläutert Christiane Lindenschmidt, Kassenwartin bei den Schlüter-Freunden, die mit einem Präsentationstand und einer kleinen Trecker-Ausstellung im Sielpark vertreten waren. "Der Erlös der Aktion geht komplett an das Ronald McDonald-Haus der Herzklinik Bad Oeynhausen." Die Faszination für Traktoren ist auch ein Wegbegleiter der Schlüter-Freunde OWL. Was 2008 eher als eine lockere Interessengemeinschaft von zehn Personen begann, ist heute ein Verein mit 90 Mitgliedern, der sich bei Trecker-Fans über die Grenzen Ostwestfalens hinaus einen Namen gemacht hat. Aus der spontanen Idee, ein "Schlütertreffen auf dem Schlüterhof" in Kirchlengern-Häver zu veranstalten, entstand im August 2009 der erste Feldtag, der ein großer Erfolg war und seit 2010 alle zwei Jahre stattfindet. Beim Feldtag im vergangenen Jahr nahmen rund 80 Traktoren an einem Treckerkorso durch das Dorf teil. Die Namensgleichheit zwischen den Schlüter-Traktoren und dem Schlüter-Hof sei aber reiner Zufall, verrät Christiane Lindenschmidt, die auf dem Schlüter-Hof aufwuchs. Ihr Mann Hartmut ist Vorsitzender des Vereins, zum Vorstand gehören zudem Sabine Fricke als Schriftführerin sowie der stellvertretende Vorsitzende Franz-Josef Wöbel. Mitglied werden kann im Übrigen jeder, der Besitz eines Traktors sei keine zwingende Voraussetzung, versichern die Vereinsverantwortlichen. Schlüter-Traktoren sind unter Experten als besonders leistungsstark bekannt. Von 1937 bis zur Stilllegung des Werks 1993 baute die Firma Anton Schlüter im bayerischen Freising vor allem Großschlepper mit einer Leistung von bis zu 500 Pferdestärken. Daher rührt auch der Werbeslogan "Bärenstark". Der älteste Traktor bei den Schlüter-Freunden stammt aus dem Jahr 1960, hat also bereits 47 Jahre auf dem Buckel. Die Suche nach Ersatzteilen gestaltet sich laut Hartmut Lindenschmidt allerdings immer schwieriger. "Einiges ist noch vorrätig, aber viele Teile müssen wir auch selber bauen", sagt der Vorsitzende der Schlüter-Freunde. Die charakteristische rote Farbe erhielten die Schlepper aus Bayern übrigens nicht von Beginn an. "Die ersten Schlüter-Traktoren waren grün, die Farbe rot war zunächst eine Sonderlackierung, erst später wurde komplett umgestellt", erinnert sich Lindenschmidt. Ein grüner Traktor sei daher eine absolute Rarität. "Wer einen hat, gibt ihn nicht wieder her", so der Vorsitzende mit einem Schmunzeln. Die erste Ausfahrt in diesem Jahr steht bereits am kommenden Sonntag, 23. April, auf dem Plan. Dann machen sich die Traktorenfreunde aus Kirchlengern in einer Sternfahrt auf den Weg zum Gut Groß Berkel in Aerzen bei Hameln. "Wir haben auch zahlreiche Mitglieder im Lipperland, die stoßen dann unterwegs dazu", so der Vorsitzende. Einer der Höhepunkte des Jahres ist die Fahrt der Schlüter-Freunde OWL zu den Historischen Feldtagen nach Nordhorn. "Diese Feldtage haben jedes Jahr ein anderes Motto, im vergangenen Jahr war das Thema Schlüter", so Christiane Lindenschmidt. Also machten sich die Schlüter-Freunde mit 16 Traktoren auf die rund 150 Kilometer lange Fahrt nach Nordhorn. Sieben Stunden waren sie unterwegs, die eine oder andere Reparatur inbegriffen. "Das war ein tolles Erlebnis. Über 300 Schlüter-Traktoren, unter anderem auch aus Freising, waren in Nordhorn zu Gast", erinnern sich Christiane und Hartmut Lindenschmidt. Die Tour nach Nordhorn ist auch in diesem Jahr vom 11. bis 13. August fest eingeplant. Einen Monat später geht es auf große Vereinsfahrt zum Schlütertreffen auf dem Hausler-Hof in Halbergmoos bei Freising. Diese Strecke müssen die Trecker allerdings nicht selber zurücklegen. Besonders stolz sind die Schlüter-Freunde OWL auf ihren eigenen Kalender, der jährlich in einer Auflage von 300 Stück erscheint. "Darin blicken wir jeweils auf das vergangene Jahr zurück", so Christiane Lindenschmidt. ´ Wer mehr über den Verein wissen möchte, kann sich im Internet unter www.schlueterfreunde-owl.de umfassend informieren.

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