Feuerwehrgerätehaus Mitte: Wurden direkt angesprochen und kamen – Menschen mit Migrationshintergrund. - © Foto: Myriam Domke-Feiner
Feuerwehrgerätehaus Mitte: Wurden direkt angesprochen und kamen – Menschen mit Migrationshintergrund. | © Foto: Myriam Domke-Feiner

Kirchlengern Feuerwehr Kirchlengern wirbt um Mitglieder

Vier Gerätehäuser öffneten die Türen. Die direkte Ansprache von Interessenten war erfolgreich

Myriam Dimke-Feiner

Kirchlengern. Wie an neue, aktive Mitglieder kommen? Vor dieser Frage stehen viele Freiwillige Feuerwehren. Mit der größten und umfangreichsten Image- und Werbekampagne, die es je für ehrenamtliche Brandschützer in NRW gegeben hat, soll dieses Problem nun in Angriff genommen werden. Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Kirchlengern liegt mit ihrer Mitgliederzahl rund ein Drittel unter dem Soll. Seit Anfang des Jahres machen sie darauf aufmerksam. Am Samstagnachmittag öffneten die ehrenamtlichen Brandschützer nun die Tore der vier Gerätehäuser ihrer vier Ortsgruppen, die sich von Kirchlengern-Nord über Kirchlengern-Mitte und Kirchlengern-Ort bis Kirchlengern-Süd verteilen. Einladungskarten und Briefe waren an Tausende Haushalte verteilt worden. Besonderen Erfolg zeigte jedoch die direkte Ansprache. In das Gerätehaus-Mitte an der Hüllerstraße kamen überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationshintergrund. „Wir haben die Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte direkt angesprochen. Einige waren interessiert“, sagt Klaus Westerholz erfreut. Bei dem Rundgang durch das Gerätehaus habe sich dann sogar gezeigt, dass ein Feuerwehrmann aus Pakistan unter ihnen war. „Der kannte einiges von unserem Equipment.“ Über eine gewisse Sprachbarriere sorgt sich der stellvertretende Wehrführer nicht. „Bei der Zusammenarbeit wird sich das Problem schon legen. Außerdem haben wir im Hausmeister der Flüchtlingsunterkunft einen Dolmetscher.“ Adnan Osman lebt seit sieben Jahren in Kirchlengern und ist ein Kollege von Bauamtsleiter Westerholz. Auch er war zum Kennenlerntag der Freiwilligen Feuerwehr gekommen. Das direkte Ansprechen von potenziellen Interessenten hatte sich auch in Südlengern als erfolgreich erwiesen. So war Maik Ullrich in das Gerätehaus-Süd an der Elsestraße gekommen. Sein Schwager Matthias Kuhle hatte ihn gefragt. „Ich wollte mir mal anschauen, was mein Schwager seit Jahren ehrenamtlich macht.“ Für die Besucher aller Gerätehäuser gab es einen Rundgang mit Erklärung der Fahrzeuge und des Equipments sowie Informationsgespräche bei Kaffee und Kuchen. „Uns geht es heute noch nicht darum, dass sich jemand sofort für uns entscheidet. Vielmehr wollen wir informieren. Wir brauchen teamfähige und zuverlässige Mitglieder“, sagt Kuhle. Auch wenn auf den Einladungen das Alter von 18 bis 45 Jahre favorisiert wurde, so seien Interessierte jeden Alters willkommen, stellte Wehrführer Frank Rieke klar: „Es gibt für jeden eine Aufgabe.“ Wer körperlich nicht fit genug sei, der könne beispielsweise Organisations- und Verwaltungstätigkeiten übernehmen. Auch Betätigungsfelder, die gedanklich nicht sofort mit der Freiwilligen Feuerwehr verbunden werden, seien denkbar. „Für die Betreuung von Familien und Kindern brauchen wir auch immer Mitglieder.“ Beispielsweise dann, wenn Alleinerziehende zu einem Einsatz gerufen würden. Wer es am Samstag nicht geschafft hat, sich aber dennoch informieren möchte, kann sich direkt an die Mitglieder der Feuerwehr wenden. Weitere Infos gibt es im Internet .

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