Geehrte und beförderte Mitglieder der Feuerwehr: Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer (v.l.), Kurt Eimertenbrink und Elena Bekemeier. Dahinter (v.l.) Wehrführer Frank Rieke, Helmut Dörken, Thomas Brinkjost, Björn Sudek, Dominik Uphoff, der stellvertretende Wehrführer Klaus Westerholz sowie Bürgermeister Rüdiger Meier. - © Myriam Domke-Feiner
Geehrte und beförderte Mitglieder der Feuerwehr: Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer (v.l.), Kurt Eimertenbrink und Elena Bekemeier. Dahinter (v.l.) Wehrführer Frank Rieke, Helmut Dörken, Thomas Brinkjost, Björn Sudek, Dominik Uphoff, der stellvertretende Wehrführer Klaus Westerholz sowie Bürgermeister Rüdiger Meier. | © Myriam Domke-Feiner

Kirchlengern Feuerwehr: Ärger über Politik

Kreisbrandmeister: "Was ist wichtiger - Straßen oder die Freiwillige Feuerwehr?" Bürgermeister bat bei Versammlung der Wehr um Verständnis

Myriam Domke-Feiner

Kirchlengern. Am Abend zuvor hatte der Gemeinderat Kirchlengern entschieden, dass die Anschaffung des für die Löschgruppe Nord geplanten Löschfahrzeugs sowie der Umbau des Gerätehauses auf die Folgejahre verschoben wird (die Neue Westfälische berichtete). Natürlich war diese politische Entscheidung während der Wehrversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchlengern am Freitagabend im Begegnungszentrum der AWO-Südlengern Thema. Den Anfang machte Bürgermeister Rüdiger Meier. Er lobte die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrleute für die Bevölkerung: "Das ist schon etwas Großes." Meier hatte neben den Grüßen der Gemeinde auch die schlechte Nachricht im Gepäck. Er versuchte es mit Erklärungen, sprach von Abgaben an andere Gemeinden sowie dem Land - "das hat schon einen knebelhaften Charakter", befand der Verwaltungschef. Weiterhin berichtete der Meier, der Rat habe schlussendlich für Straßenerneuerungen und somit gegen die Investitionen im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr gestimmt. Jedoch seien die Anschaffungen nicht aufgehoben, sondern lediglich verschoben worden. Nicht jeder der anwesenden Brandschützer brachte für diese Entscheidung Verständnis auf. Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer gab den Kameraden aus Kirchlengern folgenden Ratschlag: "Ladet doch zur nächsten Wehrversammlung den kompletten Gemeinderat ein". Damit hätten seines Wissens nach andere Gemeinden gute Erfahrungen gemacht. "Dann sehen die Ratsmitglieder deutlich, was ihr das gesamte Jahr über leistet. Und dann kann der Rat entscheiden, was wichtiger ist - die Straßen oder die Feuerwehr", fügte der Kreisbrandmeister provokant hinzu. Die Einsätze der Wehren im gesamten Kreis seien im vergangenen Jahr um knapp 20 Prozent gestiegen. "Ihr habt eure Arbeit gut gemacht", lobte der Hackländer. Vom vergangenen Jahr der Kirchlengerner Wehr berichtete der stellvertretende Wehrführer Klaus Westerholz: Im Vergleich zum Vorjahr seien es insgesamt weniger Einsätze gewesen. Das Jahr 2014 mit dem Hochwasser war eben außergewöhnlich. Besonders die Insekteneinsätze seien zum Vorjahr signifikant gestiegen. Danach folgten die Berichte der Jugendfeuerwehr und der Ehrenabteilung. Lehrgänge, Weiter- und Fortbildungen, Einsätze und gemeinsame Unternehmungen prägten das Bild der vier Löschgruppen mit den insgesamt 193 Mitgliedern. Frank Rieke, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Kirchlengern, fand dafür anerkennende Worte: "Wir sind eine große Familie." Ehrungen und Beförderungen Danach wurden langjährige Mitglieder geehrt und Beförderungen ausgesprochen: Helmut Dörken wurde für seine 40-jährige Tätigkeit als Hauptbrandmeister und Kurt Eimertenbrink für seine 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Befördert wurden Thomas Brinkjost zum Brandmeister, Elena Bekemeier zur Hauptfeuerwehrfrau und Björn Sudek sowie Dominik Uphoff zu Oberfeuerwehrmännern. Die Geehrten und Beförderten wurden im Anschluss an die offizielle Veranstaltung bei Würstchen und Bier von ihren Kameraden ausgiebig beglückwünscht.

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