Der Elsesportplatz ist gesperrt. - © Ulrich Finkemeyer
Der Elsesportplatz ist gesperrt. | © Ulrich Finkemeyer

Kirchlengern Finanzierung für Kunstrasenplatz steht

Ratsentscheidung: RW Kirchlengern tritt als Bauherr auf, die Gemeinde trägt die Kosten

Anne Webler

Kirchlengern. Lange wurde über den Elsesportplatz diskutiert, nun steht fest: Er wird zum Kunstrasenplatz umgebaut. Auch die Finanzierung hat der Rat der Gemeinde Kirchlengern nun beschlossen. Der Verein Rot-Weiß Kirchlengern wird als Bauherr die Arbeiten organisieren, die Gemeinde trägt die Kosten von voraussichtlich 582.200 Euro. Das hat der Rat in seiner Sitzung am Donnerstagabend bei einer Enthaltung einstimmig beschlossen. Die Gemeinde wird einen Kredit über 567.500 Euro aufnehmen, das sind die erwarteten Baukosten. Sie bekommt deutlich bessere Kreditkonditionen gewährt als ein Verein. Sie könne Kommunal-Investitions-Förderkredite in Anspruch nehmen, trug Stefan Junkermann, Beigeordneter und Kämmerer, vor. Bei Zinssätzen von gut 0,4 bis 0,5 Prozent zahlt die Gemeinde über die Laufzeit von 15 Jahren lediglich 14.700 Euro an Zinsen, während der Verein 62.300 Euro zahlen würde. Der Verein übernimmt die Pflege der Sportanlage mit Kosten von 16.000 Euro pro Jahr und erhält von der Gemeinde einen Zuschuss von 8.000 Euro pro Jahr. "Mit einem Zuschuss des Kreises Herford können wir nicht mehr rechnen", sagte Michael Höke, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, Schule, Kultur und Sport. Die Sportanlage muss mindestens 20 Jahre erhalten bleiben, damit der Kreis einen Zuschuss zahlt. Gutachten belegen für Kunstrasenplätze jedoch eine Höchstnutzungsdauer von 15 Jahren. "Kein tragbarer Zustand" Verrechnen kann die Gemeinde den Kredit wie folgt: Die eine Million Euro, die im Haushalt 2018 für die Sanierung der Sporthalle der Erich-Kästner-Gesamtschule eingestellt sei, werde zu Beginn des Jahres nicht gebraucht, weil die Arbeiten erst ausgeschrieben werden müssten, sagte Junkermann. So könne die Gemeinde die Tilgungsraten aus diesem Budget entnehmen. "Ich frage mich, ob der Sportplatz irgendwann in einem Zustand sein wird, dass er dauerhaft bespielbar ist", sagte Michael Schmale (UWG). "Das kostet das Geld der Steuerzahler." Die Sanierung des Elsesportplatzes sei damals mangelhaft gemacht worden, sagte Bürgermeister Rüdiger Meier, deshalb habe die Gemeinde auch einen Rechtsstreit geführt, den sie nur zum Teil gewonnen habe. Die Gemeinde habe den Boden und Baugrund untersuchen lassen, um diesen Risikofaktor auszuschließen. "Ich schwitze auch etwas", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Oliver Lüking. Die SPD wolle jedoch die Sportplatzsituation "für alle Vereine lösen". Deshalb stimme die SPD dem Vorschlag zu. Auch die CDU trage die Lösung mit, sagte Fraktionssprecher Detlef Kaase. Damit bekomme Kirchlengern einen zweiten Kunstrasenplatz. "Das Thema ist dann erstmal erledigt." Die Grünen hätten sich schwer getan, innerhalb kurzer Zeit zwei Sportplätze an gleicher Stelle für eine halbe Million Euro zu bauen, sagte Burkhard Scheiding (Grüne). Es sei jedoch kein tragbarer Zustand. Deshalb trügen auch sie das Vorhaben mit.

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