Ein Schild warnt «Betreten der Eisfläche verboten! Lebensgefahr». - © Symbolfoto: dpa
Ein Schild warnt «Betreten der Eisfläche verboten! Lebensgefahr». | © Symbolfoto: dpa

Bünde Einbruchgefahr auf den Seen

Sicherheit: Die Lebensretter der DLRG warnen davor, zugefrorene Eisflächen zu betreten. Weil es tagsüber wieder wärmer wird, sind viele Eisflächen zu dünn.

Katharina Georgi

Sonne satt und Temperaturen um den Gefrierpunkt: Das perfekte Wetter für eine Schlittschuhfahrt auf einem nahe gelegenen See oder Teich. Auch den See im Steinmeisterpark ziert eine Eisschicht. Aber Achtung: Noch ist das Eis dafür aber zu dünn, warnt aktuell die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Besonders Kinder können laut der Wasserretter eher schlecht einschätzen, wie dick eine Eisschicht wirklich ist. „Ab drei bis vier Zentimetern können sie das oft nicht mehr gut erkennen", sagt die Vorsitzende der Bünder Ortsgruppe, Karola Finke-Weber. Generell verraten dunkle Stellen: Hier ist das Eis noch viel zu dünn. Es droht Gefahr einzubrechen. Also: Betreten verboten. Wenn das Eis knistert und knackt, „am besten flach hinlegen und in Bauchlage in Richtung Ufer bewegen", rät Finke-Weber. Bäuchlings verteile sich das Gewicht besser. Besondere Vorsicht sei auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten. Auch Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, seien gefährlich. An den Ein- oder Ausflüssen könne innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein als auf dem Rest des Sees. Auch beim eigenen Gartenteich sollten die Eltern lieber noch mal mit einem Hammer überprüfen, wie dick das Eis wirklich ist. Der Landesverband des DLRG empfiehlt, dass die Eisschicht mindestens 15 Zentimeter betragen sollte. Bei Fließgewässern wie der Else sogar 20 Zentimeter. WAS ZU TUN IST, WENN DAS EIS BRICHT 1 Besonders Kinder sollten so schnell wie möglich Hilfe holen, rät Finke-Weber. Denn: „Ein Kind kann ganz schlecht ein anderes Kind retten." Von der Situation seien besonders junge Kinder oft überfordert. 2 Unbedingt die 112 wählen und Hilfe holen. Die Feuerwehrkräfte sind für solche Unglücksfälle geschult. 3 Erwachsene sollten das Eis niemals aufrecht betreten, sondern bäuchlings heranrobben. Noch besser: Eine Leiter von anliegenden Häusern besorgen und über das Eis bis zum Ufer legen. Ein Schlitten funktioniere auch gut. 4 „Reichen Sie dem Eingebrochenen nicht die Hand", so die Expertin. Besser sei es, etwas in die Hand zu geben wie einen Schal oder Jackenzipfel. „In seiner Panik kann der eingebrochene sonst den Helfer mit ins Loch ziehen." 5 Nach der Rettung aus dem Eis sollte der Patient in einem beheizten Raum zunächst langsam aufgewärmt werden und sich grundsätzlich in ärztliche Behandlung begeben.

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